Trockene Augen im Winter: Was hilft dagegen?

Trockene Augen im Winter entstehen oft durch Heizungsluft und Kälte. Erfahren Sie, welche Maßnahmen wirksam Linderung verschaffen.
Trockene Augen im Winter: Was hilft dagegen?
(Bild iStock)

Trockene Augen im Winter, Heizungsluft und Kälte: Warum die Augen besonders leiden

Viele Menschen kennen das Problem: Sobald die Temperaturen sinken und die Heizungen auf Hochtouren laufen, beginnen die Augen zu brennen, zu jucken oder sich unangenehm trocken anzufühlen. Trockene Augen im Winter sind weit verbreitet und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Besonders Menschen ab 50 sind häufig betroffen, da die natürliche Tränenproduktion mit zunehmendem Alter nachlassen kann.

Die Ursachen für trockene Augen in der kalten Jahreszeit sind vielfältig. Draußen setzen Wind, Kälte und trockene Luft den Augen zu. In Innenräumen sorgen Heizungen für eine geringe Luftfeuchtigkeit, wodurch der schützende Tränenfilm schneller verdunstet. Die Folge sind gereizte, gerötete und müde Augen. Viele Betroffene berichten zudem von einem Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit oder verschwommener Sicht.

Hinzu kommt, dass wir im Winter oft mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Dort belasten nicht nur Heizungen die Augen, sondern auch lange Bildschirmzeiten vor Computer, Tablet oder Smartphone. Beim konzentrierten Blick auf digitale Geräte blinzeln Menschen deutlich seltener. Dadurch wird die Augenoberfläche schlechter befeuchtet und Beschwerden können sich verstärken.

Auch bestimmte Medikamente, hormonelle Veränderungen oder Erkrankungen können trockene Augen begünstigen. Deshalb lohnt es sich, die Ursachen genau zu betrachten und frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Denn unbehandelte Beschwerden können langfristig zu Entzündungen oder einer dauerhaften Reizung der Augenoberfläche führen.

Augengesundheit, Luftfeuchtigkeit und Tränenfilm: So schützen Sie Ihre Augen im Winter

Eine der wirksamsten Maßnahmen gegen trockene Augen im Winter besteht darin, die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zu erhöhen. Experten empfehlen eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Zimmerpflanzen, Luftbefeuchter oder mit Wasser gefüllte Schalen auf Heizkörpern können dabei helfen, das Raumklima zu verbessern.

Ebenso wichtig ist regelmäßiges Lüften. Frische Luft sorgt für einen besseren Sauerstoffaustausch und verhindert, dass die Raumluft zu trocken wird. Mehrmals täglich stoßzulüften, ist besonders während der Heizperiode sinnvoll.

Achten Sie außerdem darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wer zu wenig trinkt, kann die Bildung des natürlichen Tränenfilms beeinträchtigen. Wasser und ungesüßte Tees unterstützen den Körper dabei, Schleimhäute und Augen ausreichend zu versorgen.

Wenn Sie längere Zeit am Bildschirm arbeiten, sollten Sie regelmäßige Pausen einlegen. Die sogenannte 20-20-20-Regel hat sich bewährt: Blicken Sie alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden auf einen Punkt, der mindestens 20 Fuß beziehungsweise rund sechs Meter entfernt ist. Dadurch entspannen sich die Augen und der natürliche Lidschlag wird angeregt.

Im Freien schützt eine gut sitzende Brille vor kaltem Wind und Zugluft. Gerade bei Spaziergängen oder Winterausflügen kann dies helfen, die Verdunstung des Tränenfilms zu reduzieren. Sonnenbrillen mit UV-Schutz sind auch im Winter sinnvoll, da Schnee und helle Flächen die Sonneneinstrahlung reflektieren und die Augen zusätzlich belasten können.

Augentropfen, Ernährung und Pflege: Bewährte Hilfe gegen trockene Augen

Viele Betroffene greifen bei trockenen Augen zu befeuchtenden Augentropfen. Diese sogenannten Tränenersatzmittel können den natürlichen Tränenfilm ergänzen und Beschwerden spürbar lindern. Besonders empfehlenswert sind konservierungsmittelfreie Präparate, da sie die empfindliche Augenoberfläche schonen.

Die Auswahl an Augentropfen ist groß. Produkte mit Hyaluronsäure gelten als besonders effektiv, da sie Feuchtigkeit lange speichern können. Welche Tropfen am besten geeignet sind, hängt von der individuellen Situation ab. Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Beratung in der Apotheke oder beim Augenarzt hilfreich sein.

Auch die Ernährung spielt für die Augengesundheit eine wichtige Rolle. Omega-3-Fettsäuren, die beispielsweise in Lachs, Hering, Makrele oder Leinöl enthalten sind, können die Qualität des Tränenfilms unterstützen. Darüber hinaus tragen Vitamine und Antioxidantien aus Obst und Gemüse zur Gesundheit der Augen bei.

Nicht zu unterschätzen ist die tägliche Augenpflege. Eine sanfte Reinigung der Augenlider kann helfen, die Funktion der Meibom-Drüsen zu unterstützen. Diese Drüsen produzieren einen wichtigen Fettanteil des Tränenfilms. Ist ihre Funktion gestört, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller. Warme Kompressen auf den geschlossenen Augenlidern können ebenfalls dazu beitragen, die Drüsenfunktion zu verbessern.

Kontaktlinsenträger sollten im Winter besonders aufmerksam sein. Trockene Raumluft kann den Tragekomfort erheblich beeinträchtigen. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, zeitweise auf eine Brille umzusteigen oder spezielle Benetzungstropfen zu verwenden.

Augenarzt, Beschwerden und Vorsorge: Wann professionelle Hilfe notwendig ist

Nicht immer lassen sich trockene Augen allein mit einfachen Maßnahmen behandeln. Wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen oder sich verschlimmern, sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen. Dies gilt insbesondere bei starken Schmerzen, anhaltenden Rötungen oder deutlichen Sehstörungen.

Ein Augenarzt kann die Ursache der Beschwerden genauer bestimmen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten empfehlen. Manchmal liegen chronische Erkrankungen wie das Sicca-Syndrom, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen zugrunde. Je früher solche Erkrankungen erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gewinnen mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Viele Augenerkrankungen entwickeln sich schleichend und bleiben zunächst unbemerkt. Eine frühzeitige Diagnose trägt dazu bei, die Sehkraft langfristig zu erhalten und Beschwerden zu vermeiden.

Wer bereits unter trockenen Augen leidet, sollte die Symptome ernst nehmen und nicht als unvermeidliche Begleiterscheinung des Winters betrachten. Oft lassen sich die Beschwerden mit den richtigen Maßnahmen deutlich reduzieren.

Fazit

Trockene Augen im Winter entstehen häufig durch eine Kombination aus Heizungsluft, Kälte, Wind und langen Aufenthalten in geschlossenen Räumen. Besonders Menschen ab 50 sind von den Beschwerden betroffen. Mit einer ausreichenden Luftfeuchtigkeit, regelmäßigen Bildschirmpausen, einer ausgewogenen Ernährung und befeuchtenden Augentropfen lassen sich die Symptome häufig wirksam lindern. Wichtig ist zudem, die Augen vor Kälte und Zugluft zu schützen und bei anhaltenden Beschwerden einen Augenarzt aufzusuchen. Wer seine Augengesundheit aktiv unterstützt, kann auch in der kalten Jahreszeit für mehr Wohlbefinden und eine klare Sicht sorgen.


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