Bestimmte Lebensmittel können Migräne auslösen

Bestimmte Lebensmittel können Migräne begünstigen. Erfahren Sie, welche Auslöser bekannt sind und wie Sie Beschwerden vermeiden können.
Bestimmte Lebensmittel können Migräne auslösen
(Bild iStock)

Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Millionen Menschen leiden regelmäßig unter den oft starken Kopfschmerzattacken, die mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen oder Konzentrationsproblemen einhergehen können. Während die genauen Ursachen von Migräne noch nicht vollständig geklärt sind, wissen Experten heute, dass verschiedene Faktoren einen Anfall auslösen oder begünstigen können.

Neben Stress, Schlafmangel, hormonellen Veränderungen oder Wetterumschwüngen spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Bestimmte Lebensmittel stehen im Verdacht, bei empfindlichen Menschen Migräneattacken auszulösen. Allerdings reagiert jeder Betroffene unterschiedlich. Was bei einer Person Beschwerden verursacht, kann von einer anderen problemlos vertragen werden.

Dennoch lohnt es sich, mögliche Zusammenhänge zwischen Ernährung und Migräne genauer zu betrachten. Wer seine individuellen Auslöser kennt, kann häufig dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität der Beschwerden zu reduzieren.

Was ist Migräne eigentlich?

Migräne ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Kopfschmerz. Die Erkrankung zeichnet sich durch wiederkehrende Anfälle aus, die oft mehrere Stunden oder sogar Tage andauern können.

Typische Symptome sind:

  • Starke, meist einseitige Kopfschmerzen
  • Pulsierende oder pochende Schmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Sehstörungen (Aura)
  • Konzentrationsprobleme
  • Schwindel

Viele Betroffene bemerken bereits vor einem Anfall bestimmte Warnsignale. Dazu können Heißhunger, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Nackenverspannungen gehören.

Die Auslöser einer Migräne sind individuell verschieden. Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.

Warum Lebensmittel Migräne beeinflussen können

Forscher gehen davon aus, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Körper biochemische Prozesse beeinflussen können, die bei empfindlichen Menschen Migräneattacken begünstigen.

Dabei spielen unter anderem folgende Mechanismen eine Rolle:

  • Veränderungen der Blutgefäße
  • Beeinflussung von Botenstoffen im Gehirn
  • Schwankungen des Blutzuckerspiegels
  • Entzündliche Prozesse
  • Individuelle Unverträglichkeiten

Wichtig zu wissen: Nicht jedes verdächtige Lebensmittel löst bei jedem Menschen Migräne aus. Oft kommt es auf die persönliche Empfindlichkeit sowie auf die konsumierte Menge an.

Alkohol als häufiger Migräneauslöser

Alkohol zählt zu den bekanntesten Auslösern von Migräneattacken. Besonders häufig werden Rotwein, Sekt und andere alkoholische Getränke mit Beschwerden in Verbindung gebracht.

Verschiedene Inhaltsstoffe könnten dabei eine Rolle spielen:

  • Histamin
  • Sulfite
  • Tannine
  • Alkohol selbst

Darüber hinaus kann Alkohol den Flüssigkeitshaushalt beeinträchtigen und zu Dehydrierung führen. Auch dies kann Migräne begünstigen.

Viele Betroffene berichten, dass bereits kleine Mengen ausreichen, um einen Anfall auszulösen. Wer unter Migräne leidet, sollte daher beobachten, ob ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Beschwerden besteht.

Gereifter Käse und Histamin

Histaminhaltige Lebensmittel stehen häufig im Verdacht, Migräneattacken zu fördern. Besonders gereifte Käsesorten enthalten größere Mengen dieses Stoffes.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Parmesan
  • Emmentaler
  • Bergkäse
  • Roquefort
  • Camembert

Histamin wirkt auf verschiedene Prozesse im Körper und kann unter anderem die Blutgefäße beeinflussen. Manche Menschen bauen Histamin langsamer ab und reagieren deshalb empfindlicher auf histaminreiche Lebensmittel.

Neben Käse enthalten auch andere Lebensmittel relevante Mengen Histamin.

Wurstwaren und verarbeitete Fleischprodukte

Bestimmte Wurstwaren und Fleischprodukte enthalten Nitrite und Nitrate, die zur Konservierung eingesetzt werden. Diese Stoffe können die Blutgefäße erweitern und werden mit Migräneanfällen in Verbindung gebracht.

Besonders häufig genannt werden:

  • Salami
  • Schinken
  • Würstchen
  • Geräuchertes Fleisch
  • Fertigprodukte mit Pökelsalz

Nicht jeder Migränepatient reagiert darauf. Dennoch kann es sinnvoll sein, den Konsum solcher Produkte zu beobachten und gegebenenfalls zu reduzieren.

Schokolade – Genuss mit möglichem Risiko

Schokolade wird seit vielen Jahren als möglicher Migräneauslöser diskutiert. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind allerdings nicht eindeutig.

