Macht Investieren mit über 50 Sinn?

Investitionen in ETFs werden oft empfohlen.
Investitionen in ETFs werden oft empfohlen. - (Bild von Markus Winkler auf Pixabay)
Wer sein ganzes Leben lang gearbeitet und gespart hat, möchte irgendwann auch einmal etwas haben von seinem Geld und seinen Anstrengungen.

Viele stellen sich deshalb im fortgeschrittenen Alter die Frage: Bringt das überhaupt noch etwas, mein Geld weiterhin anzulegen? Wer ein wenig über diese Frage nachdenkt, kommt sehr schnell zu dem Ergebnis, dass sich das Investieren im Alter sehr wohl noch lohnt. Das zeigt vor allem ein einfaches Rechenbeispiel.

In 15 Jahren lässt sich ein kleines Vermögen ansparen

Wer beispielsweise mit etwa 50 Jahren auf die Idee kommt, sich für seinen Ruhestand noch ein wenig Geld auf die Seite zu schaffen, hat noch gute Möglichkeiten, sich bis dahin ein schönes Polster zu erwirtschaften.

In unserem Beispiel steht dafür ein Anfangskapital von 10.000 Euro zur Verfügung, das gewinnbringend angelegt werden soll. Zusätzlich sollen die nächsten 15 Jahre monatlich 100 Euro angespart werden.

Wer es schafft, dabei eine durchschnittliche Rendite von fünf Prozent zu erzielen, erhält am Ende dieser Laufzeit einen Betrag von 47.384,86 Euro ausbezahlt. Selbst, wenn die Rendite mit drei Prozent etwas geringer ausfällt, stehen am Ende der Laufzeit immer noch 38.261,05 Euro zu Buche.

Die große Frage, die sich dabei stellt: Wo lässt sich in Zeiten der Niedrigzinspolitik der EZB überhaupt noch so eine Rendite erwirtschaften?

ETFs bieten Sicherheit und bringen Rendite

Finanzexperten raten Investoren immer öfter, ihr Geld in einen ausgewogenen Mix an unterschiedlichen ETFs zu investieren. ETF steht dabei als Abkürzung für „Exchange Traded Funds“. Dabei handelt es sich um einen Fonds, der einen Index wie beispielsweise den DAX „automatisch“ nachbildet.

Das heißt, es ist dafür kein eigener Fondsmanager erforderlich. So kann ein Gutteil der hohen Gebühren eingespart werden. Die ETFs versuchen, eine ähnliche Rendite wie der abgebildete Index zu erzielen und nicht durch einen aktiven Manager den Markt zu übertreffen. Das ist langfristig deutlich kosteneffizienter.

Bereits ab einem Kapital von etwa 20 Euro pro Monat können sich Investoren einen ETF-Sparplan anlegen. Doch ist es damit tatsächlich möglich, auf eine Rendite wie in unserem Eingangsbeispiel zu kommen?

ETFs bieten Sicherheit und bringen Rendite

Um das Risiko möglichst gering zu halten, sollten die ETFs breit gestreut werden. Das heißt, das Portfolio sollte nicht aus einem einzigen, sondern aus mehreren unterschiedlichen ETFs bestehen, die mit Werten aus unterschiedlichen Branchen in verschiedenen Regionen der Welt handeln.

Im Gegensatz zu einem Sparbuch schwanken bei ETFs die jährlichen Renditen. Wie sich ein ETF in der Zukunft entwickeln wird, vermag niemand mit absoluter Sicherheit vorauszusagen. Doch ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass sich mit ETFs sogar noch wesentlich höhere Renditen erwirtschaften lassen als im angeführten Beispiel.

Der globale Aktienindex MSCI World erwirtschaftete in den Jahren von 2010 bis 2020 eine durchschnittliche Rendite von etwa 10 Prozent. Doch es gab noch andere ETFs, deren Performance in den letzten fünf Jahren noch deutlich besser war. Dazu gehören beispielsweise der Lyxor MSCI World (LUX) UCITS ETF sowie der Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C, die beide eine Wertsteigerung von deutlich mehr als 80 Prozent über fünf Jahre erzielt haben. Das ergibt eine jährliche Rendite von 16 Prozent.

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich dabei um die absoluten Top-Performer handelt. Wer seine langfristigen Sparziele festlegt, sollte sicherheitshalber von wesentlich niedrigeren Gewinnen ausgehen. Mit einem ausgewogenen Mix, der auch entsprechend sichere ETFs beinhaltet, ist es aber durchaus auch ambitionierten Hobby-Anlegern möglich, die im Beispiel angeführte Rendite in der Höhe von drei bis fünf Prozent zu erreichen.

Es gibt viele gute Gründe für das Sparen im Alter

Wer Geld anspart, investiert damit auch in seinen Traum. Wer beispielsweise plant, im Ruhestand mit dem Camper quer durch Europa zu fahren, kann sich im Alter von 65 Jahren bei einer geschickten Finanz-Strategie auch das geeignete Wohnmobil dafür leisten.

Doch selbst, wer nicht so ambitionierte Ziele hat, sollte sein Geld nicht auf dem Sparbuch oder dem Girokonto versauern lassen. Denn durch die hohe Inflation wird es dort ständig weniger wert. Wer die aus dem Beispiel erwähnten 10.000 Euro einfach liegenlässt, verliert im Laufe der Jahre bei einer durchschnittlichen jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent mehr als ein Viertel seiner Kaufkraft.

In 15 Jahren sind die 10.000 Euro dann nur noch 7.430,15 Euro wert. Verglichen mit den 47.384,86 Euro aus unserem Rechenbeispiel ist das eher bescheiden.

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