Achtsamkeit: so können Sie sie erlernen

Achtsamkeit: so können Sie sie erlernen
Auf sich zu achten ist nicht "egoistisch" (Bild Calder on Unsplash)
Das Leben wird in der heutigen Zeit immer hektischer und schneller. Höchste Zeit also, dass Sie Achtsamkeit sich selbst gegenüber praktizieren.

Wie lässt sich effektiv Me Time einplanen? 

Was bedeutet achtsames Verhalten? 

Vielleicht haben Sie die Begriffe Me Time oder Achtsamkeit schon einmal gehört, konnten damit jedoch nicht viel anfangen? Diese Begriffe bedeuten, dass Sie sich und Ihre Emotionen, Bedürfnisse ernst und bewusst wahrnehmen sollen. Diese Wahrnehmung soll dabei ganz ohne Bewertungen auskommen, wie sie sonst im Alltag immer wieder stattfinden. Das ganze Leben und der Alltag sind geprägt von Leistungsansprüchen und Bewertungen, entweder die, die Sie an sich selbst stellen oder die an Sie von Ihrem Umfeld aus gerichtet werden. Dieses Innehalten konzentriert sich zudem ganz auf den Moment, also ohne, dass Sie in die Zukunft oder Vergangenheit schauen, denn viele Menschen leben in der Vergangenheit oder haben Zukunftsängste. Die Ursprünge des achtsamen Verhaltens kommen aus den Lehren des Buddhismus, für den auch Meditationsübungen eine grosse Rolle spielen. Ohne Achtsamkeit ist keine tiefe oder entspannende Meditation möglich. 

Warum ist achtsames Verhalten überhaupt wichtig? 

Achtsames Verhalten meint vor allem das Innehalten, sich zeitweise etwas aus dem Alltag herauszunehmen. Dies klingt komplizierter und grösser, als es eigentlich ist und meint nicht, dass Sie Ihr ganzes Leben umkrempeln sollen. Der Alltag, die Familie, der Beruf, Freunde, Bekannte, alle wollen fast täglich etwas von Ihnen. Ihre Meinung, einen Gefallen, eine wichtige Terminfrist auf der Arbeit, die Sie einhalten müssen. In all diesem Stress ist es sehr gut möglich, sich selbst ein Stück weit zu vergessen und das nicht einmal bewusst. Mit ein wenig Fokus auf sich selbst, Hobbys, Vorlieben und Kleinigkeiten im Alltag, die nur für Sie bestimmt sind, können Sie schon eine ganze Menge an Veränderungen herbeirufen. 

  • Sie erlernen ein Gespür für Ihre eigenen Bedürfnisse 
  • Erfahren innere Ruhe
  • Können mit stressigen Situationen gelassener oder anders umgehen 
  • Können zu einer positiveren Einstellung gelangen und Selbstliebe erfahren oder ganz neu erlenen 
  • Fokussieren sich auf das Wesentliche, ohne Zeitfresser oder Ablenkungen 

Oft sind es kleine Schritte, die Veränderung bewirken 

Wenn Sie bewusst damit beginnen möchten, sich Me Time (also "ich Zeit") im Alltag einzuräumen, müssen Sie dafür keinen Yoga-Kurs besuchen oder sich selbst verrenken, obwohl dies gar nicht Ihr Ding ist. Es helfen schon kleine Veränderungen, die langfristig grosse Erfolge für sich selbst erzielen können. Dafür müssen Sie auch keine Stunden aus Ihrem Alltag "opfern", sondern können Gewohnheiten leicht integrieren. So kann es zum Beispiel Wunder wirken, Ihre Routinen ein wenig zu ändern, wenn Sie merken, dass Sie diese nur aus Gewohnheit praktizieren. Sie könnten zum Beispiel eine andere Kaffee- oder Teesorte ausprobieren oder in einem anderen Supermarkt als normalerweise einkaufen. Ein anderes Müsli zum Frühstück ausprobieren. Schon kleine Änderungen helfen, dass Sie diese Routine anders und bewusster wahrnehmen. Wenn Sie nicht der Typ für Meditation oder andere Übungen sind, ist das vollkommen in Ordnung. Atmen Sie beispielsweise bewusst ein- und aus, wenn Sie sich gestresst fühlen. Durch diese Konzentration auf sich und Ihre Atmung ist es so, als würden Sie für einen Augenblick auf "Pause" drücken und sich aus dem stressigen Moment nehmen. Ausprobieren schadet nicht.  

Weitere Tipps für Ihren Alltag 

Konzentrieren Sie sich bewusst auf Ihr Essen. Ganz egal, ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich eben nicht ablenken lassen, also durch Ihr Handy, die Zeitung oder den Fernseher. Stattdessen sollten Sie Ihr Essen ganz bewusst geniessen, kauen und schmecken. Dies kommt auch Ihrer Gesundheit zu Gute, da Sie langsamer kauen und schneller satt sind, also nicht unnötig Essen in sich hineinstopfen. Versuchen Sie zudem, im Alltag einen Schritt nach dem anderen zu gehen: statt zu Telefonieren und dabei noch die E-Mail beantworten zu wollen, sollten Sie die Aufgaben nacheinander erledigen. Das allseits gelobte "Multi Tasking" ist nicht immer so sinnvoll, wie es sich anhört, denn meist schaffen Sie mit dieser Methode weniger. Konzentrieren Sie sich auf eine Sache, selbst wenn sie unangenehm ist. Eine weitere Übung im Alltag kann zudem sein, dass Sie Ihr Handy öfter mal beiseite legen. Wie viel Zeit verbringen Sie den Tag über an Ihrem Smartphone? Hier mal auf Facebook schauen, dort die E-Mail öffnen oder aus Langeweile Youtube-Videos anklicken? Legen Sie Ihr Smartphone bei wichtigen (oder auch unwichtigen) Aufgaben weg oder richten Sie Sperren ein, die Ihnen den Zugang zu Apps "verweigern". Oft bemerken Sie es gar nicht, wie viel Zeit Sie am Handy verbringen, es gibt Apps, die diese Zeit am Handy dokumentieren. 

Auf sich zu achten ist nicht "egoistisch" 

Denken Sie daran: sich etwas Me Time oder Achtsamkeit im Alltag einzuräumen, ist keinesfalls egoistisch. Stattdessen schützen Sie sich ein Stück weit vor Überforderung oder strukturieren Ihren Alltag ein bisschen um. Dies hat aber nichts damit zu tun, dass Sie egoistisch handeln.

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