Herz
Warum Herzinfarkte im Winter häufiger vorkommen
Kälte als Belastung für Herz und Kreislauf
Im Winter fühlen sich viele Menschen weniger aktiv, verbringen mehr Zeit in Innenräumen und unterschätzen die Wirkung niedriger Temperaturen auf den Körper. Dabei zeigen medizinische Beobachtungen seit Jahren, dass Herzinfarkte in der kalten Jahreszeit häufiger auftreten. Besonders Menschen ab 50 sollten diesen Zusammenhang kennen, denn mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Bei Kälte ziehen sich die Blutgefässe zusammen, damit der Körper Wärme speichert. Dadurch steigt der Blutdruck, und das Herz muss stärker arbeiten. Für gesunde Menschen ist diese Reaktion meist unproblematisch. Wer jedoch bereits unter Bluthochdruck, verengten Herzkranzgefässen, Diabetes oder erhöhten Cholesterinwerten leidet, kann stärker belastet werden.
Hinzu kommt, dass kalte Luft die Atmung erschweren und körperliche Anstrengung intensiver wirken lassen kann. Schneeschaufeln, schnelle Wege bei Frost oder ungewohnte Belastungen im Freien können für das Herz anstrengender sein, als es auf den ersten Blick erscheint. Gerade morgens, wenn Blutdruck und Stresshormone natürlicherweise ansteigen, ist besondere Vorsicht sinnvoll.
Warum der Winter das Risiko zusätzlich erhöht
Nicht nur die Kälte selbst spielt eine Rolle. Im Winter kommen mehrere Faktoren zusammen, die Herz und Kreislauf belasten können. Viele Menschen bewegen sich weniger, essen schwerer und nehmen über die Feiertage mehr Kalorien, Fett, Zucker oder Alkohol zu sich. Gleichzeitig fehlen Sonnenlicht und frische Luft, was Stimmung, Schlaf und Aktivität beeinflussen kann.
Auch Infekte sind ein wichtiger Punkt. Grippe, Erkältungen und andere Atemwegsinfektionen können Entzündungsreaktionen im Körper auslösen. Diese belasten das Herz-Kreislauf-System zusätzlich und können bei vorbelasteten Menschen das Risiko für Komplikationen erhöhen. Wer bereits herzkrank ist, sollte Infekte deshalb ernst nehmen und sich ausreichend erholen.
Stress darf ebenfalls nicht unterschätzt werden. Die dunkle Jahreszeit, Feiertagsvorbereitungen, Einsamkeit oder familiäre Belastungen können den Blutdruck erhöhen und das Wohlbefinden beeinträchtigen. Herzgesundheit hängt nicht nur von Gefässen und Muskeln ab, sondern auch von Schlaf, seelischer Balance und Alltagsgewohnheiten.
So können Sie Ihr Herz im Winter schützen
Sie können viel tun, um Ihr Herz in der kalten Jahreszeit zu entlasten. Ziehen Sie sich warm an, besonders an Kopf, Hals, Händen und Füssen. Vermeiden Sie plötzliche starke Anstrengungen in eisiger Luft und wärmen Sie sich langsam auf, bevor Sie draussen körperlich aktiv werden. Wenn Sie Schnee räumen müssen, machen Sie Pausen und übertreiben Sie es nicht.
Regelmässige Bewegung bleibt wichtig. Spaziergänge, Gymnastik, Schwimmen oder Training in Innenräumen helfen, Kreislauf, Gewicht und Stoffwechsel zu stabilisieren. Achten Sie ausserdem auf eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch, Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen.
Wenn Sie Medikamente gegen Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen einnehmen, sollten Sie diese konsequent nach ärztlicher Anweisung verwenden. Regelmässige Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin sind besonders in der zweiten Lebenshälfte sinnvoll.
Warnzeichen wie Druck oder Schmerzen in der Brust, Atemnot, Übelkeit, kalter Schweiss, starke Schwäche oder Schmerzen, die in Arm, Rücken, Hals oder Kiefer ausstrahlen, sollten Sie niemals ignorieren. In solchen Fällen zählt jede Minute.
Fazit
Herzinfarkte kommen im Winter häufiger vor, weil Kälte, höherer Blutdruck, Infekte, Bewegungsmangel und zusätzliche Belastungen zusammenwirken können. Besonders Menschen ab 50 und Personen mit bekannten Herz-Kreislauf-Risiken sollten in der kalten Jahreszeit achtsam sein. Warme Kleidung, moderate Bewegung, gesunde Ernährung, ausreichende Erholung und regelmässige ärztliche Kontrollen können helfen, das Herz zu schützen. Wer Warnzeichen ernst nimmt und rechtzeitig handelt, verbessert seine Chancen auf schnelle Hilfe und langfristige Gesundheit.
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