FIESE VIECHER
So entfernen Sie Zecken richtig
Sobald die Temperaturen steigen, beginnt auch die Zeckensaison. Die kleinen Spinnentiere sind in Wäldern, auf Wiesen, in Parks und sogar im heimischen Garten aktiv. Wer gerne wandert, Rad fährt, gärtnert oder Zeit in der Natur verbringt, kann leicht mit einer Zecke in Kontakt kommen. Besonders Menschen ab 50 genießen häufig Aktivitäten im Freien und sollten deshalb wissen, wie man eine Zecke richtig entfernt. Denn Zecken können Krankheitserreger übertragen, darunter die Erreger der Borreliose oder in bestimmten Regionen das FSME-Virus. Die gute Nachricht: Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Erkrankung. Entscheidend ist jedoch, schnell und korrekt zu handeln. Wer eine Zecke fachgerecht entfernt und die betroffene Hautstelle anschließend beobachtet, kann mögliche Risiken deutlich reduzieren.
Warum schnelles Handeln bei einer Zecke wichtig ist
Zecken ernähren sich vom Blut ihrer Wirte. Haben sie eine geeignete Stelle auf der Haut gefunden, verankern sie ihren Stechrüssel und beginnen mit der Blutaufnahme. Viele Menschen bemerken den Stich zunächst nicht, da Zecken beim Saugen betäubende Stoffe abgeben.
Je länger eine Zecke am Körper verbleibt, desto größer wird das Risiko einer Übertragung bestimmter Krankheitserreger. Vor allem die Borreliose-Bakterien befinden sich häufig im Darm der Zecke und gelangen meist erst nach mehreren Stunden in den menschlichen Organismus. Deshalb gilt: Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko.
Nach Aufenthalten im Freien sollten Sie Ihren Körper daher sorgfältig absuchen. Besonders häufig finden sich Zecken in Kniekehlen, Achselhöhlen, Leistengegend, am Hals, hinter den Ohren oder am Haaransatz. Da Zecken oft sehr klein sind, lohnt sich ein genauer Blick.
Gerade ältere Menschen sollten Zeckenstiche nicht unterschätzen. Mit zunehmendem Alter können Infektionen teilweise schwerer verlaufen oder später erkannt werden. Eine regelmäßige Kontrolle nach Spaziergängen oder Gartenarbeiten gehört deshalb zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen.
So entfernen Sie eine Zecke richtig
Die wichtigste Regel lautet: Entfernen Sie die Zecke möglichst rasch und ohne Hausmittel. Früher wurde empfohlen, Zecken mit Öl, Nagellack, Alkohol oder Klebstoff zu behandeln. Heute raten Experten ausdrücklich davon ab. Solche Mittel können die Zecke unter Stress setzen und dazu führen, dass sie vermehrt Krankheitserreger abgibt.
Am besten verwenden Sie eine feine Zeckenzange, eine Zeckenkarte oder eine spezielle Zeckenschlinge aus der Apotheke. Greifen Sie die Zecke möglichst hautnah am Kopf beziehungsweise am Mundwerkzeug und nicht am vollgesogenen Hinterleib. Wird der Körper der Zecke zusammengedrückt, können möglicherweise Krankheitserreger in die Wunde gelangen.
Ziehen Sie die Zecke langsam und kontrolliert heraus. Ein Drehen ist grundsätzlich nicht notwendig, da Zecken kein Gewinde besitzen. Wichtig ist vor allem eine gleichmäßige Bewegung ohne ruckartiges Reißen.
Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle sorgfältig desinfiziert werden. Waschen Sie sich anschließend gründlich die Hände. Die entfernte Zecke kann entsorgt werden, beispielsweise indem sie zwischen zwei festen Gegenständen zerdrückt oder sicher verpackt im Hausmüll entsorgt wird.
Bleibt ein kleiner dunkler Punkt in der Haut zurück, handelt es sich häufig um Teile des Stechapparates. In den meisten Fällen stößt der Körper diese Reste selbstständig ab. Dennoch sollte die Stelle weiterhin beobachtet werden.
