So wurden Zigaretten ein echtes Kulturgut

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Auch heutzutage wird das Tabakrauchen meist als eine persönliche Freiheit gesehen, die noch immer eine hohe gesellschaftliche Relevanz hat. - Foto von Petar Starčević von Pexels
Das Rauchen von Zigaretten galt lange Zeit als ein kulturelles Gut, das aus keiner gesellschaftlichen Schicht mehr wegzudenken war.

Und auch heutzutage wird das Tabakrauchen meist als eine persönliche Freiheit gesehen, die noch immer eine hohe gesellschaftliche Relevanz hat. Allerdings gibt es stark rückläufige Tendenzen, die hauptsächlich auf die gesundheitlichen Aspekte zurückzuführen sind, doch dazu später mehr. Zunächst soll die Frage geklärt werden, wie Zigaretten eigentlich zu einem solch weit verbreiteten Kulturgut werden konnten.

Die Hintergründe

Zunächst sollte man eine Unterscheidung zwischen dem Rauchen von Zigaretten und dem Konsum von Tabak selbst machen. Tabak war bereits seit dem 17. Jahrhundert in Europa bekannt, nachdem die Seeleute ihn als Genussmittel aus Amerika, der “Neuen Welt”, mitbrachten. Dort trafen sie nach ihrer Ankunft nämlich nicht selten auf amerikanische Ureinwohner, die Tabak in langen hölzernen Pfeifen rauchten. Hintergrund dessen war, dass die Tabakpflanze auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet war. Das Rauchen der Pflanze war unter anderem dessen schon seit mehreren Jahrhunderten eine indianische Tradition, man könnte es heutzutage als ihre Kultur bezeichnen.

Der Tabak diente den Indianern dabei allerdings weniger als Genuss, sondern vielmehr als eine Art Ritual. Dies lag vor allem daran, dass der amerikanische Kontinent vor der Kolonialisierung der Europäer nur sehr spärlich bewohnt war. Stämme blieben eher unter sich und Gäste kamen nur selten. War dies jedoch der Fall, wurde als Zeichen des Friedens unter den jeweiligen Stämmen zusammen eine Pfeife geraucht. Der Häuptling bot sie dem Gast als Angebot an, den Frieden auch weiter zu wahren.

Ähnliche Hintergründe galten aber auch abseits dieser Situationen. So waren viele indianische Stämme sehr gläubig und naturverbunden. Medizinmänner hatten neben dem Häuptling den höchsten gesellschaftlichen Stellenwert und ihr Wort war Gesetz. Auch aufgrund dessen wurden bei zeremoniellen Ritualen oder religiösen Beschwörungen nicht selten auch Tabakpfeifen geraucht.

Tabak in Europa

Nachdem die Kolonialisten den Indianern erfolgreich ihr Land weggenommen hatten, wurde es Zeit, sie auszubeuten. Man nahm den Ureinwohnern Amerikas so gut wie alles, was ihnen heilig war, nicht nur das Land selbst. Hintergrund dessen war vor allem das Christentum, das die Eroberer der “Neuen Welt” mit allen Mitteln durchsetzen wollten. Alles indigene galt als unchristlich und wurde teils sehr rabiat beseitigt. Und so nahmen die Europäer den Indianern unter anderem auch die Tabakpflanzen. Sie pflanzten sie großflächig an und machten Tabak so zu einem weit verbreiteten Genussmittel.

Durch den regen Handelsverkehr mit Europa fand Tabak auf diese Art und Weise auch den Weg nach Übersee. Dort angekommen, stieß er erst auf Skepsis. Diese währte jedoch nur sehr kurz und schon bald war Tabak in allen gesellschaftlichen Schichten angekommen. Man konnte ihn natürlich in Pfeifen rauchen, doch auch das Schnupfen, Kauen und Trinken von Tabak (in Form von Saft) erfreute sich einer großen Beliebtheit. Während Tabaksaft schon relativ schnell wieder verschwand, was höchstwahrscheinlich geschmackliche Gründe hatte, konnten sich Schnupf- und Kautabak eher einbürgern. Bis heute wird dies teils noch immer praktiziert, hauptsächlich jedoch in abgelegeneren Regionen Amerikas.

