Soll man Vögel im Winter füttern?

Vögel füttern im Winter aus umweltpädagogischer Sicht wertvoll
Vögel füttern im Winter aus umweltpädagogischer Sicht wertvoll (Bild: Vittorio Zaboni on Unsplash)
Meisenknödel und Futterhäuschen erfreuen sich in der Wintersaison grosser Beliebtheit. Doch wie sinnvoll ist es, den Vögeln im Winter die Nahrungssuche abzunehmen?

Tradition und Faszination machen das Aufstellen von Futterangeboten für unsere gefiederten Freunde zu einem spannenden und unvergleichlichen Erlebnis. Hinzu kommt der Wunsch, den Wintervögeln bei der komplizierten Futterbeschaffung in der kalten Jahreszeit ein wenig zur Hilfe zu kommen und auf diese Weise die Artenvielfalt zu schützen.

Vögel füttern im Winter aus umweltpädagogischer Sicht wertvoll

Um das durch digitale Medien und den anstrengenden Arbeitsalltag in den Hintergrund geratene Naturbewusstsein zu fördern, ist das Schaffen von Futterangeboten für Wintervögel ideal. So empfiehlt der bekannte Tierschutzverband NABU eine Winterfütterung aus umweltpädagogischer Sicht, um Naturerlebnis und Umweltbildung zu verbessern. Zwar werden Sie durch das Aufhängen von Futterquellen noch nicht zum Tierschützer, da diese in erster Linie den wenig bedrohten Arten zugute kommen. Die Verbesserung der Artenkenntnis sowie das spannende Naturschauspiel, das Interessierte auf diese Weise in den heimischen Garten bringen, ist den preislichen und zeitlichen Aufwand dennoch allemal wert. Folgende Vogelarten können Sie in den Wintermonaten beobachten:

  • Amsel
  • Haus- und Feldsperling
  • Blaumeise und Kohlmeise
  • Elster
  • Buntspecht

Die Tierschutz-Perspektive - eindeutige Studien fehlen noch

Aus der Perspektive des Tierschutzes gibt es zur Winterfütterung von Gartenvögeln durchaus gespaltene Meinungen. Während Befürworter die Unterstützung schwacher Tiere mit geringer Überlebenschance als positiv einordnen, warnen Skeptiker vor Nesträubern wie Eichhörnchen und Raubvögeln, die bei intensiver Fütterung angezogen werden und kleinen Singvögeln schaden können. Klare Empfehlungen, auf ein winterliches Füttern der Vögel zu verzichten, gibt es jedoch nur vereinzelt. Richtig dosiert und gekonnt umgesetzt, wirkt sich der Aufbau von Futterstellen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nachteilig auf das natürliche Ökosystem des Gartens aus.

Der Hygiene-Aspekt und die Wahl des Futterhäuschens

Das klassische, geräumige Futterhäuschen mit flach zulaufendem Dach bringt jede Menge Tradition mit und wirkt auch besonders ästhetisch, aus hygienischen Gründen kann es jedoch zum Problem werden. Da sein Innenraum Vögel zu einem längeren Aufenthalt einlädt, sammelt sich dort auch der Kot der Besucher, welcher im schlimmsten Fall Krankheitserreger wie Salmonellen auf andere Vögel übertragen kann. Aus diesem Grund sollten Sie entweder auf sogenannte Futtersilos ohne Plattform zurückgreifen oder das klassische Futterhäuschen regelmässig mit Handschuhen und heissem Wasser reinigen, bevor Futter nachgelegt wird.

Welche Vogelarten sind typische Wintervögel?

Je nach dem, für welche Futterart Sie sich entschieden haben, locken Sie unterschiedliche Vogelarten in Ihren Garten. Im Winter werden diverse Meisenarten, Sperlinge, Grünfinken, Kleiber sowie die etwas grösseren Amseln und Elstern besonders häufig gesichtet.

Welche Futtersorten sind bei Wintervögeln besonders beliebt?

Während Blau- und Kohlmeisen gehackte Nüsse und Sonnenblumenkerne präferieren, gelten Sperling und Rotkehlchen als Allesfresser, die auch Mehlwürmer und Rosinen nicht verschmähen. Grosse Wintervögel wie Elstern und Eichelhähern können Sie mit ganzen Erdnüssen eine Freude machen.

Wie wirkt sich das Aufstellen von Vogelfutter in den Wintermonaten aus?

Über die genauen Auswirkungen, die das Aufstellen von Vogelfutter in der Wintersaison mit sich bringt, gibt es in Anbetracht der Studienlage noch keine endgültige Gewissheit. Ornithologen zufolge kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Winterfütterung zwar keinen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt darstellt, sich aber auch keineswegs negativ auf das Wohlergehen der heimischen Tiere auswirkt.

 

 


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