Welche Symptome nach einem Zeckenstich ernst genommen werden sollten
Nicht jeder Zeckenstich führt zu gesundheitlichen Problemen. Dennoch ist es sinnvoll, die betroffene Hautstelle in den folgenden Wochen aufmerksam zu beobachten. Besonders wichtig ist die sogenannte Wanderröte. Dabei handelt es sich um eine ringförmige Hautrötung, die sich um die Einstichstelle ausbreitet und ein typisches Anzeichen einer Borreliose sein kann.
Die Wanderröte tritt häufig erst Tage oder sogar Wochen nach dem Zeckenstich auf. Sie verursacht meist keine Schmerzen oder Beschwerden und wird deshalb leicht übersehen. Wer eine solche Rötung bemerkt, sollte zeitnah einen Arzt aufsuchen.
Darüber hinaus können grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit oder allgemeines Krankheitsgefühl Hinweise auf eine Infektion sein. Auch Gelenkschmerzen oder neurologische Beschwerden sollten ernst genommen werden.
In bestimmten Regionen Deutschlands besteht zusätzlich das Risiko einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese Viruserkrankung kann zu Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute führen. Besonders Menschen, die häufig in Risikogebieten unterwegs sind, sollten sich über eine mögliche FSME-Impfung informieren.
Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten. Deshalb lohnt es sich, Zeckenstiche nicht einfach zu vergessen, sondern die Einstichstelle einige Wochen lang im Blick zu behalten.
Zeckenstichen wirksam vorbeugen
Noch besser als die richtige Entfernung ist ein wirksamer Schutz vor Zecken. Wer sich regelmäßig in der Natur aufhält, kann durch einfache Maßnahmen das Risiko deutlich reduzieren.
Tragen Sie bei Wanderungen oder Gartenarbeiten möglichst lange Hosen und geschlossene Schuhe. Helle Kleidung erleichtert das Erkennen von Zecken. Die Hosenbeine können zusätzlich in die Socken gesteckt werden, um Zecken den Zugang zur Haut zu erschweren.
Zecken halten sich bevorzugt in hohem Gras, Gebüschen und bodennaher Vegetation auf. Bleiben Sie möglichst auf befestigten Wegen und vermeiden Sie unnötigen Kontakt mit dichtem Bewuchs.
Zusätzlich können spezielle Zeckenschutzmittel auf Haut oder Kleidung aufgetragen werden. Diese sogenannten Repellents bieten einen zeitlich begrenzten Schutz und sollten entsprechend den Herstellerangaben angewendet werden.
Nach jedem Aufenthalt im Freien empfiehlt sich eine gründliche Körperkontrolle. Auch Kleidung sollte ausgeschüttelt und möglichst bei höheren Temperaturen gewaschen werden. Haustiere können ebenfalls Zecken ins Haus bringen und sollten regelmäßig untersucht werden.
Wer diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann das Risiko eines Zeckenstichs erheblich senken und Naturerlebnisse unbeschwerter genießen.
Fazit
Zecken gehören in Deutschland zum Alltag vieler Naturfreunde, doch mit dem richtigen Wissen lassen sich mögliche Risiken deutlich reduzieren. Entscheidend ist, eine Zecke möglichst schnell und fachgerecht zu entfernen, ohne auf Hausmittel zurückzugreifen. Die Einstichstelle sollte anschließend desinfiziert und über mehrere Wochen beobachtet werden. Symptome wie Wanderröte, Fieber oder ungewöhnliche Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Gleichzeitig helfen geeignete Kleidung, Zeckenschutzmittel und regelmäßige Körperkontrollen dabei, Zeckenstiche von vornherein zu vermeiden. Wer aufmerksam handelt, kann die Natur genießen und sich gleichzeitig wirksam vor den gesundheitlichen Folgen eines Zeckenstichs schützen.
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