So verändert sich das Gehör im reiferen Alter

Mit fortschreitendem Lebensalter nimmt die Leistung des Gehörs ab.
Mit fortschreitendem Lebensalter nimmt die Leistung des Gehörs ab. - Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Mit fortschreitendem Lebensalter lassen beinahe alle Sinnesleistungen des menschlichen Körpers nach. Neben dem Sehen ist davon am prominentesten das Gehör betroffen.

Doch was genau geht im Ohr vor sich und ist Altersschwerhörigkeit das unweigerliche Schicksal eines jeden Senioren?

Altersbedingter Hörverlust oder Altersschwerhörigkeit?

Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen einer echten Schwerhörigkeit und der normalen Erosion der Hörleistung, die jedem Menschen unabhängig von Genetik und Außenbelastung widerfährt. Der zweitgenannte Effekt ist vergleichsweise gering: Zwar altern die Organe und Nerven, die am Hörprozess beteiligt sind, aber das zieht in der Regel keine gravierende Verschlechterung des hörbaren Spektrums und der hörbaren Lautstärke nach sich. Während Kinder noch ultrahohe Töne wahrnehmen können, die bereits Erwachsene nicht mehr detektieren, ist dieser Reifeprozess bei weitem nicht so gewaltig, dass er automatisch zur Schwerhörigkeit führt.
Allerdings erlebt jeder Mensch im Alltag eine Vielzahl von Belastungen und akustischen Überreizungen, die ebenfalls zu einer “Abnutzung” des Gehörs führen. Die Auswirkungen dieses Faktors sind deutlich größer und können zu großen Unterschieden zwischen Berufen mit viel Lärm und solchen mit einer ruhigen Arbeitsumgebung führen. Auch diejenigen, die gern viel laute Musik hören, setzen ihr Gehör zusätzlichem Stress aus, selbst der Unterschied in der Intensität des Straßenverkehrs im Vergleich vom Leben in der Stadt und auf dem Dorf schlägt sich spürbar nieder.
Wer seinen Ohren langfristig viel zumutet, bezahlt es später teuer und kann später Unterstützung beim Hören benötigen. Doch die echte Altersschwerhörigkeit nimmt noch einen anderen Verlauf und macht sich auch schon früher bemerkbar.

Presbyakusis – die “echte” Altersschwerhörigkeit

Der Verlust der Hörfähigkeit bei dieser Störung ist deutlich gravierender. In der Regel beginnt eine spürbare Reduktion der Wahrnehmung von hohen Tonfrequenzen etwa ab dem 50. Lebensjahr und betrifft beide Ohren gleichermaßen. Wo anfangs nur Vogelgezwitscher immer leiser wird und schließlich gar nicht mehr hörbar sind, sind als Nächstes hohe Kinderstimmen betroffen - für Großeltern besonders schmerzhaft. Und die Spannweite des eigenen Gehörs nimmt immer weiter ab. Während Lärmbelastung vor allem den Verlust des Hörens von tiefen Frequenzen bewirkt, sterben bei der Altersschwerhörigkeit die feinen Sinneshaarzellen im Corti-Organ von außen her ab. Je weiter der Verfall fortschreitet, desto schwerer fällt es Betroffenen, z. B. Gesprächen in belebten Räumen oder Umgebungen mit vielen Nebengeräuschen zu folgen.
Die Folge ist oftmals soziale Isolation und Scham wegen der “Behinderung”. Dabei gibt es heutzutage jede Menge Möglichkeiten, sich zu behelfen!

Unabhängig von der Ursache der Schwerhörigkeit: Hörgeräte können helfen!

Der Verfall des Corti-Organs ist leider bislang unumkehrbar. Man kann zwar vorbeugend darauf achten, sein Gehör zu schonen, Übungen absolvierena Medikamente meiden, die für die Hörleistung schädlich sind und Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes behandeln, aber ein Allheilmittel gibt es nicht. Stattdessen setzt man heute auf die Behandlung mit Hörhilfen, wie sie bei Audilo erhältlich sind. Diese verstärken gezielt geschwächte Frequenzbereiche und können sich kabellos mit Fernsehgeräten und Raumlautsprechern (“Hörschleife”) verbinden, um beim Genuss von Musik oder TV-Sendungen zu unterstützen. Man geht heute davon aus, dass nur 15 % der Menschen, die von einem Hörgerät profitieren würden, tatsächlich mit einem solchen Hilfsmittel ausgestattet sind. Regelmäßige ärztliche Überprüfungen und Beratungen durch professionelle Akustiker sind wichtige Vorsorgemaßnahmen, um auch in Zukunft akustisch nicht außen vor zu bleiben.

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