Welche Nährstoffe lindern Hitzewallungen nachhaltig?

Für viele Frauen in den Wechseljahren zählen plötzliche Hitze, gerötete Haut und Schweißausbrüche zum Alltag.
Die Symptome der Menopause können stark belasten.
Die Symptome der Menopause können stark belasten. – (Pexels)

Doch nicht allein die Hormone bestimmen darüber, wie stark diese Beschwerden letztlich ausfallen, denn zahlreiche weitere Faktoren wirken auf das Ausmaß der Symptome ein, die viele Frauen belasten. Auch die tägliche Ernährung, die viele Frauen unterschätzen, spielt eine bedeutende Rolle dabei, wie gut der Körper mit den hormonellen Umstellungen zurechtkommt, die während der Wechseljahre auftreten. Bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenstoffe können Hitzewallungen spürbar seltener und schwächer machen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Substanzen sich in Studien und Erfahrungsberichten als hilfreich erwiesen haben, wie sie wirken und auf welche Weise sich nährstoffreiche Kost sinnvoll in den Speiseplan bringen lässt.

Was im Körper während einer Hitzewallung passiert

Bei einer Hitzewallung kommt die Steuerung der Körpertemperatur im Gehirn für kurze Zeit aus dem Takt. Der Hypothalamus, der als körpereigenes Steuerzentrum für die Wärmeregulierung fungiert, reagiert in dieser besonderen Lebensphase deutlich empfindlicher auf selbst kleinste Schwankungen, die zuvor kaum bemerkbar gewesen wären. Fällt der Östrogenspiegel, verengt sich das sogenannte thermoneutrale Fenster, also jener Bereich, in dem sich der Organismus wohlfühlt. Bereits geringfügige Reize, wie eine leichte Erwärmung des Raumes oder eine kleine körperliche Anstrengung, lösen dann eine sofortige Gegenreaktion des Körpers aus, die sich als Hitzewallung bemerkbar macht.

Die Folge: Blutgefäße weiten sich, das Herz schlägt schneller, und die Haut beginnt zu schwitzen, um überschüssige Wärme abzugeben. Wer die hormonellen Hintergründe genauer nachvollziehen möchte, findet in unserer Darstellung dazu, was sich in dieser Phase im Körper verändert, eine anschauliche Erklärung. Diese Vorgänge lassen sich zwar nicht vollständig verhindern, aber über gezielte Nährstoffzufuhr durchaus abmildern, weil bestimmte Substanzen die Gefäß- und Nervenfunktion stabilisieren.

Diese Nährstoffe wirken gezielt gegen Hitzewallungen

Verschiedene Vitalstoffe greifen an ganz unterschiedlichen Stellen in die Wärmeregulierung des Körpers ein, wobei jeder von ihnen auf seine eigene Weise zum inneren Gleichgewicht beiträgt. Sie beeinflussen den Hormonhaushalt, stärken die Nerven oder wirken auf die Durchblutung. Die richtige Auswahl bringt Erleichterung ohne Medikamente.

Vitamin E und B-Vitamine als Nervenstütze

Vitamin E gilt seit Langem als natürlicher Helfer bei Schweißausbrüchen. Es unterstützt die Zellmembranen, die für den Schutz der Körperzellen wichtig sind, und kann bei regelmäßiger Zufuhr dazu beitragen, dass die Häufigkeit der lästigen Beschwerden spürbar zurückgeht. In großen Mengen findet man es in Nüssen, in Sonnenblumenkernen und in pflanzlichen Ölen. Die B-Vitamine wiederum, allen voran das für den Nervenstoffwechsel bedeutsame B6 und das oft unterschätzte B12, tragen zu einem stabilen Nervenkostüm bei und beeinflussen zugleich die Produktion stimmungsregulierender Botenstoffe im Körper. Da innere Anspannung und dauerhafter Stress bekanntermaßen Hitzewallungen verstärken und die Beschwerden zusätzlich verschlimmern können, hilft eine gute Versorgung mit diesen Vitaminen gleich in zweifacher Hinsicht, weil sie sowohl das Nervensystem stabilisiert als auch die Häufigkeit der Schweißausbrüche verringert.

Magnesium, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren

Magnesium beruhigt das Nervensystem und lockert die Muskulatur, wodurch sich nächtliche Schweißausbrüche abschwächen lassen. Es steckt in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und grünem Blattgemüse. Kalzium unterstützt zusätzlich die Knochengesundheit, die in dieser Lebensphase, in der hormonelle Veränderungen den Knochenstoffwechsel beeinflussen können, besonders wichtig wird, weshalb eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung an Bedeutung gewinnt und langfristig zur Stabilität des Skeletts beiträgt. Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch oder Leinöl hemmen Entzündungen und tragen zu einer ausgeglichenen Stimmung bei. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, die folgenden Nährstoffe, die auf ganz unterschiedliche Weise zur körperlichen und seelischen Ausgeglichenheit beitragen, regelmäßig und bewusst in den täglichen Speiseplan zu integrieren, damit sie zuverlässig auf dem Teller landen:

  1. Vitamin E aus Nüssen, Kernen und Pflanzenölen
  2. B-Vitamine aus Vollkorn, Eiern und Hülsenfrüchten aufnehmen
  3. Magnesium stammt aus grünem Gemüse und Getreide
  4. Kalzium aus Milchprodukten und Sesam aufnehmen
  5. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Walnüssen und Leinsamen

