50 PLUS GESUNDHEIT

Durch Regeneration und (geistige) Aktivität Demenz frühzeitig vorbeugen


Demenz - eine weit verbreitete Krankheit

Weltweit leiden ca. 0,5 bis 1 % aller 60- bis 64-jährigen an Demenz. Für Frauen ist das Risiko, an Demenz zu erkranken, sogar noch höher als für Männer; statistisch gesehen liegt das Verhältnis etwa bei 3:2. Allein in Deutschland erkranken mehr als 1,4 Millionen Menschen an Demenz.

Die häufigste Demenzursache ist die Alzheimer-Krankheit, von der etwa 60 % betroffen sind. 15 % aller Demenzerkrankungen sind die Folge einer Mischform aus der Alzheimer-Krankheit und einem vaskulären Hirnschaden. Bei weniger als 15 % ist die Erkrankung ausschließlich die Folge eines vaskulären Schadens. Andere Gründe für eine Demenzerkrankung (ca. 10 %) sind z. B. eine frontotemporale Lobärdegeneration, Lewy-Körperchen oder auch eine Parkinson-, Huntington- oder HIV-Erkrankung.

„Die adrette Person mit den rosigen Wangen ist meist der Demente, die bleiche, geplagte Person ist der überlastete (gesunde) Partner.“ heißt es im Alzheimerforum, einer Initiative für Angehörige von Alzheimerpatienten. Denn in der Regel sind es die Angehörigen, die den Leidensdruck einer Demenzerkrankung am deutlichsten spüren. Es sind vor allem die emotionalen Veränderungen Demenzbetroffener und weniger die kognitiven Defizite, unter denen die Angehörigen der Betroffenen besonders stark leiden. Meistens sind sie schon froh, wenn die Betroffenen sie von einer zur nächsten Begegnung wiedererkennen.

Der geistige Verfall der Betroffenen hat deshalb nicht nur körperliche und emotionale, sondern vor allem auch psychische und zuweilen wirtschaftliche Konsequenzen – für Betroffene und Angehörige. Insbesondere die psychischen Folgen sind mindestens so belastend wie vielfältig. Meist handelt es sich um „jahrzehntelang eingespielte Partnerschaften“, die aus dem Gleichgewicht geraten. Unter Geschwistern entstehen oft Meinungsverschiedenheiten darüber, wer welches Maß an Verantwortung für die Pflege des Betroffenen übernimmt.

Die Doppelbelastung durch Pflege und Berufstätigkeit ist enorm und steigt zunehmend an. Bisweilen leiden auch die sozialen Netzwerke darunter. Es herrschen permanent Anspannung, Enttäuschung und Perspektivlosigkeit. Forscher haben jedoch ermittelt, dass die Demenz-Risikogruppe (60+) bei Weitem nicht so aussichtslos ihrem Schicksal ausgeliefert ist wie oftmals angenommen. Es gibt Möglichkeiten, einer Demenzerkrankung vorzubeugen bzw. sie zumindest hinauszuzögern. Nachstehend seien die drei praktikabelsten Präventionsmöglichkeiten genannt.



Schlaf
Die wohl praktikabelste und zugleich erholsamste Präventivmaßnahme gegen Demenz ist Schlaf. Schlaf ist für die physische und mentale Regeneration des Menschen unabdingbar. Nur, wenn wir regelmäßig ausreichend schlafen, sind und bleiben wir leistungsfähig. Dies bezieht sich auf körperliche ebenso wie auf geistige Leistungen. Schlafstörungen gehen in der Regel mit einem Schlafmangel einher und belasten nicht nur das Gemüt, sondern können nachweislich auch zu Alzheimer führen. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass sich neurotoxische Beta-Amyloide in Gehirn und Blutgefäßen ablagern.

