Selbstständigkeit während der Rente: Tipps

Durch Selbstständigkeit in der Rente weiteres Potenzial ausschöpfen
Durch Selbstständigkeit in der Rente weiteres Potenzial ausschöpfen (Bild von shurkin_son auf Shutterstock)
Aktiver Ruhestand: Sie sind bereits im Ruhestand, möchten die freie Zeit sinnvoll nutzen? Einige Dinge sind für selbständige Rentner da zu beachten.

Warum in die Selbstständigkeit?

Wer schon immer von der Selbstständigkeit geträumt hat, kann sich diesen Traum durchaus auch in der Rentenzeit noch erfüllen, denn die langjährige Erfahrung im Berufs- und Privatleben ist eine gute Voraussetzung. Zudem entfällt der finanzielle Druck, sofort den kompletten Lebensunterhalt bestreiten zu müssen.

Die Rentenzahlungen decken den Grundbedarf ab – der optimale Zeitpunkt also, um das Hobby zum Beruf zu machen oder sich nochmal ein ordentliches Extragehalt dazuzuverdienen. Gerade für Rentner, deren Einkünfte nur für das Nötigste reichen, kann der Gewinn aus der Selbstständigkeit neue Freiheiten bieten.

Viele Rentner wissen anfänglich nicht, was mit ihrer neu gewonnen Freizeit anzufangen. Wieder gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles zu tun, ist für viele Rentner daher ein ausschlaggebender Grund, den Schritt in die selbstständige Tätigkeit zu wagen.

Selbstständige Rentner – so gelingt der Start

Damit Ihnen der Start in die Selbstständigkeit gelingt, ist eine gute Vorbereitung unerlässlich. Neben einem ausführlichen und gut geprüften Businessplan sollten Sie auch Energie in das Marketing stecken.

Betreiben Sie daher vor allem zu Beginn ein intensives Marketing bei Ihrer Zielgruppe, um bekannt zu werden und sich einen Kundenstamm aufzubauen.

Folgende Marketingmaßnahmen helfen Ihnen dabei:

Wichtig ist hierbei ein ausreichend langer Vorlauf. Bis die Marketing-Maßnahmen effektiv greifen und die ersten Aufträge eingehen, können durchaus mehrere Monate vergehen. Da in dieser Zeit schon erste Betriebsausgaben anfallen, ist ein ausreichend großes Startkapital eine Grundvoraussetzung.

Wie viel Sie für den Start benötigen, ist dabei im Businessplan festgelegt. Damit Sie keine Planungsfehler begehen und Ihre Selbständigkeit gefährden, sollten Sie den Businessplan bei fehlender Fachkenntnis deshalb zusammen mit einem Profi (z. B. Unternehmensberater) erstellen. Eine Beratung zu Steuerthemen ist ebenfalls zu empfehlen, bevor Sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Was bei den Steuern zu beachten ist

Einkünfte aus der Selbstständigkeit müssen im Regelfall auch versteuert werden. Für geringfügige Einnahmen müssen dabei nicht extra Abgaben entrichtet werden, bei höheren Gewinnen jedoch schon. Ob das Einkommen zu solchen Abgaben führen, hängt davon ab, ob Sie sich bereits in der Regelrentenzeit befinden oder frühzeitig in Rente gegangen sind.

Haben Sie das Regelrentenalter noch nicht erreicht, können erhöhte Beiträge für Versicherungen und Steuerzahlungen fällig werden. Die Abschläge orientieren sich dann an der Höhe des Gewinns und werden mit der jährlichen Gewinnermittlung angepasst.

Wie das Einkommen die Rente beeinflusst

Auch auf die Höhe der Rentenzahlung kann die Selbstständigkeit Einfluss nehmen. Die Hinzuverdienstgrenze wird hier auf der Basis Ihres Einkommensteuerbescheids jährlich überprüft. Je nach Art der Selbstständigkeit muss eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz für das Finanzamt erstellt werden.

Wird die Hinzuverdienstgrenze überschritten, wird ein Teil der Gewinne auf die Rente angerechnet. Da diese Überprüfung nur einmal jährlich stattfindet, sollten Sie bei höheren Gewinnen entsprechende Rücklagen bilden, um bei einer Nachzahlung nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Prüfen Sie bereits vor der Selbstständigkeit, inwieweit Ihre Rente gekürzt werden könnte. Wichtig ist außerdem, dass Sie Ihre Selbstständigkeit bereits vor Beginn bei der Rentenversicherung melden.

Haben Sie bereits die Regelaltersgrenze erreicht, müssen Sie keine Rentenabzüge mehr befürchten, lediglich die Zahlung an die Krankenversicherung könnte höher ausfallen.

Krankenversicherung für selbstständige Rentner

Rentner sind in der KVdR versichert, die 50 Prozent der Krankenversicherungsbeiträge übernimmt. Im Falle einer hauptberuflichen Selbstständigkeit ist jedoch eine eigene Krankenversicherung nötig. Bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit können Sie weiter in der KvdR bleiben.

Als hauptberuflich gilt dabei jede Tätigkeit, für die Sie mehr als einen halben Tag täglich aufbringen müssen. In diesem Fall ist die Versicherung in der freiwillig gesetzliche Krankenversicherung nötig, da private Krankenversicherungen im Rentenalter hohe Beiträge fordern.

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