Zeckenbiss
So reagiert man bei einem Zeckenbiss richtig
Mit den ersten warmen Tagen des Jahres beginnt auch die Zeckensaison. Die kleinen Spinnentiere sind in Wäldern, Parks, Gärten und auf Wiesen aktiv und können beim Aufenthalt in der Natur schnell auf den Menschen gelangen. Besonders Menschen, die gerne wandern, Rad fahren oder im Garten arbeiten, kommen häufiger mit Zecken in Kontakt. Obwohl die meisten Zeckenbisse harmlos verlaufen, können die Parasiten Krankheitserreger übertragen. Dazu zählen vor allem Borreliose und in bestimmten Regionen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man bei einem Zeckenbiss richtig reagiert. Wer schnell und korrekt handelt, kann das Risiko möglicher Folgen deutlich reduzieren.
Zeckenbiss oder Zeckenstich – was passiert eigentlich?
Streng genommen handelt es sich bei einem sogenannten Zeckenbiss nicht um einen Biss, sondern um einen Stich. Die Zecke ritzt die Haut mit ihren Mundwerkzeugen an und verankert sich anschließend im Gewebe. Dort saugt sie Blut und kann je nach Entwicklungsstadium mehrere Stunden oder sogar Tage am Körper verbleiben.
Besonders häufig sitzen Zecken an warmen und gut durchbluteten Körperstellen. Dazu gehören Kniekehlen, Achselhöhlen, Leistengegend, Bauchbereich, Hals oder die Kopfhaut. Nach Aufenthalten im Freien sollte der Körper daher gründlich abgesucht werden.
Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger in sich. Dennoch besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Infektion. Borreliose wird durch bestimmte Bakterien übertragen und kann in ganz Deutschland auftreten. FSME hingegen wird durch Viren verursacht und kommt vor allem in ausgewiesenen Risikogebieten vor.
Wichtig ist, nicht in Panik zu geraten. Die meisten Zeckenbisse führen nicht zu einer Erkrankung. Entscheidend ist jedoch, die Zecke möglichst frühzeitig und korrekt zu entfernen.
Die Zecke richtig entfernen
Sobald eine Zecke entdeckt wird, sollte sie möglichst schnell entfernt werden. Je kürzer die Zecke in der Haut verbleibt, desto geringer ist insbesondere das Risiko einer Borreliose-Übertragung. Für die Entfernung eignen sich spezielle Zeckenzangen, Zeckenkarten oder feine Pinzetten.
Greifen Sie die Zecke möglichst nah an der Hautoberfläche und ziehen Sie sie langsam und gleichmäßig heraus. Dabei sollte die Zecke weder gequetscht noch gedreht werden. Ziel ist es, den gesamten Körper einschließlich der Mundwerkzeuge zu entfernen.
Von älteren Hausmitteln wie Öl, Nagellack, Klebstoff oder Alkohol wird ausdrücklich abgeraten. Solche Methoden können die Zecke reizen und dazu führen, dass sie vermehrt Speichel oder Darminhalt in die Wunde abgibt. Dadurch steigt das Risiko einer Erregerübertragung.
Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle gründlich desinfiziert werden. Anschließend empfiehlt es sich, das Datum des Zeckenstichs zu notieren und die Hautstelle in den folgenden Wochen zu beobachten.
Bleiben kleine Teile der Mundwerkzeuge in der Haut zurück, besteht meist kein Grund zur Sorge. Der Körper stößt diese in vielen Fällen selbstständig ab. Bei Unsicherheit kann jedoch ein Arzt hinzugezogen werden.
Auf mögliche Symptome achten
Nach einem Zeckenstich sollten Sie Ihren Körper aufmerksam beobachten. Besonders wichtig ist die sogenannte Wanderröte, ein typisches Anzeichen einer Borreliose. Dabei entsteht einige Tage oder Wochen nach dem Stich eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle, die sich langsam ausbreitet.
Nicht jeder Borreliose-Fall geht jedoch mit einer Wanderröte einher. Auch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen können Hinweise auf eine Infektion sein. Werden solche Symptome bemerkt, sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden.
FSME äußert sich häufig zunächst durch unspezifische Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung das Gehirn und die Hirnhäute betreffen. Da es gegen FSME keine ursächliche Behandlung gibt, kommt der Vorbeugung eine besondere Bedeutung zu.
Eine vorsorgliche Antibiotikabehandlung nach jedem Zeckenstich wird in Deutschland in der Regel nicht empfohlen. Ob eine Therapie notwendig ist, entscheidet der Arzt anhand der individuellen Situation und möglicher Symptome.
Gerade Menschen ab 50 sollten Veränderungen ihres Gesundheitszustands nach einem Zeckenstich aufmerksam wahrnehmen. Mit zunehmendem Alter können Infektionen teilweise schwerer verlaufen oder langsamer erkannt werden.
So schützen Sie sich vor Zecken
Der beste Schutz besteht darin, Zeckenstiche möglichst zu vermeiden. Bei Spaziergängen durch hohes Gras, Unterholz oder Waldgebiete empfiehlt sich lange Kleidung. Helle Stoffe erleichtern das Erkennen der Zecken. Geschlossene Schuhe und lange Hosenbeine bieten zusätzlichen Schutz.
Zeckenabweisende Sprays können das Risiko ebenfalls reduzieren, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Nach jedem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper gründlich abgesucht werden. Besonders Kinder und Haustiere sollten ebenfalls kontrolliert werden.
Wer in einem FSME-Risikogebiet lebt oder sich dort regelmäßig aufhält, sollte mit seinem Arzt über eine FSME-Impfung sprechen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung insbesondere für Menschen mit erhöhtem Expositionsrisiko.
Auch der eigene Garten kann zeckenfreundliche Bereiche aufweisen. Regelmäßiges Mähen des Rasens, das Entfernen von Laub und das Freihalten stark bewachsener Bereiche können dazu beitragen, die Zeckenpopulation zu verringern.
Fazit
Ein Zeckenbiss ist meist harmlos, sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, die Zecke möglichst schnell und fachgerecht zu entfernen. Anschließend sollte die Einstichstelle beobachtet und auf mögliche Symptome geachtet werden. Wer Veränderungen wie Wanderröte, Fieber oder grippeähnliche Beschwerden bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen. Gleichzeitig helfen geeignete Schutzmaßnahmen, das Risiko eines Zeckenstichs deutlich zu senken. Mit Aufmerksamkeit, schneller Reaktion und guter Vorsorge können Sie die Natur unbeschwert genießen und gesundheitliche Risiken minimieren.
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