Fokusverlust
Multitasking im Alltag: Warum es Ihr Gehirn überfordert?
Multitasking im Alltag: Warum es Ihr Gehirn überfordert?
Es ist erstaunlich, wie schnell ein Tag zerfasert. Beim Frühstück schon Nachrichten lesen, nebenbei einen Termin verschieben, währenddessen an die Apotheke denken und später im Wohnzimmer noch rasch etwas am Laptop erledigen. Genau diese Mischung gilt oft als normal. Doch Multitasking ist für das Gehirn selten ein Gewinn. Die AOK greift in ihrem Artikel ebenfalls das Thema Multitasking auf und stellt dabei die Frage: Multitasking: Ist das effektiv oder nur ein Mythos?
Gerade Menschen ab 50 merken diesen Unterschied oft recht deutlich. Man hat Lebenserfahrung, weiss Zusammenhaenge besser einzuordnen und spürt gleichzeitig schneller, wenn der Kopf unruhig wird. Das ist kein Widerspruch. Je mehr Reize anklopfen, desto stärker muss das Gehirn sortieren. Wer dazu vertiefend weiterlesen möchte, findet im Beitrag „Konzentration stärken: So behalten Sie den Fokus“ eine passende Ergänzung.
Ebenfalls spannend zu lesen: Digitale Demenz. Niemand möchte, dass sein Gehirn auf Sparflamme läuft. Zum Glück kann jeder im Alltag selbst etwas tun, damit es wieder auf Hochtouren kommt! Gehirn auf Sparflamme: Wie Ihr Alltag Sie dumm macht.
Warum kostet Sie ständiger Wechsel mehr als Sie denken?
Multitasking fühlt sich oft nur deshalb produktiv an, weil dauernd etwas in Bewegung ist. Innen sieht die Bilanz jedoch anders aus. Sobald Ihr Gehirn von einer Aufgabe zur nächsten springen muss, braucht es einen neuen Einstieg. Dieser Wechsel ist anstrengend und genau darin liegt der eigentliche Zeitverlust. DasGehirn.info erklaert dazu, dass wir psychologisch meist nicht wirklich parallel arbeiten, sondern zeitüberlappend zwischen Zielen wechseln.
Das zeigt sich häufig an Kleinigkeiten:
- Sie lesen Nachrichten erneut, weil der Inhalt nicht hängen bleibt
- Sie beginnen viel, schliessen aber wenig sauber ab
- Sie fühlen sich gehetzt, obwohl objektiv nicht alles dringend wäre
Im deutschen Alltag passiert das oft ganz unspektakulär: auf dem Fahrrad noch eine Sprachnachricht, kurz vor dem Supermarkt eine Mail, später auf dem Sofa noch schnell Bankgeschäfte. Nichts davon scheint schlimm. Aber genau diese Dichte macht es schwer, mit echter Aufmerksamkeit bei einer Sache zu bleiben.
Wieso leidet darunter auch Ihre Gehirnleistung?
Gehirnleistung ist mehr als Tempo. Sie zeigt sich darin, wie gut Sie Informationen verknuepfen, entscheiden und einen Gedanken zu Ende bringen. Wenn ständig etwas dazwischenkommt, sinkt diese Qualität. Digitaler Dauerstress - Vom Belohnungskick zum Kontrollverlust.
Deshalb lohnt sich die Rückkehr zu einfachen Prinzipien:
- Anspruchsvolle Aufgaben nur einzeln angehen
- Handy ausser Reichweite legen, wenn Konzentration gefragt ist
- Pausen wirklich als Pausen nutzen statt als weitere Bildschirmzeit
In unserer Rubrik Gedächtnis finden sich dazu passende Impulse, wie Gedaechtnis und Konzentration im Alter gezielt aktiviert werden koennen. Wer eher die Rolle von Stress verstehen möchte, findet im Artikel „Gedächtnis stottert: Stress ist schuld“ eine sinnvolle Ergänzung.
Wie gewinnen Sie im Alltag wieder mehr Ruhe im Kopf?
Sie müssen Ihr Leben dafür nicht umkrempeln. Oft reichen kleine Leitplanken. Antworten Sie nicht sofort auf alles. Lassen Sie nicht jede Unterbrechung herein. Und planen Sie Aufgaben so, dass Ihr Gehirn nicht dauernd neu anlaufen muss. Dazu können neben mentalem Training auch Bewegung und Atemübungen als hilfreiche Mittel zum längeren halten der Aufmerksamkeit genutzt werden. Wie wäre es vielleicht mit Yoga? Probieren Sie es aus!
Drei einfache Hebel für mehr Fokus:
- morgens zuerst das Wichtigste erledigen
- To-dos nach Denkaufwand statt nur nach Uhrzeit ordnen
- pro Abschnitt nur eine anspruchsvolle Sache offen haben
So entsteht etwas, das heute vielen fehlt: geistige Ruhe. Nicht weil weniger getan wird, sondern weil das Gehirn wieder unter Bedingungen arbeiten darf, fuer die es gemacht ist. Mit Reihenfolge statt Dauerfeuer.
Multitasking verspricht Tempo, kostet aber oft Konzentration, Aufmerksamkeit und Praezision. Wenn Sie Aufgaben wieder staerker entmischen und dem Kopf weniger Wechsel zumuten, arbeitet Ihr Gehirn nicht langsamer, sondern klarer, verlaesslicher und entspannter.
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