So reagiert man auf jeden Fall richtig

Zecken, wann muss ich einen Arzt kontaktieren?
Zecken, wann muss ich einen Arzt kontaktieren? (Bild Viktor Grabarczyk on Unsplash)
Trotz aller Vorsichtsmassnahmen können Zecken jeden erwischen. Gerade wer oft in der Natur ist, sollte mit der Entfernung einer Zecke gut vertraut sein.

Wo können Zecken auftreten?

Nach einem Aufenthalt im Freien, vor allem im Sommer, sollte der Körper gründlich abgesucht werden. Junge, noch nicht festgesaugte Zecken können zwar mit einer Dusche abgespült werden, eine Suche wird dadurch aber nicht ersetzt.

Folgende Körperstellen werden von Zecken bevorzugt:

  • die Innenseiten der Oberschenkel,
  • Kniekehlen und Armbeugen,
  • Hautfalten wie zum Beispiel unter den Brüsten,
  • die Achselhöhlen,
  • der Hals und der Nacken sowie
  • die Kopfhaut.

Von Pinzetten und Schlingen: Zecken entfernen

Eine Zecke können Sie mit verschiedenen Werkzeugen aus der Apotheke wie einer Zeckenpinzette, einer Zeckenkarte oder einer Zeckenschlinge entfernen. Wenn keine Zeckenpinzette zur Hand ist, funktioniert es auch mit einer gewöhnlichen Pinzette, die über angewinkelte Spitzen verfügt. Flache Spitzen können die Zecke zerquetschen und sind daher nicht geeignet.

Greifen Sie die Zecke möglichst hautnah und ziehen Sie sie in einer festen, aber trotzdem vorsichtigen Bewegung senkrecht aus der Hand. Benutzen Sie eine Pinzette, kann es hilfreich sein, wenn Sie zaghaft rütteln, bevor Sie an der Zecke ziehen. Quetschen Sie die Zecke möglichst wenig zusammen, damit keine Körperflüssigkeiten austreten.

Verwenden Sie eine Zeckenkarte, müssen Sie nicht ziehen, sondern leicht schieben. Die Karte wird mit dem Schlitz möglichst hautnah unter die Zecke geführt und so lange angeschoben, bis das Tier sich von selbst löst. Stehen überhaupt keine Hilfsmittel zur Verfügung, können Sie auch die Fingernägel benutzen. Arbeiten Sie auch hier möglichst vorsichtig und nah an der Haut.

Was passiert nach der Entfernung?

Reinigen Sie die Einstichstelle nach dem Entfernen der Zecke mit einem Wunddesinfektionsmittel und waschen Sie sich gründlich die Hände. Wenn noch ein kleiner schwarzer Punkt zu sehen ist, kann es sein, dass der Stechapparat in der Wunde stecken geblieben ist. Es ist möglich, dass eine harmlose Entzündung entsteht, mit der die Haut jedoch selbst fertig wird. Bohren Sie nicht in der Wunde, um die Reste zu entfernen.

Sie sollten die Stichstelle jedoch noch mehrere Wochen auf Veränderungen beobachten. Dazu können Sie sie zum Beispiel fotografieren, damit Heilungs- oder Entzündungsverläufe besser sichtbar sind. Anfängliche kleine Rötungen sind völlig normal.

Die Zecke muss unschädlich gemacht werden

Eine entfernte Zecke muss so entsorgt werden, dass sie sich nicht wieder befreien kann und dass Sie nicht mit ihren Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen. Dazu können Sie die Zecke zum Beispiel in Desinfektionsmittel oder hochprozentigen Alkohol einlegen. Es macht auch Sinn, sie zu verbrennen oder eine in Papier eingelegte Zecke mit einem schweren Gegenstand zu zerdrücken.

Niemals sollten Sie eine Zecke, egal ob lebend oder tot, mit den eigenen Fingern zerdrücken. Sollte das Tier Krankheitserreger in sich tragen, können Sie sich dadurch anstecken, obwohl Sie nicht gestochen wurden. Auch das Herunterspülen in der Toilette bringt wenig: Zecken sind so zäh, dass sie selbst einen Waschgang überleben würden.

Warum kann ich nicht einfach warten, bis die Zecke abfällt?

Natürlich fallen unentdeckte Zecken meistens nach etwa zwei Wochen von selbst ab. Doch je länger sie festgesaugt bleiben, desto höher wird das Risiko für eine Infektion mit Borreliose oder FSME, einer schweren Hirnhautentzündung. Entfernen Sie Zecken daher immer so früh wie möglich.

Wie hilfreich sind Hausmittel?

Hausmittel wie Öl, Seife oder Alkohol sollten Sie niemals auf die Zecke träufeln. Davon wird sie nicht abfallen, sondern nur Erbrochenes oder Speichel abgeben. So können Mikroerreger und Bakterien in die Wunde eindringen.

Wann muss ich einen Arzt kontaktieren?

Kontaktieren Sie einen Arzt, wenn:

  • die Zecke an einer sehr empfindlichen Stelle wie dem Augenlid oder dem Genitalbereich sitzt,
  • sich eine ringförmige Hautrötung um die Stichstelle gebildet hat oder
  • wenn sechs Wochen nach dem Stich grippeähnliche Symptome auftreten.

 

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