Gedächtnis

Wie wichtig ist Zucker für das Gehirn?

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Die Wirkung von Zucker auf das Gehirn (Bild Jesse Orrico on Unsplash)

Das Gehirn ist der grösste menschliche Energieverbraucher. 50 Prozent des zugeführten Zuckers verbrennt in den grauen Zellen.  

Das Gehirn verbraucht mehr Energie, als jedes andere Organ im menschlichen Körper. Bevorzugter Energielieferant der grauen Zellen ist Glukose. Allerdings muss die Zufuhr von Zucker streng dosiert sein, damit Ihre geistige Fitness optimal ist.

Zu viel oder zu wenig Glucose wirkt sich deutlich auf die Denkleistung aus. 

Die Wirkung von Zucker auf das Gehirn  
- Überschüssiger Zucker beeinträchtigt sowohl unsere kognitiven Fähigkeiten als auch unsere Selbstkontrolle.  

- Deutlich mehr als die Hälfte aller Menschen verspüren ein Verlangen nach mehr, haben sie etwas Zucker aufgenommen. Glucose hat eine drogenähnliche Wirkung, denn sie spricht direkt das Belohnungszentrum in den grauen Zellen an.  

- Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass süsse, aber auch salzige und fetthaltige Lebensmittel suchtähnliche Effekte auslösen. Diese setzen mitunter die Selbstkontrolle ausser Kraft, was zu übermässigem Essen und folglich zur Gewichtszunahme führt. 

Negative Auswirkungen von zu viel Zucker auf das Denkzentrum  
Weltweit haben Studien übereinstimmend einige Ergebnisse geliefert, die besorgniserregend sind: 

- Selbst bei einem einmalig überhöhten Blutzuckerspiegel, kann das Gehirn Schäden davontragen. Diese verlangsamen die kognitiven Funktionen und führen zu Gedächtnis- sowie Aufmerksamkeits-defiziten.  

- Ein hoher Zuckerkonsum verursacht kleinste Entzündungen im Gehirn, insbesondere im Hippocampus, die zu Gedächtnisstörungen führen. Allerdings sind diese Schäden nicht dauerhaft, wird nicht permanent zu viel Glucose aufgenommen.  

- Schäden an den Nervenzellen sind mitunter reparabel, wenn über einen längeren Zeitraum von mindestens 6 Monaten eine weitgehend zuckerfreie Diät eingehalten wird.  

Glucose beeinflusst die Stimmung 
Studien mit gesunden jungen Menschen haben gezeigt, dass die Probanden bei Zuckerentzug zunehmend aggressiver reagierten. Wurde eine zuckerreiche Diät verabreicht, waren die Testpersonen aktiv, gelassen und deutlich fröhlicher.

Allerdings, das ergab diese Studie ebenso, kann die Wirkung während der Pubertät genau gegenteilig sein. 

Welche schweren Erkrankungen werden durch zu hohen Zuckerkonsum verursacht? 
In erster Linie ist hier Diabetes zu nennen, der inzwischen nahezu weltweit zur Volkskrankheit geworden ist. Darüber hinaus hat die mit 23.245 Probanden weltweit grösste psychopathologische Studie ergeben, dass ein dauerhaft erhöhter Glucosespiegel die geistige Fitness beeinträchtigt und massgeblich für Depressionen verantwortlich ist.

Ausserdem schädigt Glucose die Blutgefässe, was sich durch koronare Erkrankungen zeigt, aber auch durch Augenleiden. Zusätzliche Untersuchungen zeigen, dass eine Ernährung mit hohem Zuckerzusatz den neurotrophen Faktor (BDNF) reduziert.

Diese Chemikalie ist für die Bildung neuer Gedächtniszellen verantwortlich und erleichtert das Lernen. Ein niedrigerer BDNF-Spiegel wird mit der Entstehung von Demenz und Alzheimer verbunden. 

Wirkt Zucker als Aufputschmittel für das Gehirn? 
Ja, aber nur kurzzeitig. Diese belebende Wirkung ist ein Grund, warum Menschen mit hoher Denkleistung häufig zu Traubenzucker, Schokolade oder gezuckertem Kaffee greifen, um ihre geistige Fitness zu verbessern.

In der Regel hält die aufputschende Wirkung jedoch nur rund 20 Minuten an. Anschliessend fallen die Personen in ein noch tieferes Loch ermüden rapide und müssen folglich die Dosierung erhöhen oder schlafen.  

Warum wird Glucose mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht?  
Die Schlüsselmechanismen sind derzeit noch unklar. Allerdings haben mehrere Studien gezeigt, dass bei Personen mit dem hohem Zuckerkonsum die Wahrscheinlichkeit an einer psychischen Störung zu erkranken, rund fünffach erhöht ist.

Es wird aber vermutet, dass dies mit einer Schädigung des Gehirns in Verbindung steht. In diesem Zusammenhang wurde bewiesen, dass Langzeitdiabetiker fortschreitende Defizite beim Lernen, bei der Gedächtnisleistung, der Motorik und anderen kognitiven Funktionen zeigen. 

 



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