50PLUS-Umfrage

Keine Corona-Panik

Nur 4% der Befragten geben an, wegen der Coronakrise gehamstert zu haben

Nur 4% der Befragten geben an, wegen der Coronakrise gehamstert zu haben (Foto: Ricky Kharawala on Unsplash)

Wie denkt eigentlich die Generation, die am heftigsten von Corona betroffen ist? Wie gehen die 50plus damit um, dass sie dem grössten Risiko ausgesetzt sind und am intensivsten aufgefordert werden, zuhause zu bleiben?

820 Leserinnen und Leser über 50 haben sich zwischen dem 29. März und dem 14. April an der Umfrage von 50PLUS beteiligt. 

Eine deutliche Mehrheit der Befragten findet es richtig, dass Pensionierte daheimbleiben, damit die Jüngeren arbeiten können. Dem Gesundheitswesen vertrauen sie. Gesichtsmasken sind allerdings sehr unbeliebt.

Die Weltwirtschaft halten sie für sehr instabil: 60% haben Angst vor einem Kollaps. Die Begegnungen mit anderen Menschen vermissen die 50plus am meisten.

Die Hälfte der Befragten glaubt nicht, dass sich nach der Krise etwas zum Besseren verändern wird. Die Menschen würden zu schnell vergessen. So lassen sich einige Antworten (hier finden Sie die Umfrage) zusammenfassen. Zu den Ergebnissen:

  1. Wie gross ist Ihre Angst vor Corona? Nur 40% fürchten sich, 60% haben keine Angst. Besonders ängstlich zeigen sich die 50plus also nicht.
     
  2. Falls ja, was macht Ihnen Angst? 30% der Befragten machen sich Sorgen um Familienangehörige. 26% befürchten einen Kollaps der Wirtschaft. 23% haben Angst um die eigene Gesundheit, aber nur 4% wähnen sich in Todesgefahr. In den individuellen Antworten wird häufig auf die Unverhältnismässigkeit der Massnahmen hingewiesen. Vor allem im Vergleich mit der Grippe.
     
  3. Was ist Ihre grösste Sorge? Mit 51% eindeutig die Gesundheit, 36% befürchten einen Kollaps des Gesundheitswesens, vor Einsamkeit fürchten sich 11%. Nur 2% der Befragten sorgen sich, dass Lebensmittel knapp werden.
     
  4. Haben Sie schon einmal eine ähnliche Krise erlebt? Welche? 90% haben nie etwas Ähnliches erlebt. Konkrete Nennungen der anderen Befragten sind: die Rationierung und Armut während und nach des 2. Weltkriegs; die Flüchtlingswellen nach Kriegen; Tuberkulose; die Vogelgrippe; die Schweinegrippe; Sars; die Maul- und Klauenseuche Anfang der 60er-Jahre, Dengue-Fieber; eine Meningitis-Epidemie in einem Spital in Ghana, Tschernobyl; Tsunami; Hamsterkäufe während des Ungarn-Aufstandes 1956. Ein Arzt schreibt: «Schon mindestens drei Epidemien – ohne Hysterie»
     
  5. Verlassen Sie Ihr Daheim derzeit noch? Nur 20% bleiben immer zuhause. 80% verlassen gelegentlich ihr Haus oder ihre Wohnung.
     
  6. Wenn Sie Ihr Daheim verlassen, was machen Sie? 41% kaufen ein, 35% gehen spazieren, nur gerade 1% der Befragten gibt an, gelegentlich Familienangehörige mit der nötigen Distanz zu treffen.
     
  7. Wie schützen Sie sich, wenn Sie das Zuhause verlassen? Genügend Abstand halten alle Befragten ein, aber 43% verlassen ohne besonderen Schutz ihr Zuhause. Nur gerade 6% tragen eine Gesichtsmaske.
     
  8. Wie schwer tun Sie sich mit der Selbstisolation daheim? Nur 29% geben an, dass sie damit Mühe haben.
     
  9. Wie geht der Staat mit der Corona-Krise um? Die Regierung kommt gut weg. 81% erteilen ihr gute bis sehr gute Noten. 10% sind überhaupt nicht zufrieden mit dem Krisenmanagement.
     
  10. Wie konsequent halten Sie sich an die Anweisungen der Regierung? Zu drei Vierteln halten sich die Befragten im Durchschnitt daran. Ein Viertel interpretiert die Massnahmen nach eigenem Gutdünken.
     
  11. Wie gehen Sie mit Angehörigen und Freunden um? 46% haben nur noch telefonischen Kontakt. 31% sehen sich auch noch dabei, weil sie Zoom, Teams, Skype, Facetime, WhatsApp oder einen anderen Anbieter nutzen. Immerhin fast 3% sind immer noch in körperlichem Kontakt mit Angehörigen und Freunden.
     
  12. Was schränkt Sie am meisten ein? Eindeutig das Begegnungsverbot mit anderen Menschen. 42% vermissen diesen Kontakt am meisten. 26% nervt der Verlust ihrer persönlichen Freiheit und 15% empfinden den Aufruf, dass gerade ihre Generation zuhause bleiben soll, als grösste Einschränkung.
     
  13. Haben Sie auch gehamstert? 4% geben es zu.
     
  14. Falls ja, was haben Sie gehamstert? Nur gerade zwei Befragte geben an, WC-Papier gehamstert zu haben. Am meisten wurde bei den Lebensmitteln zugegriffen, wobei viele kommentieren, dass sie schon immer einen Notvorrat zuhause angelegt hätten.
     
  15. Sollten die 65plus zuhause bleiben, damit die Jüngeren arbeiten können? Dazu sagen 65% der Befragten ja.
     
  16. Wer bringt die grösseren Opfer zur Eindämmung der Krise? 34% finden, dass Personen unter 65 mehr Opfer bringen, 13% sehen es umgekehrt und 53% können sich nicht entscheiden.
     
  17. Wie gut ist unser Gesundheitswesen auf die Coronakrise vorbereitet? Bei einem Maximum von 5 bekommt es die positive Bewertung von 3,1.
     
  18. Haben Sie Angst vor einem Kollaps des Gesundheitswesens? 56% vertrauen der Tragfähigkeit des Systems, 39% sind nicht so optimistisch.
     
  19. Haben Sie Angst vor einem Kollaps der Weltwirtschaft? Bei dieser Frage herrscht viel mehr Pessimismus. 60% machen sich ernsthaft Sorgen. 34% glauben an einen guten Ausgang.
     
  20. Was ist wichtiger: die Gesundheit oder die Wirtschaft? Eindeutiges Fazit. Geht es hart auf hart, finden 70%: Gesundheit zuerst.
     
  21. Wie wird die Coronakrise die Welt verändern? Hier fehlt der Generation 50plus die Hoffnung. Ganze 50% sind der pessimistischen Ansicht, dass sich nichts zum Guten verändern wird, weil die Menschen so schnell vergessen würden. Immerhin 14% hoffen auf mehr Solidarität untereinander, 12% auf eine Rückbesinnung auf immaterielle Werte. Dass weniger mit dem Flugzeug gereist wird, glauben nur 3%.
     
  22. Wann wird die Coronakrise überwunden sein? Die Mehrheit (35%) glaubt, in einem halben Jahr. 18% hoffen, dass bis zum Sommer alles durchgestanden ist. 20% glauben nicht an ein Ende der Coronakrise in diesem Jahr.
     


Abonnieren Sie die besten Tipps und Angebote im wöchentlichen Newsletter.