TRINKEN
Der Alkohol-Kater verändert sich im Alter
Viele Menschen stellen ab 50 fest, dass sie Alkohol nicht mehr so gut vertragen wie früher. Ein Glas Wein, ein Bier oder ein geselliger Abend mit mehreren Getränken kann am nächsten Morgen deutlich stärkere Folgen haben: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel, trockener Mund oder Konzentrationsprobleme halten länger an als noch in jüngeren Jahren. Der Alkohol-Kater verändert sich im Alter, weil sich auch der Körper verändert. Mit den Jahren sinkt der Wasseranteil im Körper, der Stoffwechsel arbeitet langsamer und Leber sowie Nieren sind stärker gefordert. Dadurch kann dieselbe Menge Alkohol intensiver wirken und länger belasten.
Hinzu kommt, dass viele Menschen ab der Lebensmitte Medikamente einnehmen. Blutdruckmittel, Schlafmittel, Schmerzmittel, Antidepressiva oder Medikamente gegen Diabetes können in Kombination mit Alkohol unerwünschte Wirkungen verstärken. Deshalb ist es wichtig, Alkoholkonsum im Alter nicht zu verharmlosen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist darauf hin, dass ältere Menschen Alkohol schlechter vertragen und dieselbe Menge den Körper stärker belasten kann. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt inzwischen: Am besten für die Gesundheit ist es, keinen Alkohol zu trinken; wer trinkt, sollte möglichst wenig trinken.
Warum der Kater mit den Jahren stärker ausfallen kann
Ein Kater entsteht nicht nur, weil Alkohol abgebaut werden muss. Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit, kann den Schlaf stören, den Magen reizen und den Blutzucker beeinflussen. Je älter Sie werden, desto empfindlicher kann Ihr Körper auf diese Belastungen reagieren. Viele Betroffene berichten, dass sie nach Alkohol schlechter schlafen, nachts häufiger aufwachen oder am Morgen weniger erholt sind. Gerade schlechter Schlaf verstärkt typische Katerbeschwerden wie Gereiztheit, Kopfschmerzen und Erschöpfung.
Auch das Gleichgewicht kann beeinträchtigt werden. Alkohol erhöht das Risiko für Stürze, besonders wenn Kreislauf, Sehvermögen oder Reaktionsfähigkeit ohnehin nicht mehr ganz so stabil sind wie früher. Dazu kommt: Wer am Abend Alkohol trinkt, greift am nächsten Tag oft eher zu Kaffee, fettigem Essen oder Schmerzmitteln. Das kann den Körper zusätzlich belasten. Besonders bei Schmerzmitteln ist Vorsicht geboten, da einige Wirkstoffe zusammen mit Alkohol Leber, Magen oder Kreislauf stärker beanspruchen können.
Ein weiterer Punkt ist die Gewöhnung. Wenn Alkohol regelmäßig zur Entspannung, gegen Einsamkeit oder als Einschlafhilfe genutzt wird, kann sich unbemerkt ein riskantes Trinkverhalten entwickeln. Das Robert Koch-Institut beschreibt Alkohol als psychoaktive Substanz, die abhängig machen kann und mit zahlreichen Erkrankungen in Verbindung steht. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Konsum ehrlich zu betrachten.
Bewusster trinken: So schützen Sie Körper und Wohlbefinden
Wenn Sie Alkohol trinken möchten, hilft ein achtsamer Umgang. Trinken Sie langsam, wechseln Sie alkoholische Getränke mit Wasser ab und essen Sie vorher eine leichte, ausgewogene Mahlzeit. Vermeiden Sie es, Alkohol als Durstlöscher oder Einschlafhilfe zu nutzen. Besonders wichtig ist es, auf Warnzeichen zu achten: Wenn Sie nach kleinen Mengen bereits stark reagieren, häufiger am nächsten Tag erschöpft sind oder Alkohol brauchen, um zu entspannen, sollten Sie Ihren Konsum überdenken.
Planen Sie alkoholfreie Tage ein und prüfen Sie, ob alkoholfreie Alternativen für Sie infrage kommen. Viele alkoholfreie Biere, Weine oder Aperitifs schmecken heute deutlich besser als früher und können gesellige Rituale erhalten, ohne den Körper mit Alkohol zu belasten. Auch ein Spaziergang, ein gutes Gespräch, Musik oder Entspannungsübungen können helfen, den Abend angenehm ausklingen zu lassen.
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen. Fragen Sie ausdrücklich nach möglichen Wechselwirkungen mit Alkohol. Das gilt besonders bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln, starken Schmerzmitteln, Blutdruckmedikamenten und Präparaten, die die Leber belasten können. Gesundheitsportale des Bundes betonen, dass selbst ein „normal“ wirkendes Trinkverhalten riskant sein kann und dass es keinen völlig risikofreien Alkoholkonsum gibt.
Fazit
Der Alkohol-Kater verändert sich im Alter, weil der Körper Alkohol langsamer verarbeitet und empfindlicher auf Flüssigkeitsverlust, Schlafstörungen und Medikamentenwechselwirkungen reagieren kann. Was früher problemlos schien, kann ab 50 deutlich stärkere Beschwerden verursachen. Verzichten ist gesundheitlich die sicherste Wahl. Wenn Sie dennoch Alkohol trinken, sollten Sie dies bewusst, selten und in kleinen Mengen tun. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers, trinken Sie ausreichend Wasser und klären Sie mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten ärztlich ab. So schützen Sie Ihre Gesundheit und behalten Genuss, Geselligkeit und Wohlbefinden besser im Gleichgewicht.
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