Tränende Augen

Tränende Augen können harmlos sein, aber auch auf Reizung, trockene Augen, Allergien oder Abflussprobleme hinweisen.
Tränende Augen
Tränende Augen (Bild: iStock)

Wenn die Augen ständig tränen

Tränende Augen sind unangenehm. Die Sicht verschwimmt, die Haut um die Augen wird gereizt und viele Betroffene wirken müde oder erkältet, obwohl sie sich eigentlich gesund fühlen. Gerade ab 50 treten solche Beschwerden häufiger auf, weil sich Tränenfilm, Augenlider und Schleimhäute verändern können.

Wichtig ist: Tränen sind zunächst ein Schutzmechanismus. Sie befeuchten die Augenoberfläche, spülen Fremdkörper aus und schützen vor Reizstoffen. Wenn die Augen jedoch dauerhaft tränen, lohnt sich ein genauer Blick auf mögliche Ursachen.

Häufige Ursachen für tränende Augen

Tränende Augen entstehen entweder, weil zu viele Tränen produziert werden oder weil die Tränenflüssigkeit nicht richtig abfließt. Reizungen durch Wind, Rauch, Staub, Kälte, Pollen oder Bildschirmarbeit gehören zu den häufigen Auslösern. Auch Entzündungen, Allergien oder Kontaktlinsen können die Augen belasten.

Manchmal liegt das Problem aber nicht in zu viel Feuchtigkeit, sondern im Gegenteil: Trockene Augen können paradoxerweise stark tränen. Ist der Tränenfilm gestört, versucht das Auge, den Mangel auszugleichen. Diese Tränen sind oft wässrig und schützen die Augenoberfläche nicht ausreichend.

Trockene Augen trotz Tränen

Viele Menschen wundern sich, wenn die Augenärztin oder der Augenarzt bei tränenden Augen von Trockenheit spricht. Doch der Tränenfilm besteht aus mehreren Schichten. Fehlt zum Beispiel der Fettanteil, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller. Das Auge reagiert mit vermehrtem Tränenfluss.

Typische Begleitzeichen sind Brennen, Jucken, Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit oder müde Augen. Bildschirmarbeit, trockene Heizungsluft und Klimaanlagen können diese Beschwerden verstärken.

Allergien und Umweltreize

Pollen, Tierhaare, Hausstaub oder Kosmetik können die Augen reizen. Dann tränen sie häufig zusammen mit Juckreiz, Rötung oder Niesen. Auch neue Pflegeprodukte, Make-up, Augentropfen oder Reinigungsmittel können eine Rolle spielen.

Wenn Beschwerden saisonal auftreten, liegt eine Allergie nahe. Treten sie eher in bestimmten Räumen auf, können Staub, trockene Luft oder Schimmel Auslöser sein.

Wenn der Tränenabfluss gestört ist

Tränen werden normalerweise über kleine Kanäle am inneren Augenwinkel abgeleitet. Sind diese verengt oder verstopft, läuft Flüssigkeit über den Lidrand. Hinweise können ständig feuchte Augen, Entzündungen am inneren Lidwinkel oder einseitiges Tränen sein. Eine solche Abflussstörung sollte augenärztlich abgeklärt werden.

Was Sie selbst tun können

Bei leichten Beschwerden helfen oft einfache Maßnahmen. Schützen Sie Ihre Augen vor Zugluft, machen Sie bei Bildschirmarbeit regelmäßige Pausen und achten Sie auf ausreichend Luftfeuchtigkeit. Trinken Sie genug Wasser und reinigen Sie die Lidbereiche sanft.

Sinnvoll sein können:

  • Pausen nach der 20-20-20-Regel: alle 20 Minuten kurz in die Ferne schauen
  • Sonnenbrille bei Wind, Kälte oder starker Helligkeit
  • befeuchtende Augentropfen ohne Konservierungsstoffe nach Beratung in der Apotheke

Wenn künstliche Tränen nicht rasch helfen oder die Beschwerden wiederkehren, sollte die Ursache augenärztlich geprüft werden.

Wann Sie zum Augenarzt gehen sollten

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn die Augen stark gerötet sind, schmerzen, Lichtempfindlichkeit auftritt, Eiter oder verklebte Lider dazukommen oder das Sehen schlechter wird. Auch einseitiges, dauerhaftes Tränen sollte abgeklärt werden.

Setzen Sie keine alten Augentropfen oder kortisonhaltigen Präparate auf eigene Faust ein. Die falsche Behandlung kann Beschwerden verschlimmern.

Fazit

Tränende Augen sind mehr als ein kleines Ärgernis. Sie können durch Reizung, Allergien, trockene Augen, Entzündungen oder gestörten Tränenabfluss entstehen. Gerade ab 50 lohnt sich Aufmerksamkeit, wenn Beschwerden länger anhalten oder immer wiederkehren. Mit guter Augenpflege, Schutz vor Reizen und rechtzeitiger augenärztlicher Abklärung lassen sich viele Ursachen gut behandeln. So behalten Sie klare Sicht und mehr Wohlbefinden im Alltag.


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