SAMAN SHIRIPOUR
Wege zur finanziellen Unabhängigkeit im Ruhestand
Der Blick auf den Rentenbescheid bringt meist die Ernüchterung: Nach Jahrzehnten harter Arbeit klafft eine deutliche Lücke zwischen dem letzten Gehalt und der zu erwartenden Bezüge. Früher galt die Pension als sicher, heute wird sie zunehmend zur Belastung der arbeitenden Generationen. Gesetzliche Zahlungen allein decken für die meisten Ruheständler nur selten den gewohnten Lebensstandard. Insofern avanciert die freiwillige Rentenvorsorge zu einer unabdingbaren Pflicht, die früh beginnen muss, um finanzielle Engpässe im Alter zu vermeiden.
Warum die Lücke wächst: Harte Fakten
Demografie und Kosten verschieben sich dramatisch. Immer weniger Beitragszahler finanzieren immer mehr Beitragsempfänger. Eine Situation, die Jahr für Jahr problematischer wird. Hinzu kommen steigende Lebenshaltungskosten auf allen Ebenen, kombiniert mit Inflation. Die vergleichsweise geringe Anpassung der Bezüge kann diese Kluft nicht mehr schließen
Hierzu eine Beispielrechnung: Wer heute 2.500 Euro brutto verdient, erhält später wahrscheinlich kaum noch 1.000 Euro Rente monatlich. Bei gleichbleibenden oder steigenden Ausgaben ein empfindlicher Einschnitt für den vermeintlich wohlverdienten Lebensabend.
Bereits das Corona-Szenario zeigte deutlich, wie schnell scheinbare Sicherheit wegbrechen kann. Betriebe mussten schließen, Arbeitsplätze gingen verloren, Ersparnisse schmolzen. Finanzexperte Saman Shiripour warnt: „Jeder, der sich mit Wirtschaft beschäftigt, weiß: Die nächste konjunkturelle Krise ist nicht mehr weit entfernt. Umso besser, wenn jetzt noch ein Weg existiert, um für die eigene Zukunft zu sorgen."
Trugschluss vom sicheren Arbeitsplatz
Jahrzehntelang zahlten Millionen Deutsche in die Rentenkassen ein, im Vertrauen auf das funktionierende System. Nun allerdings erlebt die Generation 50+ die Konsequenzen einer Politik, die Probleme gern aufgeschoben hat. Krisenfeste Arbeitsplätze und verlässliche Entlohnung gehören der Vergangenheit an. Die versprochenen Leistungen aus dem Solidarsystem reichen heute nicht mehr zum Leben. Rente wird zur Last, Pandemien zeigen, dass auch im Alltag nichts in Stein gemeißelt ist.
„Jeder braucht eine gewisse Absicherung", betont Shiripour. „Was passiert, wenn eine weitere bedrohliche Situation wie Corona aufkommt? Die einzige Lösung heißt: Neue Wege finden unter der Fragestellung: Wie kann ich mir und meiner Familie dauerhaft den Rücken freihalten?"
Wege zur finanziellen Absicherung
Schon seit geraumer Zeit helfen verschiedene Möglichkeiten, potenzielle Lücken zu schließen. Hierfür ist jedoch Eigeninitiative und das richtige Mindset von Nöten.
Klassische private Vorsorge: Riester- und Rürup-Rente sowie zahlreiche Versicherungen bieten staatlich geförderte Sparoptionen. Zusätzlich erlauben Steuervorteile eine Belastungssenkung, kombiniert mit garantierten Zahlungszusagen. Indes erfordert das Set-up Durchhaltevermögen sowie die Bereitschaft, sich mit komplexen Verträgen auseinanderzusetzen. Da die Kosten und Renditen zwischen den Anbietern teils erheblich differieren, empfiehlt sich unbedingt ein Vergleich der Angebote.
Immobilien: Ein abbezahltes Eigenheim spart Pachtzins. Vermietete Objekte hingegen generieren zusätzliche Einnahmen. Es handelt sich dennoch nicht für jeden um eine ideale Lösung, da sowohl die hohen Anfangsinvestitionen als auch der laufende Verwaltungsaufwand durchaus Herausforderungen darstellen. Hinzu kommt die Instandhaltung, abgesehen von aufwendiger Mietersuche und damit verbundenen längeren Leerständen.
