Gelenkgesundheit
Arthrose eskaliert heimlich
Arthrose verstehen - unbemerkter Gelenkverschleiss
Ursachen für das «heimliche» Eskalieren
Arthrose entsteht nicht plötzlich, wie bei einem Unfall, sondern vielmehr schleichend und langsam über Jahre hinweg. Der Prozess des Gelenkverschleisses verläuft meist über geraume Zeit unbemerkt, sozusagen «heimlich».
Zu Beginn ist der Knorpel Ihres Gelenks zwar schon angegriffen, jedoch im Anfangsstadium so gut wie nie mit Schmerzen verbunden. Wenn überhaupt verspüren Sie ein gelegentliches Ziehen oder minimales Stechen, das meist auf eine kurzfristige Überlastung geschoben und nicht als problematisch erlebt wird. Die vorübergehenden Beschwerden vermitteln lange Zeit nicht den Eindruck einer chronisch voranschreitenden Gelenkerkrankung.
Im Laufe der Zeit werden die Veränderungen deutlicher. Der Knorpel Ihres Gelenks wird dünner und der zum Gelenk gehörende Spalt verengt sich. Nach und nach finden Umbauprozesse im Bereich der knöchernen Strukturen und auch der Weichteile statt. Ihr Körper bemüht sich um Kompensation, damit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen zunächst im Rahmen bleiben.
Würden Sie noch im Anfangsstadium ein Röntgenbild Ihres Gelenks anfertigen lassen, wären hier bereits die ersten strukturellen Veränderungen deutlich zu erkennen. Leider ist das zu diesem frühen Zeitpunkt mit nur geringen und seltenen Schmerzen nicht üblich.
Die Frühwarnzeichen einer Arthrose erkennen
Die ersten wahrnehmbaren Anzeichen einer Arthrose sind belastungsabhängige Schmerzen. Vielleicht kennen Sie diese etwa beim Treppensteigen, beim Tragen von schweren Gegenständen oder auch bei längeren Spaziergängen. Meist verschwinden die Schmerzen nach einer kleinen Ruhepause, sind aber im weiteren Verlauf häufig umso intensiver und auch öfter vorhanden.
Ein typisches Zeichen für eine Arthrose ist der sogenannte Anlaufschmerz. Wenn Sie längere Zeit gesessen haben und dann aufstehen, fühlt sich Ihr Gelenk steif und schmerzhaft an, was sich jedoch merklich bessert und meist verschwindet, sobald Sie sich in Bewegung setzen.
Je weiter die Erkrankung voranschreitet, desto anhaltender wird der Schmerz. Zudem verringert sich die allgemeine Beweglichkeit Ihres Gelenks spürbar. Das äussert sich beispielsweise in der Schwierigkeit, sich in die Hocke zu begeben oder schmerzfrei Ihre Socken anzuziehen.
Sie können bewusst darauf achten, ob Sie bei einem betroffenen Gelenk Geräusche hören. Dazu sollte es im Raum vollkommen still sein. Sie bewegen das betroffene Gelenk hin und her beziehungsweise vor und zurück und achten darauf, ob Sie arthrosetypische Geräusche hören. Hierzu zählen das Gelenkknirschen (Krepitation) und auch ein Knacken. Dies können Hinweise auf eine Arthrose sein, die Sie untersuchen lassen sollten, vor allem, wenn sie mit einem unangenehmen Gefühl von Schmerz oder Druck verbunden sind.
Hilfreiche Sofortmassnahmen
Wenn Sie befürchten, dass Ihr Gelenk nicht mehr so funktioniert, wie Sie es gewohnt sind, ist es hilfreich, direkt gegenzusteuern. Wenn Sie abwarten, bis die Schmerzen extrem werden, sind Bewegungseinschränkungen bereits verfestigt. Auch wenn es zunächst unlogisch klingen mag: Das beste Mittel gegen eine Arthrose ist regelmässige Bewegung. Ein Gelenk, das nicht bewegt wird, wird nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, die vor allem für den Knorpel essenziell sind.
Setzen Sie auf möglichst gelenkschonende Aktivitäten, die Ihr Gelenk nicht übermässig belasten. Joggen beispielsweise wäre weniger hilfreich, Aquafitness, Radfahren und Nordic Walking hingegen schon.
In einer akuten Schmerzsituation profitieren Sie von Kühlpacks oder auch kühlen Umschlägen. Schonung ist nur im akuten Zustand hilfreich und sollte so kurz wie möglich dauern. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln für einen kurzfristigen Zeitraum.
Hierbei kommen beispielsweise nichtsteroidale Antirheumatika infrage. Medikamente sind immer nur eine symptomlindernde Massnahme, keine dauerhafte Behandlungsstrategie.
Entlasten Sie darüber hinaus Ihr Gelenk im Alltag, etwa durch Schuhe mit einer guten Dämpfung oder einen Gehstock, der bei Bedarf das Gehen erleichtert.
Langfristige Strategien im Umgang mit einer Arthrose
Arthrose ist leider keine kurzfristige Angelegenheit, die sich wegtherapieren lässt. Sie entsteht nahezu unbemerkt über einen langen Zeitraum, bis sie sich mit deutlichen Einschränkungen im Alltag bemerkbar macht. Es ist entscheidend, das Voranschreiten zu verlangsamen, damit Sie auf lange Sicht durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nicht an Lebensqualität verlieren. Sie haben selbst die Möglichkeit, sehr viel dafür zu tun, dass Sie auch mit einer Arthrose gut leben können.
Das wohl wichtigste Thema ist das Körpergewicht. Gewicht ist ein Faktor, der sich belastend auf die Gelenke auswirkt. Dies gilt vor allem für:
- Knie
- Hüften
- Sprunggelenke
Jedes Kilo weniger entlastet die Gelenke und trägt dazu bei, dass sich Schmerzen reduzieren.
Ein weiterer Faktor ist die Art der Ernährung. Achten Sie auf entzündungshemmende Lebensmittel, indem Sie weitgehend auf hochverarbeitete Produkte, Zucker und grössere Mengen Alkohol verzichten und so viel wie möglich selbst frisch kochen. Frisches Gemüse und Obst, hochwertige Öle und Vollkornprodukte sind hierbei hilfreich.
Auch regelmässige Bewegung im Alltag und ein gezieltes Muskeltraining sind sinnvolle Massnahmen bei einer Arthrose. Besprechen Sie sich auch gerne mit Ihrem Arzt zu weiteren geeigneten Möglichkeiten vor dem Hintergrund Ihres konkreten Befunds.
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