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Wohnrecht im Alter: Das sollten Sie beachten

Bildrechte: Flickr House on pile of Money Images Money CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Statistiken zufolge will die Mehrheit der Eigenheimbesitzer über 50 ihre Rente im eigenen Haus verbringen. Doch was passiert mit dem Haus, wenn das Leben im Eigenheim aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr möglich ist?

Hier zeigen Umfragen, dass sich die meisten Immobilienbesitzer eine Übernahme des Hauses durch die eigenen Kinder wünschen.

Die Schenkung kann dabei zum einen die Erbschaftssteuer sparen und gibt Hausbesitzern zum anderen die Sicherheit, dass das Haus nicht ungewollt beim Notar landet. Doch wer die Immobilie weiterhin bewohnen möchte, sollte sich rechtlich absichern, da die Übertragung des Eigentums auch Risiken birgt. Ein Überblick.

Wohnrecht - was ist das?

Wenn Sie Ihr Haus frühzeitig an die Kinder verschenken, geben Sie mit der Schenkung einen großen Teil Ihres Vermögens ab. Damit Sie jedoch Ihre finanzielle Unabhängigkeit nicht verlieren, ist es wichtig, die Schenkung an gewisse Bedingungen zu binden. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, die Schenkung des Hauses mit einem lebenslangen Wohnrecht zu verknüpfen. Das Wohnrecht sichert einer Person zu, trotz Schenkung oder Verkauf des Hauses bis zu einem vereinbarten Zeitpunkt - oder auch bis ans Lebensende - dort kostenfrei zu leben. So verändert sich zwar das Eigentumsverhältnis, doch Sie können weiterhin in dem Haus bleiben.

Wenn Sie Ihr Eigentum abgeben und mit dem Beschenkten lebenslanges Wohnrecht vereinbaren, verändern sich auch Ihre Rechte und Pflichten - und nicht etwa nur zu Ihrem Nachteil. So müssen Sie sich zum Beispiel als Bewohner nicht mehr um Sanierungskosten oder größere Instandhaltungsmaßnahmen kümmern, da diese vom Eigentümer getragen werden müssen. Ebenso vorteilhaft ist, dass der Beschenkte Ihnen das lebenslange Wohnrecht nicht ohne weiteres entziehen oder kündigen kann, da es hierfür immer auch Ihrer Zustimmung bedarf. Bevor Sie jemandem das Haus schenken und Wohnrecht einfordern, sollten Sie auch dem Beschenkten genug Zeit einräumen, sich über die Rechte und Pflichten als Hauseigentümer sowie über das Wohnrecht umfassend zu informieren.

Auch im Seniorenheim vom Wohnrecht profitieren

Eine große Frage, die Sie ebenfalls nicht außer Acht lassen sollten: Was passiert, wenn Sie irgendwann doch ins Seniorenheim müssen? Hier raten Rechtsanwälte dazu, das Wohnrecht mit einer Pflegevereinbarung zu kombinieren. So können Sie beispielsweise einen Vertrag schließen, der besagt, dass der Beschenkte im Bedarfsfall die Pflege beziehungsweise die Pflegekosten übernimmt.

Eine weitere Alternative stellt das Nießbrauchrecht dar, das über das reine Wohnrecht hinausgeht. Als Nutznießer stehen Ihnen nämlich die Erlöse zu, wenn die Immobilie weitervermietet wird - etwa nach Ihrem Umzug in eine Seniorenresidenz. Der Vorteil: Sie können die Mieteinnahmen beispielsweise dazu nutzen, die Pflegekosten zu bezahlen. Generell gilt aber: Lassen Sie sich vor solch einer Entscheidung bei einem Fachanwalt oder Notar beraten.

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