Abendessen Tipps
Essen am Abend: Der Weg zu süssen Träumen
Warum das Abendessen Ihren Schlaf beeinflusst
Viele Menschen achten auf ein gesundes Frühstück und ein ausgewogenes Mittagessen, schenken der letzten Mahlzeit des Tages jedoch weniger Aufmerksamkeit. Dabei kann gerade das Abendessen einen erheblichen Einfluss auf Ihre Schlafqualität haben. Wer zu spät, zu schwer oder sehr fettreich isst, belastet Verdauung und Stoffwechsel. Die Folge können Einschlafprobleme, unruhige Nächte oder ein unausgeruhtes Gefühl am nächsten Morgen sein.
Andererseits kann eine ausgewogene Abendmahlzeit den Körper optimal auf die Nachtruhe vorbereiten. Bestimmte Lebensmittel liefern Nährstoffe, die an der Bildung von Melatonin und Serotonin beteiligt sind – zwei Stoffe, die den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Zwar ersetzt kein Lebensmittel eine gute Schlafhygiene, doch die richtige Ernährung am Abend kann einen wertvollen Beitrag zu erholsamen Nächten leisten.
Leicht essen statt schwer schlemmen
Nachts arbeitet der Stoffwechsel langsamer. Ein besonders üppiges Abendessen bedeutet daher zusätzliche Arbeit für den Verdauungstrakt. Liegt der Magen noch schwer im Bauch, fällt das Einschlafen oft schwerer.
Ideal sind leicht verdauliche Mahlzeiten mit Gemüse, Vollkornprodukten, magerem Eiweiss und gesunden Fetten. So erhält der Körper ausreichend Energie, ohne unnötig belastet zu werden.
Ein ausgewogenes Abendessen sorgt zudem dafür, dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt und nächtliche Heisshungerattacken seltener auftreten.
Die richtige Uhrzeit für das Abendessen
Nicht nur die Auswahl der Lebensmittel spielt eine Rolle, sondern auch der Zeitpunkt. Zwischen Abendessen und Schlafengehen sollten möglichst zwei bis drei Stunden liegen. So bleibt genügend Zeit für die Verdauung.
Wer sehr spät isst und sich unmittelbar danach ins Bett legt, erhöht das Risiko für Sodbrennen oder einen unruhigen Schlaf. Besonders Menschen mit empfindlichem Magen profitieren von einem früheren Abendessen.
Falls Sie später noch Hunger verspüren, genügt meist ein kleiner, leichter Snack.
Komplexe Kohlenhydrate unterstützen die Entspannung
Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis oder Kartoffeln liefern komplexe Kohlenhydrate. Sie sorgen für einen langsameren Anstieg des Blutzuckers und halten länger satt als stark verarbeitete Produkte.
Darüber hinaus unterstützen Kohlenhydrate den Transport der Aminosäure Tryptophan ins Gehirn. Tryptophan ist ein Baustein für Serotonin und Melatonin, die an der Regulierung des Schlafs beteiligt sind.
Deshalb eignet sich beispielsweise eine kleine Portion Vollkornbrot mit Frischkäse oder ein leichtes Kartoffelgericht gut als Abendmahlzeit.
Eiweiss liefert wichtige Bausteine
Auch hochwertiges Eiweiss gehört zu einem ausgewogenen Abendessen. Mageres Geflügel, Fisch, Eier, Naturjoghurt, Quark oder Hülsenfrüchte liefern wertvolle Proteine und machen angenehm satt.
Besonders Tryptophan ist in verschiedenen eiweissreichen Lebensmitteln enthalten. Zwar wirkt dieser Stoff nicht wie ein Schlafmittel, er ist jedoch Bestandteil wichtiger Stoffwechselprozesse im Zusammenhang mit dem Schlaf.
Die Kombination aus Eiweiss und komplexen Kohlenhydraten gilt deshalb als besonders günstig.
Gemüse gehört auf jeden Abendteller
Gemüse liefert Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, ohne den Körper unnötig zu belasten. Gedünstetes Gemüse ist am Abend häufig besser verträglich als grosse Mengen Rohkost.
Besonders geeignet sind beispielsweise:
- Brokkoli
- Zucchini
- Karotten
- Fenchel
- Spinat
- Kürbis
Diese Gemüsesorten lassen sich vielseitig kombinieren und sorgen für eine ausgewogene Mahlzeit.
Bananen und Kiwis als kleiner Abendsnack
Manche Menschen verspüren kurz vor dem Schlafengehen noch leichten Hunger. Dann eignen sich kleine Portionen gut verträglicher Lebensmittel.
Bananen enthalten unter anderem Magnesium und Kalium. Beide Mineralstoffe unterstützen die normale Muskelfunktion. Kiwis liefern Vitamin C sowie weitere Pflanzenstoffe. Einige wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass Kiwis die Schlafqualität positiv beeinflussen könnten, auch wenn die Studienlage hierzu noch begrenzt ist.
