GESUNDHEIT

Tipps für eine bessere psychische Gesundheit im Alter

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Es gibt viele Wege aus der Einsamkeit (Foto: JD Mason on Unsplash)

Einsamkeit wird im nächsten Jahrzehnt wahrscheinlich der wichtigste Risikofaktor für den Tod älterer Menschen sein. Ein grösserer Risikofaktor als Herzerkrankungen.

Ältere Menschen sind eine Hochrisikogruppe, was die Gefahren für die psychische Gesundheit angeht. Wegen der Veränderungen, die das Altern mit sich bringt.

Man hat Angst, viel zu verlieren: die Unabhängigkeit, Freunde und Familienangehörige.

Wenn man nicht mehr so gut denken kann wie früher und wenn man sich nicht mehr so gut bewegen kann - wenn man nicht mehr all die Dinge tun kann, die man gerne tut - dann ist man in einer grösseren Risikokategorie für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände.

Es ist wichtig, Zeichen von Schwierigkeiten zu erkennen, bei anderen - und bei sich selbst.

Das sind zum Beispiel:

  • Änderungen im Schlafverhalten
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Veränderungen in der Hygiene und Sauberkeit im Allgemeinen
  • Verlangsamung der Sprache
  • Weniger soziale Interaktion

Im Allgemeinen sind die Menschen dann weniger engagiert und motiviert. 

Was zu tun ist
Aktiv bleiben. Es ist wie ein Teufelskreis: Man fühlt sich nicht motiviert und gut, und deshalb geht man nicht aus und unterlässt es, Dinge zu tun. Dabei ist ja gerade der Effekt, dass man motiviert ist und sich gut fühlt, wenn man ausgeht und Dinge unternimmt.

Auch wenn es sich nur um einen fünfminütigen Spaziergang am Morgen handelt. Die Rolle von Angehörigen und Freunden ist dabei sehr wichtig. Anstelle von "Bist du spazieren gegangen", sagt man besser: "Wie wäre es, wenn ich rüberkomme und wir spazieren gehen", oder, "Warum nimmst du nicht dein Handy und wir reden, während wir beide spazieren gehen".

Es gibt eine Million Lösungen, man muss nur kreativ sein und über den Tellerrand hinausschauen.

Noch effektiver für ältere Menschen ist Freiwilligenarbeit oder Mentoring. So bekommen sie die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und jahrelangen Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Der Lebensstil der meisten älteren Menschen erschwert heute die Interaktion mit anderen Menschen. Umso wichtiger wäre es, den Kontakt mit den Nachbarn zu halten, auf einen Kaffee vorbeizugehen, sich – immer im richtigen Rahmen – bei anderen in Erinnerung zu rufen.

Es ist kein Naturgesetz, dass ältere Menschen eher psychisch krank werden. Sie sind einfach eine gefährdete Gruppe. Dagegen muss man angehen. Vor allem sie selbst.



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