Flexible Einkommensquellen: Immer mehr Menschen setzen auf ergänzende Verdienstvarianten, die zeitliche Flexibilität erlauben und körperlich nicht belastend sind. Dazu zählen freiberufliche Betätigung, ebenso wie das Erlernen neuer Fähigkeiten, beispielsweise in Bezug auf digitale Dienstleistungen. Auch das Aneignen von Finanzmarkt-Kenntnissen, etwa zum Trading, ist durchaus eine interessante Option.
„Es braucht eine Fertigkeit, die unabhängig von Krisen funktioniert", erklärt Shiripour. „Nehmen wir exemplarisch das Trading. Hier sind die Anwender in Krisenzeiten komplett unabhängig, bei vergleichbar geringem Zeitaufwand." Einmal richtig aufgestellt, gelingt die Kombination unterschiedlicher Tätigkeiten zum Erhalt des Einkommens sowie dem Aufbau einer Absicherung.
Finanzbildung als Grundlage: Ohne fundiertes Wissen entstehen keine klugen Entscheidungen. Um die eigenen Finanzen gestalten zu können, sind Bücher, Seminare, Weiterbildungen oder persönliche Beratung unabdingbar. Nur so ist es möglich, Chancen und Risiken sicher einzuschätzen. Online-Kurse oder Volkshochschulangebote dienen als einfacher Einstieg in die Materie und stellen die perfekte Basis für den Wissenserwerb dar.
Warum Zeit zum kritischen Faktor wird
Je früher der Vermögensaufbau beginnt, desto besser. Trotzdem kann selbst mit 50 oder gar 60 Jahren noch einiges erreicht werden. Zinseszinseffekte arbeiten zwar besser über längere Zeiträume, aber kleine, regelmäßige Beträge summieren sich gleichwohl.
In Zahlen ausgedrückt, zeigt folgendes Beispiel die denkbare Entwicklung: 200 Euro monatlich über 15 Jahre hinweg ergeben bei fünf Prozent Rendite rund 53.000 Euro. Bei nur zehn Jahren schrumpft der Betrag auf 31.000 Euro. Darum ist der frühe Einstieg lohnenswert.
Realistisch betrachtet geht es oft gar nicht um Reichtum. „Die meisten brauchen einfach nur eine zusätzliche Einnahmequelle", so Shiripour. „Wenn sie 500 oder 1.000 Euro mehr im Monat verdienen, dann reicht das dem Großteil zur Absicherung."
Mut zur Veränderung: Raus aus der Komfortzone
Bequemlichkeit bleibt in diesem Kontext die größte Hürde. Jahrelang im gleichen Job mit konstanten Routinen erschwert den Weg in eine neue Herausforderung. „Wir Menschen haben Angst vor Veränderungen", weiß Saman Shiripour aus Erfahrung. „Lieber bleiben wir trotz Unzufriedenheit in alten Gefilden, anstatt das Risiko einzugehen, etwas Neues auszuprobieren."
Eine teure Angst, denn jedes Zuwarten schmälert die Möglichkeiten. Dabei genügen bereits kleine Schritte für den Anfang, weit weg von Perfektion. Aber ohne die ersten Gehversuche rinnen die offenen Optionen wie Sand durch die Finger.
Fazit: Selbst handeln statt aufschieben
Rentenlücken und wirtschaftliche Unberechenbarkeiten existieren, müssen aber kein Schicksal sein. Eigenverantwortung bereitet den Boden für Absicherung sowie den wohlverdienten Ruhestand. Für den Start gilt es, drei Schritte zu beachten:
- Ehrliche Bestandsaufnahme: Lücken berechnen und realistische Zahlen ermitteln
- Finanzbildung starten: Wissen aufbauen durch Fachliteratur, Kurse oder Beratung
- Ergänzende Einkommensquelle schaffen: Nebenverdienste etablieren, die zur eigenen Lebenssituation passen.
Jeder noch so kleine Schritt zählt, Stillstand ist keine Option.
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