FINANZEN

Macht das Sparen über 50 überhaupt Sinn?

Finanzen, Sparen, Vorsorge

Geld sinnvoll anlegen, sollte gut überdacht sein (Bild Fotolia)

Sparen im Alter: Ist das sinnvoll oder sinnlos?  Diese Frage stellen sich häufig über 50-jährige, die noch einen überschaubaren Zeitraum bis zu Ihrer Pensionierung oder Rente im Berufsleben stehen.

Ihr Sicherheitspuffer
Zunächst sollten Sie, egal in welchem Alter, stets über einen finanziellen Puffer für ungeplante Ausgaben verfügen. Bei der Höhe dieses Puffers sind sich die Experten nicht ganz einig, jedoch sollten es mindestens drei Netto-Monatsgehälter sein.

Diesen Sicherheitspuffer sollten Sie kurzfristig verfügbar und ohne Risiko "parken", z. B. auf einem Tagesgeldkonto.

Durchleuchten Sie strukturiert Ihre Lebens- und Finanzsituation
Sie sollten zuerst eine Ist-Analyse durchführen: Wie viel Kapital und welche Geldanlagen (wie z. B. laufende Bausparverträge, Lebensversicherungen, Aktien oder Sparverträge) besitzen Sie eventuell schon?

Wie lange ist die Laufzeit und wann beginnt die Auszahlphase bzw. Zuteilung?

Anschliessend ist es sinnvoll, dass Sie sich Ihre aktuelle Lebenssituation und Ihre Ziele ansehen. Sind Sie z. B. 53 Jahre alt und möchten etwas früher - mit Abschlägen - in 10 Jahren in Rente gehen?

Gerade dann sollten Sie diese Finanzlücke bereits jetzt berücksichtigen. Oder möchten Sie sich mit 60 einen grossen Traum erfüllen? Auch dann benötigen Sie Kapital, welches Sie möglicherweise noch ansparen müssen.

Auch Immobilienbesitzer "50plus" sollten ans Alter denken. In einem Eigenheim wohnen Sie zwar im Alter mietfrei, vor Ausgaben für Instandhaltung und Reparaturen bleiben Sie jedoch nicht verschont.

Wenn z. B. die Heizanlage im Winter ausfällt und Sie kurzfristig Ersatz benötigen, kann das schnell mehrere Tausend Franken kosten.

Einnahmen und Ausgaben auflisten
Als nächsten Schritt empfiehlt es sich, Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen. So haben Sie den Überblick über Ihre laufenden Posten.

Hier ergibt sich manchmal unerwartetes Einsparpotenzial. Nachdem Sie nun Einnahmen und Ausgaben analysiert haben, sollte sich - hoffentlich - ein verbleibender Restbetrag ergeben.

Diesen können Sie zum Sparen verwenden. Falls nicht, werfen Sie erneut einen kritischen Blick auf die Ausgabenseite: Haben Sie ältere Versicherungen, die Sie nicht mehr benötigen oder anpassen können? Gibt es Konsumausgaben, die Sie einschränken können? 

Wie soll ich mein Geld anlegen
Generell lässt sich festhalten, dass die Zeit Ihr Geld vermehrt. Rendite und Laufzeit einer Geldanlage bestimmen die Höhe des Gewinns. Je höher die Rendite, desto höher in der Regel das Risiko.

Sie sollten mit 50plus nicht alles auf eine Karte setzen, jedoch die Renditemöglichkeiten anhand Ihres Anlagezeitraums realistisch einschätzen.

Sie könnten monatlich Geld in einen Fondssparplan investieren wie z. B. aktiv gemanagte Fonds oder ETFs. Beim monatlichen Investieren profitieren Sie vom "cost average effect" bzw. dem Durchschnittskosteneffekt.

Sie kaufen Ihre Anteile nicht einmalig zu einem bestimmten Preis, sondern "verteilen" diesen Kauf auf die monatlichen Sparraten. So können Sie Kursschwankungen teilweise ausgleichen.

Für etwas erfahrenere Anleger gibt es z. B. die Möglichkeit des Kaufs von Einzelaktien. Falls Sie mehr Sicherheit möchten, könnten Sie z. B. in fest verzinste Sparpläne investieren. 

Fazit
Für Ihre individuelle Finanzplanung sollten Sie frühzeitig mit einem Anlageexperten sprechen, der Ihre genaue Situation analysiert und konkrete Empfehlungen gibt. Hier ist es von Vorteil, wenn Sie sich durch diesen Artikel bereits erste Gedanken gemacht haben.



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