Augenbrauen formen: Mehr Ausdruck fürs Gesicht

Dünner, heller, lückenhafter? Augenbrauen verändern sich mit den Jahren. Mit der richtigen Technik bekommt das Gesicht schnell neue Kontur.
Augenbrauen richtig formen
Augenbrauen optimieren (Bild: iStock)

Warum wirkt das Gesicht plötzlich weniger definiert?

Nicht immer liegt es an Haut oder Make-up. Auch Augenbrauen können mit der Zeit an Dichte und Farbe verlieren. Besonders der äußere Bereich wird bei manchen Menschen lichter. Gleichzeitig werden einzelne Haare grau oder wachsen länger und widerspenstiger.

Dadurch fehlt dem Auge ein Teil seines Rahmens. Das Gesicht kann weniger konturiert wirken, obwohl sich eigentlich nur eine kleine Partie verändert hat. Genau darin steckt das Potenzial gut geformter Augenbrauen: Man muss nicht das ganze Gesicht schminken, um deutlich mehr Ausdruck zu bekommen.

Wie findet man heraus, was wirklich verändert werden sollte?

Zuerst nichts zupfen. Bürsten Sie die Braue durch und schauen Sie aus normalem Abstand in den Spiegel. Wo fehlen tatsächlich Haare? Wo ist die Braue nur heller? Und welche Härchen stören die Linie wirklich? Oft wird zu früh korrigiert.

Eine ehemals sehr schmale Braue lässt sich nicht voller machen, indem man weitere Haare entfernt. Deshalb lohnt es sich, die natürliche Breite möglichst zu erhalten. Auch der Verlauf zählt. Der vordere Teil sollte weich beginnen, der Mittelbereich darf klarer sein und das Ende fein auslaufen.

Wer graue Augenbrauenhärchen hat, muss sie nicht automatisch auszupfen. Farbe kann die vorhandene Dichte häufig besser nutzen.

Welche Methode eignet sich bei echten Lücken?

Hier gibt es mittlerweile deutlich mehr Möglichkeiten als Augenbrauenstift und Permanent Make-up. Für einzelne kleine Stellen ist ein feiner Stift meist die einfachste Lösung. Haarähnliche Striche wirken natürlicher als vollständig ausgemalte Brauen.

Wer ein temporäres Ergebnis ohne tägliches Nachzeichnen möchte, kann sich über Augenbrauen-Extensions informieren. Dabei werden sehr feine Kunsthärchen ähnlich wie bei Wimpernverlängerungen aufgeklebt. Sie verdichten optisch, sind aber nicht dauerhaft. Bei dauerhaft größeren Lücken kommen pigmentierende Verfahren ins Spiel.

Microblading zeichnet mit Pigmenten feine, haarähnliche Linien. Maschinelles Permanent Make-up kann ebenfalls Härchen imitieren oder mit Schattierungen arbeiten. Powder Brows erzeugen eher eine pudrige optische Fülle. Das sind also keine verschiedenen Namen für dieselbe Sache.

Welche Profi-Methode macht was?

Am einfachsten lässt sich nach dem gewünschten Effekt auswählen.

Mehr Farbe, genügend Haar vorhanden:
Brauen färben.

Härchen wachsen durcheinander:
Laminierung oder Brow Lifting.

Kurze Zeit mehr echte optische Dichte:
Augenbrauen-Extensions.

Natürliche gezeichnete Härchen:
Microblading oder maschinelle Härchenzeichnung.

Weicher geschminkter Effekt:
Powder Brows beziehungsweise Shading.

Je länger das Ergebnis hält, desto wichtiger ist eine zurückhaltende Form. Eine leicht zu weiche Braue lässt sich mit Make-up verstärken. Ein zu dunkles Permanent Make-up dagegen nicht spontan abschminken.

Welche Brauenfarbe passt zu grauem Haar?

Eine sichtbare. Der Versuch, Augenbrauen möglichst exakt an graues oder weißes Haar anzupassen, kann dazu führen, dass sie optisch fast verschwinden. Etwas Kontrast ist erwünscht. Sehr dunkle Brauntöne oder Schwarz können jedoch schnell hart wirken. Neutrale Braun-, Taupe- oder Grau-Braun-Nuancen funktionieren häufig besser.

Auch das Augenbrauen Styling sollte nicht zu flächig werden. Der Beginn darf luftiger sein, während Lücken im Mittel- und Außenbereich stärker ergänzt werden. In unserem Beitrag Make-up Kniffe gilt dasselbe Prinzip: klare Akzente müssen nicht harte Kontraste bedeuten.

Warum ist der Brauenbogen nicht der wichtigste Punkt?

Weil das gesamte Verhältnis zählt. Ein perfekter Bogen nützt wenig, wenn der Anfang als dunkler Klotz erscheint oder das Ende viel zu lang ausläuft. Besonders stark verändert ein zu tief gezeichneter Außenbereich den Gesichtsausdruck. Er kann den Blick optisch nach unten ziehen.

Umgekehrt muss die Braue nicht künstlich nach oben gezogen werden. Natürlich wirkt eine Linie, die der eigenen Knochenstruktur und dem vorhandenen Haar folgt. Deshalb sollte eine professionelle Formberatung die natürliche Braue verbessern und nicht eine Schablone auf jedes Gesicht übertragen.

Was sollte man lieber nicht tun?

Sehr häufig nachzupfen. Je weniger Haare vorhanden sind, desto wertvoller wird jedes einzelne. Wer ständig versucht, kleine Unterschiede zwischen beiden Brauen auszugleichen, endet schnell mit zwei immer schmaleren Linien.

Bei stärkerem Haarwuchs rund um die Braue lässt sich mit der Fadentechnik sehr präzise arbeiten. Auch sehr lange Härchen sollte man eher vorsichtig kürzen als komplett entfernen. Das Ziel lautet Dichte erhalten und Kontur verbessern – nicht maximale Ordnung.

Welche Lösung wirkt am natürlichsten?

Diejenige, bei der man zuerst das Gesicht wahrnimmt. Bei einer guten Braue sieht niemand sofort Stift, Gel, Farbe oder Microblading. Der Effekt zeigt sich indirekt: Die Augen wirken klarer, der Blick wacher und die obere Gesichtshälfte strukturierter.

Deshalb lohnt es sich, Augenbrauen nicht nach Trends zu optimieren, sondern nach dem eigenen Gesicht. Manchmal reichen zwei Minuten am Morgen. Manchmal ist Färben die bessere Lösung. Und bei stärkeren Lücken können Extensions oder pigmentierende Verfahren interessant werden.

Augenbrauen formen bedeutet am Ende nicht Perfektion. Es bedeutet, vorhandenen Ausdruck wieder sichtbar zu machen.


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