Heikle Gespräche meistern: Nähe trotz Differenzen

Viele Themen bergen Konfliktpotenzial. Heikle Gespräche sollten dennoch geführt werden. Nur Kommunikation hilft, Sichtweisen zu verstehen.
Heikle Gespräche meistern: Nähe trotz Differenzen
Toleranz und Empathie bei Meinungsverschiedenheiten (Bild: iStock)

Heikle Gespräche: mit Kontroversen konstruktiv umgehen

Die Weltlage ist kompliziert, die Verunsicherung vieler Menschen gross und immer weniger herrscht Einigkeit in Bezug auf die Sicht der Dinge und Geschehnisse. Uneinigkeit über viele gesellschaftliche und politische Themen herrscht im Beruflichen wie im Privaten, in der Familie, im Freundeskreis und in der Partnerschaft ebenso wie am Arbeitsplatz.

Doch gerade dann ist es notwendig und sinnvoll, im Gespräch zu bleiben und explosive Themen nicht ständig zu umschiffen. Denn das Nichtgesagte führt zu noch mehr Frust und Unverständnis. Doch wie geht man mit Kontroversen bis hin zu fundamentalen Meinungsverschiedenheiten um und bleibt trotzdem auf Augenhöhe? Und wie beginnt man Gespräche, bei denen Meinungsverschiedenheiten von vorn herein zu erwarten sind, ohne sich mit dem Gegenüber vollkommen zu überwerfen?

Üben Sie sich in Gelassenheit, Offenheit und Toleranz

Zunächst einmal geht es nicht darum, wer bei einem Gespräch den Sieg davon trägt, also welche Meinung am Ende die Oberhand gewinnt. Vielmehr sollten Sie sich auf Ihr Gegenüber einlassen und auch seine Sicht gelten lassen. Sind die Positionen erst einmal klar, können verschiedene Argumente ins Feld geführt werden, welche die eine oder andere Sicht der Dinge stützen oder infrage stellen. Dabei sollte versucht werden, sich eine möglichst neutrale Haltung anzueignen.

Einer gelungenen und konstruktiven Kommunikation ist es dabei durchaus zuträglich, dem Gesprächspartner in Details zuzustimmen, nachzufragen, sich verständig zu zeigen und auch eigene Sichtweisen zu hinterfragen. Heiklen Gespräche wird auf diese Weise das Konfliktpotential entzogen und es öffnen sich Räume für neue Blickweisen.

Erfolgreiche Gesprächsführung ist eine Kunst, die im Kleinen wie im Grossen funktioniert. Die alte Volksweisheit "Der Klügere gibt nach" entfaltet sich dabei auf sinnstiftende Weise. Das heisst aber nicht, dass Sie sich verbiegen und von Ihrer eigenen Meinung abrücken müssen.

Sorgen sie einfach für eine offene und damit entspannte Atmosphäre ohne verhärtete Fronten. Zeigen Sie Verständnis für Ihre Kinder, Ihre alten Eltern, einen Freund oder eine Kollegin, denn auch deren Positionen haben gute Gründe, egal ob es um Lebensentwürfe, Pläne, politische oder gesellschaftliche Ansichten und ästhetische Sichtweisen geht.

Andere Meinungen zulassen und Kompromisse finden

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein offenes Gespräch ist, dass sich jeder der Teilnehmer offen aussprechen kann. Alle Ansichten sollten zunächst geäussert und auch zugelassen werden. Meist wird sich zeigen, dass man trotz unterschiedlicher Ansichten in Detailfragen durchaus übereinstimmt, wenn die Perspektive nur ein wenig verschoben wird. Gerade bei Ansichten über Dinge und Geschehnisse, die sich dem eigenen Einfluss entziehen, sollte die persönliche Komponente abgeschwächt werden und das Thema lieber in abstrakter Weise zur Diskussion gestellt werden.

Heikle Gespräche sind vor allem dann heikel, wenn versucht wird, das Gegenüber mit Vorwürfen oder Erwartungen zu manipulieren oder von seiner Meinung zu überzeugen. Eine nüchterne, freundliche und tolerante Gesprächsführung ist leider gar nicht so leicht, da Meinungen und Ansichten immer stark an Emotionen, wie Wut oder Angst, geknüpft sind.

Das Wissen darum wiederum macht weise und verhindert, den eigenen Gefühlen zu erliegen. Freundschaft, Liebe, Nähe, Partnerschaft und auch berufliche Verbindungen müssen nicht an unterschiedlichen Meinungen und Deutungen zerbrechen. Mit gutem Willen auf beiden Seiten lassen sich Kompromisse finden und unterschiedliche Sichtweisen miteinander vereinbaren.

Humor und Selbstironie können hilfreich sein

Heikle Gespräche können sich um viele Themen drehen, sei es die Berufs- und Partnerschaftswahl der eigenen Kinder, Erbschaftsangelegenheiten, Zukunftspläne der hochbetagten Eltern, aber auch politische Ansichten, Lebensformen und Engagements für eine Sache, die man selbst womöglich ablehnt.

Wichtig ist, dass man gerade bei Kontroversen mit persönlich nahestehenden Menschen die Gemeinsamkeiten nicht aus den Augen verliert und den gegenseitigen Respekt wahrt. Jedes heikle Gespräch und jede hitzige Diskussion kann durch Humor und Selbstironie entspannt und die Gesprächsatmosphäre gelockert werden.

Es hilft nie, auf der eigenen Meinung unverrückbar zu verharren. Am Ende sollte es keinen Sieger und keinen Besiegten geben, sondern ein Ergebnis, mit dem beide Seiten gut leben können. In besonders aufgeladenen und schwierigen Situationen, bei denen es um verschiedene Interessen und weitreichende Konsequenzen für das Leben beider Parteien geht, sollte ein heikles Gespräch gut geplant und ein Mediator hinzugezogen werden.

Eine neutrale Person kann vermitteln

Ein unparteiischer, zertifizierter Mediator kann bei verhärteten Fronten in besonders ernsten Kontroversen als Vermittler, etwa bei familiären Konflikten oder Konflikten am Arbeitsplatz, hinzugezogen werden. Das entscheidende Gespräch sollte an einem neutralen und freundlichen Ort stattfinden. Der Mediator hilft dabei, eine befriedigende Lösung für zwei Konfliktparteien zu finden. Er sorgt dafür, dass sich die Beteiligten besser verstehen und dass die Interessen aller berücksichtigt werden. Dabei trifft er selbst keine Entscheidungen, sondern gibt lediglich Empfehlungen.


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