Ein kleiner Snack genügt – grosse Portionen sind kurz vor dem Schlafengehen eher ungünstig.
Nüsse in kleinen Mengen
Mandeln, Walnüsse oder Cashewkerne enthalten gesunde Fettsäuren, Magnesium und Eiweiss. Bereits eine kleine Handvoll kann den Abend sinnvoll ergänzen.
Da Nüsse relativ energiereich sind, sollten sie jedoch bewusst dosiert werden.
Kräutertees statt koffeinhaltige Getränke
Viele Menschen greifen abends noch zu Kaffee, Cola oder schwarzem Tee. Das enthaltene Koffein kann jedoch die Schlafqualität beeinträchtigen – auch dann, wenn man sich zunächst gar nicht wach fühlt.
Besser geeignet sind Kräutertees wie Kamille, Melisse, Lavendel oder Fenchel. Sie enthalten kein Koffein und werden von vielen Menschen als angenehm beruhigend empfunden.
Auch ausreichend Wasser gehört zu einem gesunden Abend. Vermeiden Sie jedoch sehr grosse Trinkmengen unmittelbar vor dem Schlafengehen, damit nächtliche Toilettengänge möglichst selten werden.
Alkohol ist keine gute Einschlafhilfe
Ein Glas Wein scheint zunächst entspannend zu wirken. Tatsächlich verschlechtert Alkohol jedoch häufig die Schlafqualität. Zwar schlafen viele Menschen schneller ein, der Schlaf wird jedoch oberflächlicher und unruhiger.
Besonders in der zweiten Nachthälfte treten häufiger Wachphasen auf. Wer dauerhaft besser schlafen möchte, sollte Alkohol deshalb nur in kleinen Mengen geniessen.
Scharfe und sehr fettige Speisen vermeiden
Pizza, Currywurst, grosse Burger oder stark gewürzte Speisen schmecken zwar vielen Menschen, sind kurz vor dem Schlafengehen jedoch oft schwer verdaulich.
Sie können Sodbrennen, Völlegefühl oder nächtliche Verdauungsbeschwerden begünstigen. Greifen Sie deshalb am Abend lieber zu leichteren Gerichten.
Auch die Essatmosphäre zählt
Nicht nur das Essen selbst beeinflusst den Schlaf. Wer hastig vor dem Fernseher isst oder nebenbei E-Mails beantwortet, nimmt Mahlzeiten oft unbewusst zu sich.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Abendessen. Essen Sie langsam, kauen Sie gründlich und geniessen Sie die Mahlzeit bewusst. Diese Ruhe unterstützt nicht nur die Verdauung, sondern hilft auch dabei, den Alltag hinter sich zu lassen.
Schlafhygiene ergänzt die richtige Ernährung
Das beste Abendessen ersetzt keine gesunden Schlafgewohnheiten. Ein regelmässiger Schlafrhythmus, ausreichend Bewegung am Tag und eine ruhige Schlafumgebung tragen ebenfalls zu einer erholsamen Nacht bei.
Verzichten Sie möglichst auf intensive Bildschirmnutzung direkt vor dem Schlafengehen. Gedimmtes Licht und entspannende Rituale wie Lesen oder leichte Dehnübungen helfen dem Körper, zur Ruhe zu kommen.
Kleine Veränderungen mit grosser Wirkung
Sie müssen Ihre Ernährung nicht komplett umstellen, um besser zu schlafen. Oft reichen bereits kleine Anpassungen aus. Ein leichteres Abendessen, weniger Alkohol oder der Austausch von Weissbrot gegen Vollkornprodukte können bereits spürbare Verbesserungen bewirken.
Probieren Sie aus, welche Mahlzeiten Ihnen persönlich guttun. Jeder Mensch reagiert etwas unterschiedlich. Wichtig ist, auf die Signale Ihres Körpers zu achten und Gewohnheiten langfristig anzupassen.
Fazit
Das richtige Essen am Abend kann einen wichtigen Beitrag zu einem erholsamen Schlaf leisten. Leichte Mahlzeiten mit Gemüse, Vollkornprodukten und hochwertigem Eiweiss entlasten die Verdauung und versorgen den Körper mit wertvollen Nährstoffen. Kräutertees, ausreichend Zeit zwischen Abendessen und Schlafengehen sowie der Verzicht auf schwere Speisen und Alkohol fördern zusätzlich eine ruhige Nacht. Zusammen mit einer guten Schlafhygiene schaffen Sie beste Voraussetzungen für süsse Träume und einen erholsamen Start in den nächsten Tag. Denn guter Schlaf beginnt oft schon mit den richtigen Entscheidungen beim Abendessen.
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