Auf großer gesellschaftlicher Basis durchsetzen konnte sich hingegen das Rauchen der Tabakpflanze. Bis ca. 1850 war dafür die Pfeife am populärsten. Es galt als Zeichen von sowohl Männlichkeit als auch eines gesellschaftlich höheren Standes, in gewissen Situationen eine Pfeife zu rauchen. Vor allem in Lateinamerika war allerdings auch das Rauchen von Zigarren sehr beliebt, was später auch großen Anklang in Europa fand. Auch hier galten die gesellschaftlichen Hintergründe wie bei der Pfeife.

Dies änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich. Die Zigarette war zum Jahrhundertwechsel bereits seit ca. 50 Jahren in ganz Europa bekannt und relativ beliebt, jedoch nur bei Männern. Hintergrund dessen war, dass sie von französischen Soldaten (auch Offizieren) aus dem Krimkrieg mitgebracht wurde. Dort erwiesen sich Pfeifen als wenig kriegstauglich, da sie hinderlich und zerbrechlich waren und zu viel Zeit in Anspruch nahmen. Stattdessen nahm man Tabak und rollte ihn in Zeitungspapier ein, um ihn zu rauchen. Das ging einfach sehr viel schneller und war einfach zu bewerkstelligen. Obwohl die Soldaten diese Idee wohl selber gehabt haben müssen, war es jedoch keine ganz neue Erfindung. Die ersten Zigaretten (nach heutiger Definition), also Tabak in Papier eingerollt, stammten aus den Tabakmanufakturen Mexikos. Die dortigen Arbeiterinnen wickelten Tabakreste, die natürliche Abfälle der Zigarrenproduktion waren, in Papier und nannten sie “Papelitos”. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangten sie über Spanien nach Frankreich. Die Franzosen betrachteten sie als kleine Form der “Cigare” und nannten sie daher “Cigarette”.

Rauchen wird modern

Wie bereits erwähnt, fand die Zigarette im Frankreich des frühen 20. Jahrhunderts vor allem bei Frauen großen Anklang, denen das Rauchen bisher vielleicht nicht unbedingt verwehrt war, allerdings war es nicht gern gesehen, wenn Frauen rauchten. Pfeifen und Zigarren galten immer noch als sehr maskulin, weshalb Frauen sich nach und nach als neue Zielgruppe für die Tabakindustrie erschließen lassen sollten. Die Zigarette, die als kleine Form der Zigarre betrachtet wurde, schien dafür nahezu perfekt.

In Deutschland sah es ähnlich aus. Zur Zeit der Weimarer Republik rauchten etwa 80 Prozent der männlichen Bevölkerung und 20 Prozent der weiblichen. Die Nationalsozialisten unter Hitler schoben dem allerdings sukzessive einen Riegel vor. Man fand in teils noch heute gültigen Studien heraus, wie ungesund der Konsum von Tabak ist und machte landesweit starke Werbung für das Nichtrauchen. Hintergrund dessen war allerdings auch, dass die Nazis die Deutschen als Herrenrasse betrachteten, die sich einer Sucht nach Nikotin und Alkohol widersetzen könnte und müsste. Außerdem sorgte der Tabakkonsum für eine Minderung der Arbeitskraft, was in einem Staat, der von einer Arbeiterpartei regiert wurde, nicht geduldet wurde.

Nachkriegszeit und 21. Jahrhundert

Die Geschichte des Rauchens nach dem Zweiten Weltkrieg ähnelt prinzipiell einer Achterbahn. Zigaretten unterdrücken Hunger, und den gab es nach Ende des Krieges flächendeckend. Daraus resultierte ein riesiger Boom, der sich bis ins späte 20. Jahrhundert halten konnte und erst seitdem immer mehr zurückgeht, da die Forschung starke Fortschritte gemacht hat und man mittlerweile weiß, dass der Konsum von Tabak ein hohes Krebsrisiko nach sich zieht.

Quelle: Tabakguru: Zigaretten, Tabak, Rauchzubehör, E-Zigaretten und mehr online kaufen

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