Einige Experten vermuten, dass Inhaltsstoffe wie:

  • Tyramin
  • Koffein
  • Phenylethylamin

bei empfindlichen Menschen Migräne fördern könnten.

Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Verlangen nach Schokolade bereits Teil der frühen Migränephase sein könnte und die Schokolade nicht die eigentliche Ursache darstellt.

Wer den Verdacht hat, auf Schokolade zu reagieren, sollte dies in einem Ernährungstagebuch dokumentieren.

Koffein – Helfer und Auslöser zugleich

Koffein nimmt bei Migräne eine besondere Rolle ein. Einerseits kann es in bestimmten Situationen Kopfschmerzen lindern und wird sogar in einigen Schmerzmitteln eingesetzt.

Andererseits kann ein übermäßiger Konsum oder ein plötzlicher Koffeinentzug Migräneattacken auslösen.

Zu den koffeinhaltigen Getränken gehören:

  • Kaffee
  • Schwarzer Tee
  • Grüner Tee
  • Energydrinks
  • Cola-Getränke

Wichtig ist vor allem ein gleichmäßiger Konsum. Starke Schwankungen können bei empfindlichen Personen Beschwerden fördern.

Glutamat in Fertigprodukten

Glutamat wird häufig als Geschmacksverstärker verwendet und steht seit Jahren im Verdacht, bei manchen Menschen Kopfschmerzen oder Migräne auszulösen.

Besonders häufig findet sich Glutamat in:

  • Fertiggerichten
  • Tütensuppen
  • Chips
  • Würzmischungen
  • Asiatischen Fertigprodukten

Nicht jeder Mensch reagiert auf Glutamat. Dennoch berichten manche Migränepatienten über Beschwerden nach dem Verzehr entsprechender Lebensmittel.

Fasten und ausgelassene Mahlzeiten

Nicht nur bestimmte Lebensmittel selbst können Migräne fördern. Auch längere Essenspausen gelten als möglicher Auslöser.

Wenn der Blutzuckerspiegel stark absinkt, kann dies bei empfindlichen Personen einen Migräneanfall begünstigen.

Deshalb empfehlen Experten regelmäßige Mahlzeiten und eine ausgewogene Energiezufuhr über den Tag hinweg.

Besonders Menschen, die zu Migräne neigen, sollten extreme Diäten oder längere Fastenphasen nur nach ärztlicher Beratung durchführen.

Welche Rolle spielt ein Ernährungstagebuch?

Da Migräneauslöser individuell sehr unterschiedlich sein können, ist ein Ernährungstagebuch oft hilfreich.

Notieren Sie darin:

  • Verzehrte Lebensmittel
  • Getränke
  • Zeitpunkt der Mahlzeiten
  • Auftretende Beschwerden
  • Schlafdauer
  • Stressbelastung

Mit der Zeit lassen sich mögliche Zusammenhänge erkennen. Dies erleichtert es, persönliche Triggerfaktoren zu identifizieren und gezielt zu vermeiden.

Migräneprävention durch gesunde Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, Migräneanfälle zu reduzieren. Besonders empfehlenswert sind:

  • Frisches Gemüse
  • Obst
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Hochwertige Pflanzenöle
  • Fisch
  • Ausreichend Wasser

Eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Bereits leichter Flüssigkeitsmangel kann Kopfschmerzen begünstigen.

Darüber hinaus profitieren viele Betroffene von festen Essenszeiten und einer möglichst konstanten Lebensweise.

Migräne im Alter

Auch Menschen über 50 können unter Migräne leiden. Während die Häufigkeit der Anfälle bei manchen Betroffenen mit zunehmendem Alter abnimmt, bleiben die Beschwerden bei anderen bestehen.

Gerade im höheren Lebensalter ist es sinnvoll, auf mögliche Auslöser zu achten. Eine bewusste Ernährung, ausreichend Bewegung, genügend Schlaf und Stressmanagement können einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung leisten.

Bei neu auftretenden oder ungewöhnlich starken Kopfschmerzen sollte jedoch immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Fazit

Bestimmte Lebensmittel können bei empfindlichen Menschen Migräneattacken auslösen oder begünstigen. Zu den häufig genannten Auslösern zählen Alkohol, gereifter Käse, Wurstwaren, Schokolade, koffeinhaltige Getränke und glutamathaltige Fertigprodukte. Allerdings reagiert jeder Mensch unterschiedlich, weshalb individuelle Beobachtungen besonders wichtig sind. Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, persönliche Trigger zu erkennen. In Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßigen Mahlzeiten und einem gesunden Lebensstil lässt sich die Häufigkeit von Migräneanfällen oft positiv beeinflussen. Wer seine Auslöser kennt, kann gezielt vorbeugen und seine Lebensqualität nachhaltig verbessern.


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