Akupunktur - Kann chinesische Medizin helfen?

Akupunktur - Kann chinesische Medizin wirklich helfen?
Was passiert bei einer Behandlung? (Bild iStock)
Akupunktur klingt für viele beängstigend. Wie kann das Einstechen von Nadeln in die Haut zu einer Verbesserung der Gesundheit führen? Schauen wir einmal genauer hin.

Die Vorstellung, dass Nadeln in den Körper eindringen, mag erschreckend erscheinen. Tut das denn nicht weh? Doch einige Menschen schwören auf diese Behandlung und bezeichnen sie als "Wunder" zur Verbesserung ihrer Lebensqualität. Mit diesem Verfahren lässt sich angeblich alles behandeln, von Depressionen, Migräne und Allergien bis hin zu morgendlicher Übelkeit und Krämpfen. Die in der Praxis verwendeten Nadeln sind extrem dünn und werden nur an verschiedenen Bereichen des Körpers bis zu einer bestimmten Tiefe platziert. Das führt zu der Frage, was genau diese Behandlung eigentlich ist und wie diese Heilkunst wirkt.

Was ist Akupunktur?

Dieses Heilverfahren basiert auf der alten chinesischen Medizin. Es wird seit buchstäblich Tausenden von Jahren zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt. Dabei werden die Nadeln an bestimmten Punkten in die Haut gestochen. Diese minimal invasive Methode wird zur Stimulierung  nervenreicher Bereiche der Hautoberfläche eingesetzt, um Organe, Gewebe, Drüsen und verschiedene Körperfunktionen zu beeinflussen.

Die Nadeln erzeugen an der Einstichstelle eine winzige Verletzung. Die Verletzung ist leicht genug, um keine Beschwerden zu verursachen. Sie ist aber ein ausreichendes Signal, um den Körper zu einer Reaktion zu veranlassen. Eine Reaktion, die dass Immunsystem und die Durchblutung des Bereiches stimuliert und eine Wundheilung und Schmerzmodulation initiiert. 

Die chinesische Philosophie hinter dieser Behandlung ist etwas komplizierter, da die alte Praxis nicht auf Medizin und Wissenschaft beruht. In alten Zeiten glaubte man, dass der menschliche Körper von einer lebensspendenden Kraft erfüllt ist. Diese unsichtbare Kraft wurde in China "Qi" (gesprochen: "Tschi") genannt. Wenn Qi gut durch den Körper floss und an die richtigen Stellen gelangte, konnte sich die Person geistiger und körperlicher Gesundheit erfreuen. Floss das Qi falsch oder wurde blockiert, führte das zu Krankheiten. 

Auf die heutige Zeit übertragen, bedeutet das Qi das natürliche Innenleben des Körpers. Menschen, die gestresst oder ängstlich fühlen, sind anfälliger für Krankheiten. Fühlen sich diese Menschen entspannt und gesund, spiegelt der Körper dieses auch physisch wider. Eine gute Stimmung und geistiges Wohlergehen beeinflussen das allgemeine Befinden. Die Behandlung zielt deshalb darauf ab, das innere Gleichgewicht oder Qi zu erreichen und dadurch viele Beschwerden zu lindern.

Was bewirkt die Behandlung?

Die alte chinesische Medizin ist kein Wundermittel, aber es gibt unzählige Zustände und Symptome, bei denen dieses Verfahren helfen soll. Hier sind die wichtigsten.

+ Angstzustände, Depressionen
+ Arthrose
+ chronische Schmerzen
+ Kopfschmerzen
+ Allergien
+ Hypertonie
+ Verstauchungen
+ Schlaflosigkeit
+ Migräne
+ morgendliche Übelkeit

Einige Studien weisen darauf hin, dass dieses Verfahren auch gegen Krebs, Diabetes, Schlaflosigkeit, Fettleibigkeit, Akne und Multipler Sklerose helfen kann. Hier bedarf es aber noch weitere Forschungen, um diese Vorteile zu bestätigen. 

Gibt es auch Risiken?

Jede Therapie birgt neben den unbestreitbaren Vorteilen auch ein paar Risikofaktoren. Patienten, die an einer Blutgerinnungsstörung leiden oder Blutverdünner nehmen, sollten die Nadeln meiden, da es für sie gefährlich werden kann. Durch eine inkompetente Behandlung kann es ausserdem zu blauen Flecken, Schmerzen oder Blutungen kommen. 

Darüber hinaus können unsaubere Nadeln können Infektionen verursachen. Wird, in seltenen Fällen, eine Nadel zu tief eingeführt, kann das zum Kollabieren der Lunge oder zur Schädigung anderer Organe führen. Deshalb ist es wichtig, für diese Behandlung einen zugelassenen und qualifizierten Arzt auszusuchen. 

Was passiert bei einer Behandlung?

Nehmen Sie sich Zeit, um die verschiedenen Arten der traditionellen Medizin zu verstehen, bevor Sie Ihren ersten Termin buchen. Es gibt verschiedene Methoden, und die verschiedenen Akupunkteure sind alle etwas unterschiedlich ausgebildet.

Wenn Sie an einer Krankheit leiden, die durch die Nadeln behandelbar ist, sollten Sie eine Behandlung durchführen lassen. Eine Sitzung kann 30 oder 60 bis 90 Minuten dauern. Bei der ersten Sitzung wird der Arzt Ihnen ein paar Fragen zu den Symptomen der Erkrankung stellen. 

Wenn Sie Medikamente einnehmen, die Ihnen von einem Arzt verschrieben wurden, ist es wichtig, eine Liste davon zu erstellen, bevor Sie einen Akupunkteur aufsuchen. Auf diese Weise kann der Arzt Ihre Behandlung genauer anpassen.

Wenn Sie das Beste aus Ihren Sitzungen herausholen möchten, ergreifen Sie Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer Ernährung. Essen Sie mehr Vollwertkost und tun Sie Ihr Bestes, um verarbeiteten Zucker zu eliminieren. Ersetzen Sie Kaffee durch Tee und trinken Sie viel Wasser. Die Behandlung setzt auch Giftstoffe frei, schlechte Lebensmittel bringen sie nur zurück.

Während die Nadeln in die Haut gestochen werden, spüren die meisten Menschen ein leichtes Zwicken, das aber nicht schmerzhaft ist. Auch Kribbeln und ein stumpfes Gefühl können auftreten, das gehört zur normalen Reaktion. Manche Ärzte begleiten die Prozedur mit entspannender Musik oder einer geführten Meditation. Das hilft dem Patienten, sich zu entspannen. 

Es gibt keine universelle Reaktion, jeder Mensch reagiert anders auf die Behandlung mit den Nadeln. Manche Menschen erleben eine sofortige Verbesserung ihrer Leiden, bei anderen dauert es etwas länger. Die meisten Menschen fühlen sich nach einer Sitzung glücklich und zufrieden. Die alte chinesische Medizin scheint auf die Patienten eine harmonische Wirkung zu haben.

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