ALTERSFORSCHUNG

50plus-Gehirn ist zuverlässiger

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Super-Hirne: 50plus zeigen geringere Leistungsschwankungen als Jüngere.

Bei 50plus arbeitet das Gehirn zuverlässiger. Das fanden Berliner Forscher heraus. Sie ließen Ältere und Jüngere an 100 Tagen die gleichen Aufgaben lösen.

Erst wissen wir nicht, wo wir den Autoschlüssel hingelegt haben, dann vergessen wir eine wichtige Besprechung. Unser Gedächtnis scheint uns an manchen Tagen im Stich zu lassen. Gibt es so etwas wie gute und schlechte Tage fürs Gehirn?

Das untersuchten Florian Schmiedek, Martin Lövdén und Ulman Lindenberger im Rahmen der Cogito-Studie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Ergebnis der Berliner Forscher: Der Grossteil der geistigen Leistungsschwankungen tritt über kürzere Zeitspannen auf. Es handelt sich um gute und schlechte Momente - ohne dass die Leistung, über den ganzen Tag betrachtet, schlechter oder besser ist als an anderen Tagen.

Die Älteren zeigten bei allen neun untersuchten Aufgaben geringere Leistungsschwankungen als die Jüngeren. Ihre geistige Leistungsfähigkeit war somit zuverlässiger. Dies galt auch dann, wenn die Leistungsvorteile der Jüngeren in der durchschnittlichen Leistungshöhe berücksichtigt wurden.

"Weitere Auswertungen weisen darauf hin, dass für die höhere Zuverlässigkeit bei den Älteren erlernte Strategien bei der Aufgabenbearbeitung, eine gleichbleibend hohe Motivation sowie ein ausgeglichener Alltag mit stabiler Stimmungslage eine Rolle spielen", sagt Florian Schmiedek.

"Die Produktivität und Zuverlässigkeit der älteren Mitarbeiter ist unter dem Strich höher als die der jungen", kommentiert Axel Börsch-Supan, Direktor des Munich Center for the Economics of Aging am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik die Ergebnisse der Studie.

"Eine unserer Studien in der Automobilproduktion zeigt, dass ältere Mitarbeiter deutlich seltener schwere und teuer zu beseitigende Fehler machen als jüngere", so der Wissenschaftler, der zum Thema Produktivität einer alternden Gesellschaft forscht.

In der Cogito-Studie bearbeiteten 101 Personen im Alter von 20 bis 31 Jahren und 103 Personen im Alter von 65 bis 80 Jahren zwölf verschiedene Aufgaben an 100 verschiedenen Tagen.

Mit den Aufgaben wurden die Wahrnehmungsgeschwindigkeit, die Merkfähigkeit und das Arbeitsgedächtnis getestet.



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