Blutdruckmessgeräte – die wichtigsten Kriterien

Blutdruckmessgeräte sind ein wichtiger Baustein für die Prophylaxe.
Blutdruckmessgeräte sind ein wichtiger Baustein für die Prophylaxe. - (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)
Da nach Monaten des fortgesetzten Lockdowns in Deutschland nur noch Produkte des täglichen Bedarfs im stationären Handel erhältlich sind,

haben viele Menschen dem Online-Handel zum ersten Mal richtige Beachtung geschenkt. Insbesondere ältere Menschen haben dadurch ihre ersten Erfahrungen sammeln können. Dieses Wissen kann auch nach ausgestandener Pandemie mitgenommen werden.

Zwar fehlt vielen Älteren der tägliche Schwatz mit dem vertrauten Verkäufer. Der Bequemlichkeitsvorteil des Online-Handels bleibt aber eine Konstante, die genutzt werden kann, vor allem, wenn man sich gerade schlecht fühlt. Bestellen lässt sich im Internet prinzipiell alles und somit auch Blutdruckmessgeräte, die Leben retten. Bei dauerhaft hohem Blutdruck können Gefäßerkrankungen, Schlaganfall und Herzinfarkt die Folge sein. Kunden möchten deshalb nicht immer abwarten, bis ihr Hausarzt ein solches Gerät verschreibt. Sie greifen zur Selbsthilfe und nutzen Blutdruckmessgeräte aus dem Internet. Wir gehen bei der Kaufentscheidung zur Hand.

Streitfaktor Genauigkeit

Blutdruckmessgeräte sind ein wichtiger Baustein für die Prophylaxe. Die Genauigkeit kann bei hohem Blutdruck nicht groß genug sein. In diesem Bereich gibt es einen Meinungsstreit zwischen der Stiftung Warentest und der Deutschen Hochdruckliga. Die Stiftung Warentest gewichtet die Testgenauigkeit nämlich nur mit 60 % für die Gesamtnote. Für die Deutsche Hochdruckliga ist dies ein Unding. Schließlich stehe und falle die Qualität des Geräts mit der Zuverlässigkeit. Andere Aspekte wie Handlichkeit, Benutzerfreundlichkeit und Robustheit seien da eher nebensächlich.

Ein wichtiges Indiz für die Genauigkeit der Blutdruckmessgeräte ist deshalb das Zertifikat der Hochdruckliga mit dem Namen „Prüfsiegel“, das nur an Geräte vergeben wird, die den Blutdruck korrekt messen.

Finger, Handgelenk oder Oberarm – welche Körperregion ist am besten?

Blutdruckmessgeräte können auf den Finger, das Handgelenk und den Oberarm angepasst sein. Die Bequemlichkeit bei der Anwendung korreliert leider negativ mit der Messgenauigkeit. Das heißt, die Anwendung am Finger gestaltet sich sicherlich am bequemsten, weist aber auch die geringste Genauigkeit auf. Von einer Anwendung am Finger wird deshalb abgeraten, vor allem, wenn die Finger eher dünn und kalt sind. Ein Blutdruckmesser am Handgelenk kann für die meisten jüngeren und mittelalten Patienten hingegen noch akzeptabel sein.

Ab etwa 45 Jahren gilt dies aber nicht mehr, denn in diesem Alter beginnt sich die Gefäßstruktur an den Händen zunehmend zu verändern und Größe sowie Dicke der Blutadern erschweren die Testung am Handgelenk. Bei älteren Menschen kann der Unterschied bei der Genauigkeit zwischen einem Blutdruckmessgerät am Handgelenk und einem Gerät am Oberarm bei 10 mmHg liegen. Experten empfehlen älteren Menschen, vor allem mit bereits verdickten Adern am Handgelenk, deshalb den Blutdruckmesser am Oberarm.

Was noch wichtig ist

Manche Blutdruckmesser haben Schwierigkeiten damit, bei Personen mit Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus sowie bei Schwangeren das Blut richtig zu messen. Nicht alle Geräte sind nämlich auf diese Personengruppen ausgerichtet. Wer selbst dazu gehört, sollte die Tauglichkeit des Hilfsmittels besser mit dem Händler vorab klären oder auf die ausgeschriebene Eignung achten.

Wer sich für die sicherste Variante entschieden hat, den Blutdruckmesser am Oberarm, sollte vor dem Kauf prüfen, ob die Manschette zum Armumfang passt. Wer zudem in einer Wohngruppe mit Menschen lebt, die ebenfalls darauf angewiesen sind, ihren Blutdruck zu messen, sollte sich für ein Gerät entscheiden, das für mehrere Personen geeignet ist.

Mögliche Extras

Technische Geräte bekommen immer mehr Zusatzfunktionen verliehen. Diese Entwicklung betrifft auch die Blutdruckmessgeräte. Nützlich ist für viele Anwender ein Display, an dem sich die Informationen bequem ablesen lassen und das oft eine differenziertere Aussagekraft nach der Messung bietet. Manche Geräte bieten außerdem einen Speicher, der sich für das Anlegen einer Historie nutzen lässt. So lassen sich die aktuellen Werte mit früheren Werten besser vergleichen und Trends oder Verbesserungen und Verschlechterungen einfacher erkennen.

Manche Geräte weisen bereits eine ausgefeilte Vernetzungsmöglichkeit mit Endgeräten für die ärztliche Überwachung auf. Der Arzt kann so die Werte direkt ablesen, ohne dass diese ihm noch übermittelt werden müssen. Andere Geräte können das Vorhofflimmern erkennen, was ebenfalls Leben retten kann und unbedingt zu empfehlen ist.

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