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Depressionen: Sind die Wechseljahre Schuld?

Und da ist es wieder, das plötzliche Hitzegefühl, das einen übermannt und den ganzen Körper überflutet. Hitzewallungen sind eines von zahlreichen Symptomen, mit denen Frauen in den Wechseljahren zu kämpfen haben können. Doch es gibt nicht nur körperliche Beschwerden – die Wechseljahre können sich auch auf die Psyche auswirken.

Sind die Wechseljahre womöglich Grund für eine Depression?

Die Wechseljahre: Übergangsphase in einen neuen Lebensabschnitt


Während der Wechseljahre befindet sich der Körper der Frau in einem permanenten hormonellen Umstellungsprozess, der sich in drei Etappen unterteilen lässt: der Prämenopause, der Menopause und die Postmenopause. Mit der Menopause (letzte Menstruationsblutung) endet die fruchtbare Phase. Wann dieser Punkt eintritt, ist bei jeder Frau unterschiedlich. Während manche noch einmal schwanger mit 50 werden, findet bei anderen bereits keine Reifung von Follikeln (Hülle der heranreifenden Eizellen) in den Eierstöcken mehr statt.

Wie äußern sich die Wechseljahre?

Etwa ab dem 45. Lebensjahr wird immer weniger des wichtigen weiblichen Geschlechtshormons Östrogen produziert, das zahlreiche Körperfunktionen und Stoffwechselvorgänge regelt. Ein weiterer positiver Aspekt der Östrogene ist: Sie wirken allgemein stimmungsaufhellend. Durch die Östrogenabnahme in den Wechseljahren kann das seelische Gleichgewicht somit gehörig ins Wanken geraten. Das Weniger an Östrogen hat somit sowohl Einfluss auf die Psyche, als auch auf den Körper.

Für die auftretenden Wechseljahresbeschwerden verwenden Mediziner folgenden Begriff: Klimakterisches Syndrom. Ein Drittel aller Frauen belastet es stark, ein Drittel weniger stark, ein Drittel kaum.  Typische Symptome sind Zyklusschwankungen, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Harnwegsbeschwerden und Stimmungsschwankungen.

Wechselbad der Gefühle: Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren

Frauen in den Wechseljahren können mit Stimmungsschwankungen beziehungsweise depressiven Verstimmungen auf die Veränderungen, die ihr Körper mitmacht, reagieren. Trotz allem muss eines klargestellt werden: Allein aufgrund der hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre entsteht keine Depression. 

Zu den hormonellen Umwälzungen kommen die äußeren Lebensumstände und psychosoziale Faktoren, die letztendlich dann in der Kombination eine Depression begünstigen können. Es gibt Frauen in den Wechseljahren, die der Verlust ihrer Fruchtbarkeit und die Erkenntnis, keine Kinder mehr bekommen zu können, besonders schmerzt. Vor allem dann, wenn der Kinderwunsch jahrelang unerfüllt geblieben ist.

Nicht selten mischen sich in diese Lebensphase Zukunfts- und Verlustängste, welche die Frauen als enorme Belastung empfinden: Sie befürchten, die jüngeren Kolleginnen könnten ihnen im Job den Rang auflaufen, sie fühlen sich nicht mehr attraktiv genug für den Partner, die eigenen Kinder sind längst aus dem Haus – kurzum: Sozialer Halt, Anerkennung und erfüllende Aufgaben fehlen. 

Auch anhaltende körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen können sich negativ auf die Gemütslage und Psyche der Frauen in den Wechseljahren auswirken und Niedergeschlagenheit und Gereiztheit auslösen.

Die perimenopausale Depression

In und nach den Wechseljahren berichten viele Frauen über Symptome der perimenopausalen Depression. Motivation und Antrieb fehlen, die Phase ist geprägt von leichter Erschöpfbarkeit, Grübelneigung und einer gedrückten Grundstimmung. 

Um ein Stimmungstief von einer Depression zu unterscheiden, sprechen Mediziner grundsätzlich dann von einer Depression, wenn die Symptome seit mindestens zwei Wochen bestehen.  Depressionen können sehr unterschiedlich in ihrer Ausprägung sein. Ob eine leichte, mittelschwere oder schwere Depression vorliegt, wird an der Anzahl der Hauptsymptome (zum Beispiel depressive, gedrückte Stimmung oder Interessensverlust und Unfähigkeit, Freude zu empfinden) und Zusatzsymptome (zum Beispiel vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schlafstörungen oder Gefühle von Wertlosigkeit) gemessen. 

Insgesamt jedoch kommen Depressionen bei Frauen in den Wechseljahren mit etwa zehn Prozent nicht häufiger vor als in anderen Lebensabschnitten. 

Suchen Sie sich professionelle Hilfe bei Depressionen in den Wechseljahren

Frauen, die unter mittelschweren oder schweren Depressionen leiden, ist anzuraten, sich professionelle Hilfe zu suchen. Psychologische Beratung oder Psychotherapie unterstützen dabei, einen Weg aus der Depression zurück ins Leben zu finden. Der Arzt kann zudem aufklären über eine medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka oder eine Kombination aus Hormontherapie und Antidepressiva.

Was sonst noch hilft bei Stimmungsschwankungen und Depressionen in den Wechseljahren

Sicher, sich an die körperlichen Veränderungen in den Wechseljahren zu gewöhnen, kann ein bisschen dauern. Doch mit den Wechseljahren beginnt auch eine spannende Zeit, in der Frauen frei sind für neue Möglichkeiten und Interessen, die sie womöglich bis jetzt immer zurückgestellt haben, sei es zugunsten des Jobs, der Kinder oder sonstiger sozialer und familiärer Verpflichtungen.

Rufen Sie sich ins Gedächtnis, dass nun Sie an der Reihe sind und Ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Gönnen Sie sich und Ihrem Körper etwas Gutes: Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft, probieren Sie Entspannungsübungen aus und lassen Sie fast in Vergessenheit geratene Hobbys und Interessen neu aufleben.



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