Sind Sie fit genug fürs Autofahren?

Wer ist noch fahrfit?
Wer ist noch fahrfit? (Bild Laura Thonne on Unsplash)
Wenn die Beine nicht mehr kraftvoll die Pedale treten, wenn der tote Winkel tot bleibt, dann ist es Zeit für einen Besuch beim Hausarzt.

Mit zunehmendem Alter, leider bereits ab 50, werden bei Autofahrerinnen und Autofahrern höhere Unfallraten registriert. Obendrein steigt bei älteren Fahrzeuglenkern die Gefahr, dass sie bei Unfällen getötet werden, weil sie anfälliger für Verletzungen sind und weil sie diese schwerer verarbeiten können.

Wer ist noch fahrfit?

Mit zunehmendem Alter können Mobilitätsprobleme, Sehstörungen und Hörverlust unsere Fähigkeit zum sicheren Fahren beeinträchtigen. Viele Senioren kennen ihre eigenen Grenzen und nehmen die richtigen Anpassungen vor.

Sie vermeiden lange Stunden am Steuer oder entscheiden sich, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zu fahren. In gravierenden Fällen entscheiden sich Personen nach 70 sogar dazu, ihren Führerschein für immer abzugeben. Einige Senioren benötigen jedoch möglicherweise eine gewisse Überzeugungsarbeit, um festzustellen, dass sie in der Tat nicht mehr fahrtüchtig sind. Solche Verkehrsteilnehmer gefährdend sich selbst, ihre Mitreisende und vollkommen unbeteiligte Personen. Doch woher wissen Autofahrer, wann diese Zeit gekommen ist und was Sie tun sollten?

Zeichen dafür wann ein 70plus nicht mehr fahren sollte

Die Seniorenverbände in der Schweiz, in Deutschland und Österreich haben übereinstimmende Warnhinweise veröffentlicht, die einen Anhalt geben, wann ein Senior besser den Führerschein abgeben sollte:

Häufige Unfälle.

Das müssen keine grösseren Fälle sein. Aber wer regelmässig beim Einfahren in die Garage die Wand tauschiert, auf dem Parkplatz ein anderes Fahrzeug ankratzt, den Bordstein übersieht oder beim Abbiegen über denselben fährt, bei dem ist es wahrscheinlich, dass sich das Gesichtsfeld verengt hat. In der Folge werden Dinge einfach nicht mehr wahrgenommen, können nicht mehr gesehen werden.

Neue Schäden ohne bekannte Ursache entdecken.

Wer an seinem eigenen Fahrzeug mehrfach neue Kratzer oder Beulen entdeckt, aber keine Erklärung für deren Herkunft hat, sollte seine Fahrtüchtigkeit von einem Arzt überprüfen lassen.

Plötzliche Zunahme von Verkehrsverstössen.

Beim Autofahren über Jahrzehnte nie einen Strafzettel bekommen. Plötzlich trudeln gleich mehrere Bussgeldbescheide ein und regelmässig klebt eine Busse unter dem Scheibenwischer oder der Betroffene wird von der Polizei aus dem Verkehr gezogen? Auch dies ist ein sicheres Zeichen dafür, dass der 70 plus nicht mehr wirklich fahrtüchtig ist.

Seh- und Hörprobleme.

Unterschätzen Sie Lücken im Verkehrsfluss? Haben Sie Schwierigkeiten, Verkehrssignale, Fahrbahnmarkierungen oder Strassenschilder zu sehen? Erschrecken Sie, wenn Sie unvermutet von einem Rettungswagen mit Martinshorn überholt werden? Dies sind deutliche Anzeichen dafür, dass es Zeit für eine Augenuntersuchung und einen Hörtest ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Fahrer nach Einbruch der Dunkelheit Schwierigkeiten hat, gut zu sehen.

Den Weg verlieren.

Wer sich auf dem Weg zu einem neuen Ziel mehrfach verfährt oder gar beim Ansteuern eines bekannten Ortes, der sollte als Senior unbedingt einen Test machen, um festzustellen, wie fahrfit er noch ist.

Gravierend ist der Fall einer Züricherin. Diese benötigte für die knapp 600 Meter lange Fahrt vom Supermarkt nach Hause das Navigationsgerät. Das fiel auf, als das Gerät seinen Dienst versagte und die 64-Jährige in Zürich irrend herumfuhr, bis der Tank leer war. Das kann ein erstes mögliches Zeichen für Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz sein.

Wie gut muss die eigene Mobilität sein?

Mobilitätsprobleme beim Autofahren können ein ernstes Problem sein. Jeder Fahrer muss in der Lage sein, das Lenkrad in kürzester Zeit zu drehen und dabei tote Winkel zu beachten.

Wieviel langsamer sind die Reaktionszeiten bei 70 plus?

Langsame Reaktionszeiten sind ein natürlicher Prozess bei Senioren. Oft kann auf eine gefährliche Verkehrssituation nicht angemessen reagiert werden. Die Reaktionszeit kann im Einzelfall das Vierfache betragen. Oder es wird falsch reagiert. Dann kommt es zum sogenannten Pedalfehler. Dabei betätigt der Fahrer statt der Bremse das Gaspedal. 2003 tötete etwa ein 86-jähriger Mann im kalifornischen Santa Monica zehn Menschen, weil er das falsche Pedal durchtrat.

Warum wollen Senioren weiter Auto fahren?

Senioren wollen aus dem gleichen Grund Auto fahren wie jeder andere: Unabhängigkeit. Sie haben sich daran gewöhnt, selbst zu entscheiden, wann sie wohin fahren. Dazu kommt, dass 70 plus ihr Leben selbstständig gemeistert haben und nun nicht anderen zur Last fallen wollen. Viele Senioren sind der Meinung, dass Autofahren ihnen weiterhin die eigene Freiheit garantiert. Es verhindert Isolation oder das permanent schlechte Gewissen, weil man auf andere angewiesen ist.

 

 

 


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