Pflanzliche Phytoöstrogene als natürliche Hormonhelfer

Eine besondere Rolle spielen dabei sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer chemischen Struktur dem körpereigenen Östrogen ähneln und deshalb, wenn der natürliche Hormonspiegel während der Wechseljahre absinkt, gezielt eingesetzt werden können, um bestimmte Beschwerden auf pflanzlichem Wege abzumildern. Diese sogenannten Phytoöstrogene binden an dieselben Rezeptoren und können einen Teil der fehlenden Hormonwirkung ersetzen. Aufgrund dieser besonderen Fähigkeit, sich an die körpereigenen Rezeptoren zu binden und die fehlende Hormonwirkung teilweise nachzuahmen, gehören sie zu den wirkungsvollsten pflanzlichen Ansätzen, die zur Linderung von Wärmeschüben herangezogen werden können, welche vielen Betroffenen erhebliche Beschwerden bereiten.

Soja, Rotklee und Leinsamen im Fokus

Reich an diesen Verbindungen sind Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojamilch. Auch Rotklee und Leinsamen liefern große Mengen an Isoflavonen und Lignanen. Wer solche Lebensmittel regelmäßig verzehrt, berichtet häufig von milderen Beschwerden. Wichtig ist dabei Geduld, denn die Wirkung entfaltet sich über mehrere Wochen. Eine kluge Kombination aus Obst, Gemüse und Vollkorn gegen Hitzewallungen unterstützt diesen Effekt zusätzlich, weil sie den Körper mit Ballaststoffen und Antioxidantien versorgt.

Vertiefende Hinweise zur besonders sensiblen Anfangsphase der hormonellen Umstellung bietet unser Beitrag darüber, wie sich die frühen Wechseljahre besser bewältigen lassen. Gerade zu Beginn reagieren viele Frauen deutlich auf Ernährungsumstellungen.

Wie sich hitzefördernde Auslöser über die Ernährung reduzieren lassen

Neben dem gezielten Aufbau wertvoller Nährstoffe, die den Körper stärken und das Wohlbefinden fördern, lohnt sich zugleich ein aufmerksamer Blick auf jene Lebensmittel, die Hitzewallungen begünstigen und daher, sofern man empfindlich reagiert, mit Bedacht in den täglichen Speiseplan aufgenommen werden sollten. Scharfe Gewürze, viel Koffein und Alkohol erweitern die Blutgefäße und erhitzen den Körper. Auch stark zuckerhaltige Speisen, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und ebenso schnell wieder abfallen lassen, führen zu ausgeprägten Blutzuckerschwankungen, die wiederum plötzliche Schweißausbrüche verstärken können, weshalb es sich lohnt, den Konsum von Süßigkeiten bewusst einzuschränken und stattdessen langsam verdauliche Kohlenhydrate zu wählen.

Eine bewusste Reduzierung dieser Reizstoffe zahlt sich oft schnell aus. Wer beispielsweise abends auf Rotwein und würzige Gerichte verzichtet, schläft häufig ruhiger und wacht seltener durch nächtliche Schübe auf. Wertvolle Orientierung zu diesem Thema bietet die Krankenkasse selbst: In ihrem Ratgeber zeigt die BARMER hilfreiche Ansätze gegen starkes Schwitzen und erklärt, welche Alltagsgewohnheiten die Beschwerden verschlimmern. Stattdessen empfiehlt sich reichlich stilles Wasser sowie ungesüßter Kräutertee, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und die Körpertemperatur zu regulieren.

Nährstoffreiche Lebensmittel klug in den Tagesplan einbauen

Selbst die beste Theorie bringt wenig, wenn sie im Alltag scheitert. Verteilen Sie die genannten Vitalstoffe deshalb geschickt über den ganzen Tag. Ein Frühstück aus Haferflocken, Leinsamen und frischen Beeren liefert schon morgens Ballaststoffe und pflanzliche Hormonhelfer. Zur Mittagszeit steuern ein Salat mit Tofu oder eine Portion Vollkornnudeln mit Gemüse wertvolle Bausteine bei.

Am Abend bieten sich leichte Gerichte mit fettem Fisch oder Hülsenfrüchten an. Zwischendurch passen eine Handvoll Walnüsse oder ein Naturjoghurt mit Sesam gut. Wenn man die Umstellung Schritt für Schritt angeht, behält man eher die Freude am Essen und bleibt langfristig dabei.

Entscheidend gegen Hitzewallungen ist das Zusammenspiel aus abwechslungsreicher, pflanzenbetonter Kost, ausreichend Bewegung und dem bewussten Verzicht auf reizende Stoffe. Auf diese Weise lässt sich die belastende Wärme dauerhaft und ganz ohne starke Nebenwirkungen in den Griff bekommen. Kleine, dauerhafte Ernährungsänderungen wirken oft besser als Radikaldiäten und verbessern gleichzeitig die Lebensqualität.


Newsletter abonnieren und gewinnen!

Melden Sie sich für unseren wöchentlichen Newsletter an und nehmen Sie automatisch an der nächsten Verlosung des Preisrätsels teil.

      Logo 50PLUS Logo 50PLUS Newsletter

      Möchten Sie den kostenlosen Newsletter mit den neusten Angeboten, Informationen und Preisrätseln erhalten?

      Ja, gerne
      Montag ist Preisrätseltag

      Jeden Montag neu. Versuchen Sie Ihr Glück auf den Gewinn attraktiver Preise im wöchentlichen Preisrätsel.

      Zum Preisrätsel