Kleines Öl-ABC: Zum Braten oder zum Salat?

Nicht jedes Öl eignet sich für jede Küche. Wer Speiseöle richtig einsetzt, profitiert von Geschmack, Gesundheit und besserer Haltbarkeit.
Kleines Öl-ABC: Zum Braten oder zum Salat?
Welches Oel passt? Bild: serkan52 – fotolia/Nestlé Ernährungsstudio

Warum die Wahl des richtigen Öls wichtig ist

Speiseöle gehören zu den wichtigsten Zutaten in der Küche. Sie verfeinern Salate, unterstützen die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und liefern wertvolle Fettsäuren. Gleichzeitig unterscheiden sich Öle erheblich in Geschmack, Zusammensetzung und Hitzebeständigkeit. Viele Menschen greifen beim Kochen und Braten immer zum gleichen Öl, obwohl nicht jedes Produkt für jede Anwendung geeignet ist.

Gerade für die Generation 50plus spielt die Ernährung eine wichtige Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden. Hochwertige Pflanzenöle können einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten. Sie enthalten je nach Sorte unterschiedliche Mengen an einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Gleichzeitig sollten sie passend zum jeweiligen Gericht eingesetzt werden.

Ein entscheidender Faktor ist der sogenannte Rauchpunkt. Wird ein Öl zu stark erhitzt, können sich unerwünschte Stoffe bilden und Geschmack sowie Qualität leiden. Deshalb lohnt es sich zu wissen, welches Öl sich besonders für Salate eignet und welches bedenkenlos in die Pfanne darf.

Das kleine Öl-ABC hilft Ihnen dabei, die wichtigsten Speiseöle besser kennenzulernen und gezielt einzusetzen.

Olivenöl, Rapsöl und Sonnenblumenöl – die Klassiker in der Küche

Olivenöl gehört zu den beliebtesten Speiseölen überhaupt. Besonders hochwertiges natives Olivenöl extra überzeugt durch seinen charakteristischen Geschmack und einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren. Es eignet sich hervorragend für Salate, Gemüsegerichte, Dips und mediterrane Speisen. Hochwertiges Olivenöl kann zwar moderat erhitzt werden, für sehr hohe Temperaturen ist es jedoch weniger geeignet.

Rapsöl gilt aus ernährungsphysiologischer Sicht als besonders ausgewogen. Es enthält ein günstiges Verhältnis verschiedener Fettsäuren und besitzt einen vergleichsweise neutralen Geschmack. Raffiniertes Rapsöl eignet sich sehr gut zum Braten und Backen, während kaltgepresstes Rapsöl vor allem in kalten Speisen seine Stärken ausspielt.

Sonnenblumenöl ist ebenfalls weit verbreitet. Hier sollte zwischen klassischen und speziellen hocherhitzbaren Varianten unterschieden werden. Raffiniertes Sonnenblumenöl eignet sich zum Braten, während kaltgepresste Varianten eher für kalte Speisen und Salate verwendet werden sollten.

Für viele Haushalte ist Rapsöl deshalb ein besonders vielseitiger Begleiter. Es kann sowohl in der kalten Küche als auch beim Kochen und Braten eingesetzt werden und gehört zu den meistempfohlenen Speiseölen.

Leinöl, Walnussöl und Kürbiskernöl – wertvolle Spezialisten für kalte Speisen

Einige Öle entfalten ihre Vorzüge vor allem in der kalten Küche. Dazu gehört Leinöl. Es enthält besonders viele Omega-3-Fettsäuren und gilt als ernährungsphysiologisch wertvoll. Aufgrund seiner Empfindlichkeit gegenüber Hitze sollte Leinöl jedoch niemals zum Braten verwendet werden. Es passt hervorragend zu Quarkgerichten, Salaten oder Kartoffeln.

Walnussöl überzeugt durch sein feines Aroma und eignet sich besonders für Blattsalate, Rohkost und kalte Speisen. Auch hier gilt: Hitze sollte möglichst vermieden werden, damit Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Kürbiskernöl stammt ursprünglich aus Österreich und erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit. Sein intensiver Geschmack macht es zu einer besonderen Zutat für Salate, Suppen oder Gemüsegerichte. Aufgrund seines niedrigen Rauchpunkts sollte es ebenfalls nicht stark erhitzt werden.

Diese Spezialöle zeigen, dass nicht jedes Öl für die Pfanne gedacht ist. Ihre Stärken liegen vielmehr in Geschmack, Aroma und besonderen Inhaltsstoffen. Wer sie gezielt verwendet, kann viele Gerichte geschmacklich deutlich aufwerten.

Kokosöl, Erdnussöl und Avocadoöl – wenn hohe Temperaturen gefragt sind

Für das scharfe Anbraten oder Wok-Gerichte eignen sich Öle mit hoher Hitzebeständigkeit. Kokosöl wird häufig für asiatische Gerichte verwendet und bleibt auch bei höheren Temperaturen relativ stabil. Allerdings enthält es einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren und sollte deshalb bewusst eingesetzt werden.

Erdnussöl ist in vielen asiatischen Küchen beliebt. Es verträgt hohe Temperaturen und eignet sich gut zum Braten, Frittieren und Woken. Sein leichter Eigengeschmack harmoniert mit zahlreichen Gerichten.

Avocadoöl gilt als vergleichsweise neues Speiseöl auf dem deutschen Markt. Es besitzt einen hohen Rauchpunkt und eignet sich sowohl für kalte Speisen als auch zum Braten. Zudem enthält es viele einfach ungesättigte Fettsäuren.

Wer regelmäßig bei hohen Temperaturen kocht, sollte auf hitzestabile Öle achten. Dadurch bleiben Geschmack und Qualität erhalten, während unerwünschte Veränderungen vermieden werden.

So lagern Sie Speiseöle richtig

Nicht nur die Auswahl, sondern auch die Lagerung beeinflusst die Qualität von Speiseölen. Licht, Wärme und Sauerstoff können dazu führen, dass Öle schneller verderben. Deshalb sollten sie möglichst dunkel, kühl und gut verschlossen aufbewahrt werden.

Besonders empfindliche Öle wie Leinöl gehören nach dem Öffnen in den Kühlschrank und sollten innerhalb weniger Wochen verbraucht werden. Andere Öle bleiben bei richtiger Lagerung deutlich länger haltbar.

Achten Sie zudem auf Geruch und Geschmack. Ranzig riechende oder ungewöhnlich schmeckende Öle sollten nicht mehr verwendet werden. Hochwertige Speiseöle entfalten ihre positiven Eigenschaften nur dann vollständig, wenn sie frisch und korrekt gelagert sind.

Fazit

Nicht jedes Öl eignet sich für jede Anwendung. Während Olivenöl, Leinöl, Walnussöl oder Kürbiskernöl vor allem in Salaten und kalten Speisen überzeugen, sind Rapsöl, Erdnussöl oder spezielle hitzestabile Öle besser für das Braten geeignet. Wer den Rauchpunkt beachtet und Speiseöle passend zum Gericht auswählt, profitiert von besserem Geschmack und einer gesunden Ernährung. Für die Generation 50plus lohnt es sich besonders, hochwertige Öle bewusst einzusetzen. Sie liefern wertvolle Fettsäuren und können einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit, Genuss und Lebensqualität leisten.


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