Schweißausbrüche – Ursachen und Tipps!

Schweissausbrücke, Wechseljahre

Es gibt viele Gründe für Schweissausbrüche

Was der Mediziner Hyperhidrose nennt, kennen Sie vielleicht als unangenehmes Phänomen Ihres Alltags: Schweißausbrüche. Die Ursachen sind vielfältig. Was Sie tun können gegen einen Schweißausbruch, verrät Ihnen dieser Artikel.

Welche Ursachen haben Schweißausbrüche?

Gerade reifere Frauen blättern schnell in einem Ratgeber für die Wechseljahre, wenn sie unter Schweißausbrüchen leiden. Die Ursachen können jedoch auch ganz woanders liegen. So kommen etwa folgende Auslöser in Frage:

  • Übergewicht
  • Vererbung
  • Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel Diabetes
  • Hormonstörungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion
  • Krebserkrankungen, beispielweise Lymphdrüsenkrebs oder Leukämie
  • Neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, zum Beispiel Betablocker (Herz-Kreislauf-Mittel)
  • Psychische Faktoren wie innere Anspannung, Aufregung oder Nervosität

Von einem solchen Schweißausbruch können bestimmte Körperregionen wie Achseln, Handflächen oder Füße betroffen sein oder Sie schwitzen am ganzen Körper vermehrt.

Hausmittel gegen Schweißausbrüche

Im Alltag helfen mitunter schon kleine Anpassungen gegen Schweißausbrüche oder mindern zumindest deren Intensität. Luftige, dem Wetter angepasste Kleidung (Stichwort Zwiebellook), gut belüftetes Schuhwerk oder gleich Barfuß laufen helfen dem Körper bei der Temperaturregulierung. Meiden Sie beim Essen sehr scharfe und fettige Speisen sowie Alkohol und Kaffee, auch das kann das Schwitzen reduzieren. Sie haben ein paar Pfund zu viel? – Dann versuchen Sie etwas Körpergewicht abzunehmen. Außerdem können Sie die Temperaturregulation Ihres Körpers trainieren, etwa mit regelmäßigem Sport, Saunagängen und Wechselduschen.

Die Naturapotheke kennt weitere Mittel gegen Schweißausbrüche, darunter Salbei, Traubensilberkerze und bei Anspannung beruhigende Kräuter wie Baldrian, Melisse oder Lavendel. Ist seelische Anspannung die Ursache für Ihre Schweißausbrüche, sind Entspannungstechniken eine wirksame Hilfe. Diese Techniken verringern auch in den Wechseljahren starkes Schwitzen.

Bei der Körperpflege können Sie die Kraft der ätherischen Öle nutzen. Rose, Zypresse, Citronella und Salbei helfen als Zusatz zu Bädern, in Ihrem Duschgel oder in der Körpercreme. Lemongras und Teebaumöl reduzieren das Transpirieren besonders an den Füßen.

Reicht die Kraft der Pflanzenstoffe nicht aus, besteht die Option, auf Antitranspirantien (Schweißhemmer) zurückzugreifen, um einen Schweißausbruch einzudämmen. Die gibt es in Form von Deosprays oder Roll-ons, aber auch als Pulver oder Stick.

Was tun Ärzte gegen Schweißausbrüche?

Erreichen Sie mit Hausmitteln keine Besserung, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Sind Erkrankungen als Ursache für die Schweißausbrüche von ihm ausgeschlossen worden, kann er Ihnen Medikamente gegen das Schwitzen, sogenannte Antihidrotika, verschreiben. Ist die Psyche die vermutete Ursache, bekommen Sie eventuell Beruhigungsmittel oder spezialisierte Psychopharmaka.

Ebenfalls bewährt hat sich die Leitungswasser-Iontophorese: Schwacher Strom wird durch feuchte Elektrodenpads oder Wasserbäder auf die betroffenen Bereiche geleitet. Das hilft also vor allem dann, wenn Sie nur an bestimmten Körperregionen verstärkt schwitzen. Das Wirkungsprinzip dieser Behandlung ist noch nicht vollends geklärt. Es wird vermutet, dass sich der Strom auf die schweißbildenden Zellen auswirkt und die Produktion runterreguliert. Der Erfolg der Therapie hält nicht für immer und so muss die Iontophorese-Behandlung immer wieder durchgeführt werden.

Was Sie vielleicht aus der ästhetischen Medizin kennen, ist auch eine starke Waffe gegen Schweißausbrüche: Botulinumtoxin, kurz Botox. Es hemmt die Schweißdrüsen und verhindert so vermehrtes Schwitzen oder einen Schweißausbruch direkt da, wo er entsteht.

Als letztes Mittel kann der Mediziner Ihnen sogar eine Operation empfehlen. Je nach Befund entfernt der Operateur dabei die Schweißdrüsen einzelner Körperregionen oder durchtrennt Nerven, die starkes Schwitzen stimulieren.

 Schweißausbruch – Wann sollte ich unbedingt zum Arzt?

Wenn Sie öfter einen Schweißausbruch haben und Sie selbst keine erkennbare Ursache finden, ist der Gang zum Mediziner ratsam. Das gilt auch bei unerklärlichem Nachtschweiß. Ist das Schwitzen Folge hohen Fiebers, sollten Sie ebenfalls zum Arzt.

Ein Schweißausbruch kann sogar ein Fall für den Notarzt sein. Ist Ihnen beim Schwitzen schwindlig oder verlieren Sie gar das Bewusstsein, muss es schnell gehen. Denn auch ein Schock geht mitunter mit einem Schweißausbruch einher. Begleitet wird dieser kalte Schweiß dann meist von kühler, fahler Haut, Unruhe und Benommenheit. Auch dann sollten Sie die 112 rufen.



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