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Warum Herzinfarkte im Winter häufiger vorkommen

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Hoffentlich ist jemand in der Nähe, wenn es passiert (Foto: rawpixel on Unsplash)

Kaltes Wetter kann buchstäblich mörderisch sein. Im Winter muss man sich bewusst sein, wie sehr die Kälte das Herz-Kreislauf-System beeinflusst – auch wenn man keinen Schnee schaufelt.

"Es wurde in vielen, vielen Studien gezeigt, dass es im Zeitraum Dezember bis Januar mehr Herzinfarkte gibt", sagte Dr. Samin Sharma, Kardiologe am Mount Sinai Hospital in New York, zu «Accuweather».

Während intensives Kardio-Training selbst das Herz belastet, kann die Anstrengung bei kaltem Wetter sogar einen ansonsten gesunden Menschen gefährden, erklärt Dr. Sharma, denn Kälte verursache eine Verengung der Arterien.

"Kälte erzeugt manchmal einen perfekten Sturm von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Probleme", sagt Dr. Randall Zusman, Kardiologe am Massachusetts General Hospital, in einem Bericht der Harvard Medical School.

Viele dieser Risiken gehen auf das zurück, was Dr. Zusman als "Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage" bezeichnet.

Kaltes Wetter kann die Zufuhr von sauerstoffreichem Blut zum Herzmuskel verringern. Und es kann Sie in Situationen bringen, in denen Ihr Herz härter arbeiten muss, was zu einer Nachfrage nach noch mehr sauerstoffreichem Blut führt.

Diese Diskrepanz - eine geringere Sauerstoffversorgung des Herzens in Verbindung mit einem höheren Bedarf an Sauerstoff durch das Herz - kann eine Voraussetzung für einen Herzinfarkt sein.

Auch der Kortisonspiegel schwankt bei kälterem Wetter, so dass die Blutplättchen "klebrig" werden, sagte Dr. Sharma.

Klebrige Blutplättchen lassen Gerinnsel leichter entstehen. Da sich die Arterien durch Kaltluft verengen, nehmen die Verstopfungen zu. "Blockaden, die bei 60 Prozent lagen, können jetzt 75 oder 80 Prozent betragen."

Ausserdem muss Ihr Herz bei kaltem Wetter härter arbeiten, um die Kerntemperatur des Körpers aufrechtzuerhalten. Und wenn Sie durch tiefen Schnee gehen und schwere Kleidung tragen oder in der Kälte trainieren, arbeitet Ihr Herz noch härter.

"Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie sich im Winter im Freien bewegen", rät Dr. Zusman.

Selbst ein zügiges Gehen gegen einen starken Wind kann das Herz belasten. Anstrengung erhöht den Sauerstoffbedarf des Herzens. "Wenn es eine Blockade in einer Herzarterie gibt, die den Blutfluss zum Herzmuskel reduziert, reicht die Versorgung möglicherweise nicht aus, um die Nachfrage zu decken", sagt Dr. Zusman.

Und viele Menschen sind sich nicht einmal bewusst, dass sie eine Blockade haben.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Herzinfarkte im Winter 33 bis 50 Prozent wahrscheinlicher sind als im Sommer und dass es an einem Tag im Januar doppelt so viele Herzinfarkte gibt wie an einem Tag im Juli.

Eine britische Studie ergab, dass jeder Temperaturabfall von 1 Grad an einem bestimmten Tag mit etwa 200 zusätzlichen Herzinfarkten verbunden war.

Am anfälligsten für kältebedingte kardiovaskuläre Ereignisse sind Menschen, die bereits solche Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes, Familiengeschichte und Fettleibigkeit haben, sowie Menschen über 70 Jahre.

 



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