Da diese neben dem Down-Syndrom vor allem im Zusammenhang mit Alzheimererkrankungen auftreten, werden sie auch als senile Plaques bezeichnet. Je stärker der Schlafentzug ist, desto mehr Plaques bilden sich. Schlafstörungen haben also nicht nur akute, sondern auch langfristige Folgen und sollten daher schnellstmöglich behandelt werden. Aber Vorsicht! Auch zu viel Schlaf kann die Entwicklung von Demenzkrankheiten begünstigen. Denn zu viel Schlaf hat einen ähnlichen Effekt wie Schlafstörungen. In einer dreijährigen Studie des Universitätsklinikums 12 de Octubre in Madrid stellte sich bei mehr als 5 % der „Langschläfer“ (mehr als neun Stunden Schlaf) eine Demenz ein.

Geistige Aktivität
Ein besonders wirksames Mittel zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen ist überdies geistige Aktivität. Wer sein Gehirn regelmäßig fördert und fordert, senkt das Risiko, später an Demenz zu erkranken. Selbst bis weit ins Rentenalter helfen kreative Tätigkeiten, kulturelle Aktivitäten und mathematische Denkspiele dabei, das eigene Gehirn fit zu halten. Kreative Tätigkeiten, wie z. B. das Schreiben oder Malen, kulturelle Aktivitäten, wie etwa das Ansehen eines klassischen Theaterstücks, und auch mathematische Denkspiele, wie z. B. Sudoku oder auch virtuelle Karten- und Glücksspiele, regen den Stoffwechsel des Gehirns an und fördern die Bildung neuer Synapsen. Viele Sudoku-Spiele wie "Big Bad Sudoku Book" sind mittlerweile auch als App verfügbar und können direkt auf das Handy oder Tablet geladen werden. Bei Sudoku geht es, darum die Zahlenreihen in einem Zahlengitter zu vervollständigen. Dabei dürfen die Ziffern 1 bis 9 nur einmal in jeder Zeile bzw. Spalte vorkommen.

Um Zahlen geht es auch bei der Online-Version des Casino-Klassikers Blackjack. Beim Blackjack spielt man nicht gegen andere Spieler, sondern gegen den Croupier. Ziel des Spiels ist es, insgesamt 21 Punkte (in Form von Spielkarten) auf der Hand zu haben. Jede Karte hat einen bestimmten Wert. Die geistige Herausforderung besteht neben dem mathematischen Anspruch vor allem darin, die eigenen Chancen realistisch einzuschätzen und den richtigen Moment für die Auflösung zu erwischen. Die Vielfalt an möglichen Spielzügen, etwa durch einen Split (Aufteilung der Hand auf zwei Hände) oder eine Verdopplung (Verdoppelung des Einsatzes durch Verdoppelung der Hand), macht das Spiel besonders kniffelig. Wie man an den Beispielen sieht, erfordert geistige Aktivität nicht viel Aufwand oder Planung; Gehirntraining kann auch sehr leicht in den Alltag integriert werden.

Körperliche Aktivität
Für den ein oder anderen mag dies unwahrscheinlich klingen, aber auch körperliche Aktivität fördert die Entwicklung des Gehirns. Bereits regelmäßiges Spazierengehen reduziert das Demenzrisiko um 25 %. In einer Metaanalyse über die Auswertung von 16 prospektiven Studien wurde bei 163.797 Probanden der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Demenzerkrankungen untersucht. Dabei konnte ermittelt werden, dass bereits eine täglich zurückgelegte Strecke von zwei bis vier Kilometern das Demenzrisiko signifikant reduziert. Personen, die seit mindestens zehn Jahren wöchentlich bis zu 15 Kilometer zurückgelegt hatten, hatten neun Jahre später mehr graue Hirnsubstanz.

Bei einer weiteren Untersuchung wurde vier Jahre später ermittelt, dass diese Personen geistig „fitter“ waren als andere Probanden, insbesondere, wenn sie mehr Hirnsubstanz im präfrontalen Cortex, im Hippocampus und/oder im Motorcortex aufgebaut hatten. Die positive Wirkung körperlicher Aktivität auf das Gehirn sei laut dem Neurologen Paul Thompson vor allem durch die verbesserte Durchblutung bedingt. Zudem komme es durch die Bewegung vermehrt zur Ausschüttung von Botenstoffen, die die Bildung neuer Synapsen im Gehirn begünstigen. Die neuen Nervenverbindungen haben teilweise sogar die Fähigkeit, das Gehirn bis zu einem gewissen Grad zu regenerieren.


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