50PLUS – GESUNDHEIT

Warum zuviel Fernsehen im Alter schadet


50plus: Machen Sie mal Pause vom Fernsehen und stattdessen eine Fahrrad-Tour.

Wie viel Bewegung nötig ist, um das Sitzen vor dem Fernseher auszugleichen und wann der TV-Konsum am schädlichsten ist, haben amerikanische Forscher herausgefunden, wie «nachrichten.at» schreibt.

Kinder sollten nicht zu viel fernsehen, sagt man. Doch auch ältere Menschen tun gut daran, ihren Fernsehkonsum aufmerksam zu beobachten und gegebenenfalls einzuschränken. Viel zu sitzen, vor allem bei wenig Bewegung, gilt als ein zentraler Risikofaktor für viele gesundheitliche Beschwerden.

Mit fortschreitendem Altern wird dieser Bewegungsmangel offenbar besonders kritisch. Davor warnen amerikanische Forscher, die über einen Zeitraum von rund zehn Jahren körperliche Aktivität und Gesundheitszustand von mehr als 130'000 Frauen und Männern der Generation 50plus analysiert haben.

Wer in diesem Alter mehr als fünf Stunden täglich vor dem Fernseher verbringt, läuft Gefahr, innerhalb weniger Jahre Probleme mit dem Laufen zu bekommen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Journal of Gerontology: Medical Sciences". Und körperliche Aktivität kann diesen negativen Auswirkungen nur bedingt entgegenwirken.

Auffallend schädlich scheint dabei das Fernsehen in den Abendstunden zu sein. Ein möglicher Grund dafür ist, dass man gerade abends lange am Stück intensiv fernsieht, ohne wenigstens kleine Pausen mit Bewegung einzulegen.

"Um in zunehmendem Alter aktiv und gesund zu bleiben, muss man sich mehr bewegen und weniger sitzen - den ganzen Tag lang - jeden Tag", rät Loretta DiPietro von der George Washington University. "Längere Zeit rumzusitzen und fernzusehen, insbesondere am Abend, ist eine der gefährlichsten Sachen, die ältere Menschen tun können, weil sie anfälliger für die Schädigungen durch körperliche Inaktivität sind."

Da hilft selbst Bewegung nichts

DiPietro und ihre Kollegen hatten die Daten von 50- bis 71-Jährigen analysiert, die an einer grossen Ernährungs- und Gesundheitsstudie teilnahmen. Sie ermittelten zu Beginn der Studie Mitte der 1990er Jahre unter anderem den Fernsehkonsum der damals gesunden Probanden sowie deren körperliche Aktivitäten, etwa sportliche Betätigung, Garten- oder Hausarbeit.

Nach zehn Jahren prüften die Forscher, wie mobil die Teilnehmer noch waren. In dieser Zeit hatte beinahe ein Drittel Schwierigkeiten beim Gehen entwickelt oder sogar gänzlich die Fähigkeit eingebüsst zu laufen. Das berichtet die Plattform "wissenschaft-aktuell". Egal wie viel sich jemand bewegte - längere Fernsehzeiten hingen immer mit vermehrten Beschwerden zusammen.

Im Detail stellten die Wissenschaftler fest: Mehr als fünf Stunden täglich fernzusehen, geht - verglichen mit einem Fernsehkonsum von weniger als zwei Stunden am Tag - mit einem um 65 Prozent erhöhten Risiko einher, im Laufe der Zeit unter Bewegungseinschränkungen zu leiden.

In Kombination mit wenig Bewegung verstärkt sich dieser Effekt noch weiter. Erst relativ starke körperliche Aktivität scheint den Beeinträchtigungen durch langes Sitzen entgegenzuwirken.

Sieben Stunden Sport pro Woche

Wer sich mindestens sieben Stunden pro Woche körperlich betätigt, bei dem ist tägliches Sitzen von unter sechs Stunden nicht mehr mit körperlichen Einschränkungen verbunden. Die körperliche Aktivität zu erhöhen, scheint dabei insgesamt ein stärkeres Gewicht zu haben als allein das Sitzen einzuschränken. Denn von diesen sehr aktiven Personen entwickeln selbst diejenigen, die länger als sieben Stunden täglich im Sitzen verbringen, seltener Gehbehinderungen als jene, die zwar weniger als drei Stunden täglich sitzen, jedoch mit unter drei Stunden Bewegung in der Woche auch deutlich weniger aktiv sind. Dabei sind drei Stunden Bewegung in der Woche eigentlich schon eine solide Basis. Zum Vergleich: Gängige Empfehlungen für ein Mindestmass an Bewegung liegen bei rund 150 Minuten in der Woche. Auch frühere Studien legten bereits nahe, dass langes Sitzen ein Gesundheitsrisiko darstellt - und zwar auch für ältere Menschen, die eben diese Empfehlung von 150 Minuten wöchentlich erfüllen.

TIPP: Zeit im Sitzen reduzieren

Das Besondere an der Studie von DiPietro und ihren Kollegen ist jedoch, dass sie die Entwicklung Einzelner über einen Zeitraum von zehn Jahren verfolgten und dass sie den kombinierten Einfluss von beidem berücksichtigt haben, von Sitzen und Bewegung. "Fernsehen ist ein enormer Risikofaktor für Gebrechlichkeit im Alter", sagt DiPietro. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ältere Menschen, die fit bleiben wollen, die tägliche Bewegung intensivieren und die Zeit, die sie im Sitzen verbringen, reduzieren müssen."


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