ALT UND OPFER?
Tipps und Ratschläge der Polizei für Senioren
Sicherheit beginnt mit Aufmerksamkeit
Viele Seniorinnen und Senioren führen heute ein aktives, selbstbestimmtes Leben. Sie reisen, kaufen online ein, nutzen Smartphones und nehmen rege am gesellschaftlichen Leben teil. Gleichzeitig geraten Menschen ab 50 immer wieder ins Visier von Betrügern, weil Kriminelle gezielt mit Vertrauen, Höflichkeit und Unsicherheit arbeiten. Die Polizei warnt deshalb regelmäßig vor Maschen, die besonders ältere Menschen betreffen.
Zu den bekanntesten Betrugsformen gehören der Enkeltrick, falsche Polizeibeamte, Schockanrufe, Haustürgeschäfte und Internetbetrug. Häufig wird dabei großer Zeitdruck aufgebaut. Die Täter behaupten etwa, ein Angehöriger sei in Not, ein Unfall sei passiert oder das eigene Geld sei auf der Bank nicht mehr sicher. Ziel ist es, Sie zu überrumpeln und zu schnellen Entscheidungen zu drängen.
Ein wichtiger Rat der Polizei lautet daher: Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich niemals unter Druck setzen. Echte Polizeibeamte verlangen am Telefon kein Bargeld, keine Wertgegenstände und keine Bankdaten. Auch Angehörige sollten niemals über unbekannte Telefonnummern Geldforderungen stellen. Legen Sie im Zweifel auf und rufen Sie die Ihnen bekannte Nummer der betreffenden Person oder die örtliche Polizeidienststelle an.
Vorsicht bei Anrufen, Haustürbesuchen und fremden Nachrichten
Betrüger wirken oft freundlich, überzeugend und professionell. Gerade am Telefon geben sie sich als Polizisten, Bankmitarbeiter, Anwälte oder Verwandte aus. Sie erzählen glaubwürdige Geschichten und nutzen technische Tricks, damit auf dem Display scheinbar seriöse Telefonnummern erscheinen. Deshalb sollten Sie sensible Informationen niemals am Telefon preisgeben.
Geben Sie keine Auskunft über Ihr Vermögen, Ihre Konten, Ihre Wohnsituation oder Ihre Wertsachen. Notieren Sie sich verdächtige Telefonnummern und informieren Sie die Polizei. Wenn jemand angeblich dringend Geld braucht, sollten Sie immer zuerst Rücksprache mit Familienangehörigen oder vertrauten Personen halten.
Auch an der Haustür ist Vorsicht geboten. Lassen Sie unbekannte Personen nicht einfach in Ihre Wohnung. Handwerker, Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen oder Amtspersonen sollten sich ausweisen können. Vereinbaren Sie Termine möglichst schriftlich und lassen Sie im Zweifel eine Vertrauensperson dabei sein.
Im Internet gelten ähnliche Regeln. Klicken Sie nicht unbedacht auf Links in E-Mails oder Kurznachrichten. Öffnen Sie keine Anhänge unbekannter Absender und geben Sie Passwörter niemals weiter. Nutzen Sie sichere Passwörter, aktualisieren Sie Ihre Geräte regelmäßig und seien Sie skeptisch bei angeblichen Gewinnbenachrichtigungen oder ungewöhnlich günstigen Angeboten.
Sicher unterwegs und im eigenen Zuhause
Polizeiliche Prävention betrifft nicht nur Betrug, sondern auch die Sicherheit im Alltag. Beim Einkaufen, auf Reisen oder im öffentlichen Nahverkehr sollten Sie Geldbörse, Ausweise und Schlüssel möglichst nah am Körper tragen. Handtaschen sollten geschlossen und nicht unbeaufsichtigt im Einkaufswagen liegen. Größere Bargeldbeträge sollten Sie vermeiden.
Wenn Sie Geld am Automaten abheben, achten Sie auf Ihre Umgebung. Lassen Sie sich nicht ablenken und decken Sie die PIN-Eingabe mit der Hand ab. Sollte Ihnen etwas verdächtig vorkommen, brechen Sie den Vorgang ab und wenden Sie sich an Bankpersonal oder Polizei.
Auch die Wohnungssicherheit spielt eine große Rolle. Schließen Sie Türen immer ab, auch wenn Sie nur kurz weggehen. Fenster und Balkontüren sollten bei Abwesenheit nicht gekippt bleiben. Zusätzliche Türsicherungen, Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren können Einbrecher abschrecken. Besonders wichtig ist eine gute Nachbarschaft: Wer aufeinander achtet, erkennt ungewöhnliche Situationen schneller.
Sprechen Sie offen mit Familie, Freunden oder Nachbarn über Sicherheitsfragen. Betrug und Kriminalität sind kein Zeichen persönlicher Schwäche. Im Gegenteil: Wer informiert ist und Warnzeichen kennt, kann sich besser schützen.
Fazit
Die wichtigsten Tipps der Polizei für Senioren lauten: Bleiben Sie aufmerksam, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und geben Sie keine persönlichen Daten oder Wertsachen an Fremde weiter. Ob Telefonbetrug, Haustürmasche, Internetbetrug oder Diebstahl unterwegs – Kriminelle nutzen oft Vertrauen und Hilfsbereitschaft aus. Mit gesundem Misstrauen, klaren Regeln und guter Information können Sie viele Risiken vermeiden. Holen Sie im Zweifel Hilfe, sprechen Sie mit vertrauten Menschen und wenden Sie sich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig an die Polizei.
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