Hormonersatztherapie während der Menopause

Hormonersatztherapie während der Menopause
Die Produktion von Sexualhormonen im menschlichen Körper ist um das zwanzigste Lebensjahr herum am höchsten, danach verringert sie sich stetig. Schwankende Hormonspiegel sind im Klimakterium (Wechseljahre der Frau) zu verzeichnen, ein dauerhaft stark reduzierter Hormonspiegel in der Menopause nach dem endgültigem Ausbleiben der Menstruation. Dadurch können starke Beschwerden verursacht werden.

Hier gibt es die Möglichkeit, Hormone, die der Körper nicht mehr selber produziert, über Medikamente zuzuführen - diese Hormonersatztherapie kann Wechseljahrbeschwerden lindern oder beseitigen. 

Die Ersatztherapie wird individuell auf den Gesundheitszustand und die momentane, hormonelle Situation der Frau angepasst. Möglich ist eine alleinige Therapie mit dem weiblichen Hormon Östrogen oder eine Kombinationstherapie mit dem männlichen Hormon Progesteron oder Gestagen. 

Die Darreichungsformen sind vielfältig: Hormone können über Gel, Creme, Pflaster, Implantat, Tabletten oder Zäpfchen verabreicht werden. Ziel dieser Therapie ist nicht, die naturbedingt nachlassende Hormonproduktion wieder auf Jugend-Niveau anzukurbeln, sondern nur auftretenden Wechseljahr- und Menopausen-Beschwerden entgegen zu wirken - das Motto sollte sein: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. 

Ist die Hormonersatztherapie eine neue medizinische Errungenschaft?
Die Hormonersatztherapie ist fast so alt wie die "Pille" - also ungefähr 50 Jahre. Seitdem wurde viel geforscht und die Therapie enorm weiterentwickelt und verfeinert. 

Die ursprüngliche Idee war, fehlende Hormone angenehm als Medikament einzunehmen, um verstärkt auftretende Krankheiten in der Menopause, wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Osteoporose, zu verhindern. Theoretisch hätte das Krankheitsrisiko bei Dauereinnahme der Sexualhormone sinken müssen. 

Praktisch ist das aber keineswegs der Fall, dafür sind aber die Auswirkungen der Hormonersatztherapie im Lauf der Jahrzehnte klar zu Tage getreten. Der Vorteil ist, dass die Patientinnen heute sehr viel Informationen zur Verfügung haben, die ihnen hilft, eine für sie richtige Entscheidung zu treffen.

Warum wird die Hormonersatztherapie in der Menopause angewandt?
Bei vielen Frauen treten die typischen seelischen und körperlichen Beschwerden auf, die die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sehr beeinträchtigen können. Es kann zu Schlafstörungen, Verlust des Sexualverlangens, chronischer Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, vermehrter Reizbarkeit, depressiven Verstimmungen oder Ängstlichkeit kommen. 

Der Körper verändert sich manchmal stark in eine unerwünschte Richtung: Haarausfall, Gewichtszunahme, schlaffe Haut, übermäßige Blutungen, Scheidentrockenheit, vermehrte Neigung zu Blasenentzündungen und zunehmende Blasenschwäche. Schmerzen und Spannungsgefühl in der Brust, Schwindel, Herzrasen und Hitzewallungen mit sehr starken Schweißausbrüchen sind möglich. 

Ein starker Hormonmangel kann langfristig auch negative Auswirkungen auf den Blutdruck, die Blutfettwerte, das Herz-Kreislauf-System und die Knochendichte haben. Je nach individuellem Leidensdruck der Frau kann eine Hormonersatztherapie ins Auge gefasst werden.

Ist diese Therapie wirklich hilfreich?
Bei extremen Beschwerden in der Menopause, die durch einen zu schnellen Hormonabfall in sehr kurzer Zeit ausgelöst werden, kann eine Hormonersatztherapie in kürzester Zeit sämtliche Beschwerden beseitigen. Leider ist die Hormontherapie ein starkes Geschütz, das unerwünschte Nebenwirkungen aufzeigen kann. 

Bei leichteren bis mäßigen Beschwerden kann die Naturheilkunde nebenwirkungsfreie Hilfe bringen: hier stehen östrogen- oder progesteron-ähnliche Pflanzenwirkstoffe zur Verfügung, die zum Beispiel in Verbindung mit Homöopathie oder Schüssler-Salzen eine ausreichende Beschwerdefreiheit bewirken können.

Vor- und Nachteile der Hormonersatztherapie
Ein unschlagbarer Vorteil der Hormontherapie ist das schnelle Einsetzen einer positiven Wirkung und die damit verbundene sofortige Verbesserung der Lebensqualität. 

Angesichts der gravierenden Nebenwirkungen wie deutlich erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko kommt die Hormonersatztherapie nicht für jede Frau in Frage: bei Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) oder nach einer Thrombose oder Embolie ist die Therapie nicht geeignet. 

Die Hormonersatztherapie steht auch im Verdacht Brustkrebs zu fördern. Langzeit-Studien wurden schon vorsichtshalber vor der Beendigung abgebrochen, weil bei den Teilnehmerinnen erhöhte Brustkrebs-Raten aufgetreten sind. Nach Krebserkrankungen oder wenn eine Frau unter unklaren genitalen Blutungen leidet darf diese Therapie nicht angewendet werden. Die Patientin sollte sich mit der Entscheidung Zeit lassen und sich gut informieren, um ihr persönliches Risiko richtig einschätzen zu können.


Abonnieren Sie die besten Tipps und Angebote im wöchentlichen Newsletter.

      Tolle Preise gewinnen