2022 sind die Bedingungen besser

Lohnen sich freiwilligen Beiträge in die Altersvorsorge?
Lohnen sich freiwilligen Beiträge in die Altersvorsorge? - (Bild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay)
Selbstständige, Hausmänner oder -frauen, Beamte und Frührentner können mit freiwilligen Beiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung vorsorgen.

Aber auch pflichtversicherte Angestellte dürfen damit unter bestimmten Voraussetzungen ihr Altersruhegeld aufstocken. 2022 lohnen sich diese Ein- und Nachzahlungen besonders.

2022 gibt es höhere Rentenansprüche

Um mit freiwilligen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung fürs Alter vorzusorgen, müssen nicht-pflichtversicherte Personen einen Antrag stellen. Wie viel sie anschließend monatlich einzahlen, entscheiden sie in einem vorgegebenen Rahmen selbst: Sie haben die Wahl zwischen Beiträgen in Höhe von 83,70 Euro und bis zu 1311,30 Euro.

2022 lohnt sich diese Investition in die eigene Zukunft besonders. Das liegt an der schwachen Lohnentwicklung, die für günstigere Bedingungen bei den Einzahlungen sorgt. Das heißt, dass derselbe Betrag 2022 mehr für die spätere Rente bringt als im Vorjahr. Beispiel: Wer 2021 insgesamt 1.200 Euro freiwillig eingezahlt hat, erhöhte seinen monatlichen Rentenanspruch um 5,31 Euro. 2022 bringen ihm diese 1.200 Euro immerhin ein Plus von 5,67 Euro. Deshalb rät die Stiftung Warentest künftigen Rentnern, im laufenden Jahr so viel wie möglich freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse zu stecken.

Dieser Tipp gilt auch für gesetzlich Rentenversicherte: Wer jünger als 45 Jahre ist, kann Beiträge für seine nicht-angerechnete Schul-, Studium- und Ausbildungszeit nachzahlen und so seine Altersbezüge erhöhen. Über 50-Jährige haben ebenfalls die Möglichkeit, mit eigenen Geldspritzen die Rente aufzustocken.

Gesetzliches Standardprogramm oder private Altersvorsorge?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn es spielen zu viele individuelle Faktoren bei der Berechnung eine Rolle: unter anderem Einkommenshöhe, Art der Krankenversicherung, Steuerlast und Lebensdauer. So müssen gesetzlich Krankenversicherte elf Prozent ihrer Rente für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung aufwenden. Außerdem werden auf die Rente Steuern fällig, wenn auch nicht so viel wie auf das frühere Einkommen.

Das bedeutet: Je höher die Rente ausfällt, desto mehr Abgaben und Beiträge können davon abgehen. Deswegen ist es eine komplexe Rechnung, ob und für wen freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder in die private Altersvorsorge günstiger sind.

Für Selbstständige lohnt es sich mehr als für Beamte

Die freiwilligen Beiträge sind als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Davon profitieren beispielsweise Selbstständige stärker als Beamte und Hausmänner oder -frauen. Erstere können über 40 Prozent ihrer Beiträge absetzen, Letztere über 30 Prozent.

Für Frührentner fällt der steuerliche Vorteil abhängig vom Renteneintrittsalter und den Versicherungsjahren in der Regel niedriger aus. Außerdem gilt bei Vorsorgeaufwendungen: Höhere Beitragszahlungen lohnen sich meist mehr für Menschen, die viele Steuern zahlen. Und das ist eher während der Berufstätigkeit der Fall.

Trotz der höheren Rentenansprüche im Jahr 2022 und der Steuervorteile ist die freiwillige Versicherung also nicht für jede Person die optimale Altersvorsorge. Da viele Faktoren in die Berechnung einfließen und es zudem um viel Geld geht, ist es sinnvoll, sich von einem Steuer- oder Finanzexperten beraten zu lassen – zum Beispiel bei einem Lohnsteuerhilfeverein oder von Finanzdienstleistern wie tecis.

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