Unternehmensgründung mit 50plus

Unternehmensgründung mit 50.
Unternehmensgründung mit 50. - (Foto von Tima Miroshnichenko von Pexels)
So gelingt der erfolgreiche Start in die berufliche Selbständigkeit. - Für die Unternehmensgründung ist es niemals zu spät.

Denn auch mit 50plus können diejenigen, die noch von der Selbstständigkeit träumen, ihr Hobby zum Beruf machen. Die meisten Gründer befinden sich in der Altersgruppe von 35 bis 44 Jahren, doch erfolgten 2019 in Deutschland auch 7,5 Prozent der Unternehmensgründungen von Gründern im Alter von 55 bis 64 Jahren. Gründer in diesem Alter können bereits von Berufserfahrung profitieren. Der Start wird durch professionelle Beratung erleichtert.

Unternehmensgründung mit 50plus: Das Hobby zum Beruf machen

Unternehmensgründer, die bereits die 50 überschritten haben, verfügen oft über eine solide finanzielle Basis, sodass sie nicht auf einen Vollzeitjob im Angestelltenverhältnis angewiesen sind. Wer unsicher ist, ob er mit dem Start in die Selbstständigkeit tatsächlich die richtige Entscheidung trifft, kann sich zunächst nebenberuflich selbstständig machen, was mit einem kreativen Hobby gut gelingt. Kreative Hobbys als Gründungsidee haben den Vorteil, dass zumeist nicht viel Startkapital erforderlich ist. Da die Ausrüstung für das Hobby größtenteils schon vorhanden ist, muss keine teure Ausstattung gekauft werden. Dennoch sollten Gründer an eine gute Beratung denken. Die kreativen Produkte können über Online-Marktplätze wie Etsy oder Dawanda verkauft werden. Läuft das Geschäft gut und bereitet es Freude, kann es hauptberuflich betrieben werden. Ab einem bestimmten Umsatz im Monat müssen sich Selbstständige selbst krankenversichern.

Vor- und Nachteile bei der Unternehmensgründung mit 50plus

Wer die richtige Geschäftsidee hat, muss an keiner Umschulung mehr teilnehmen, doch kann er Gründerseminare besuchen. Die Unternehmensgründung ist auch aus der Arbeitslosigkeit heraus möglich. Die Arbeitsagentur berät darüber und kann verschiedene Seminare für Gründer vermitteln. 

Vorteile bei der Unternehmensgründung mit 50plus liegen in

  • umfangreichen Erfahrungen im Berufsleben
  • konkreten Zielen und Ideen, beispielsweise, wenn das Hobby zum Beruf gemacht wird
  • größerer finanzieller Sicherheit, da zumeist ein höheres Sparguthaben vorhanden ist
  • oft vorhandenem Netzwerk aus Freunden, früheren Kollegen und Bekannten.

Nachteilig ist bei vielen, die mit über 50 in die Selbstständigkeit starten wollen, dass sie oft unsicher sind, ob sie mit ihrer Geschäftsidee tatsächlich Erfolg haben. Schwierig wird es, wenn ein Kredit benötigt wird, da die Banken in der Rückzahlung ein höheres Risiko sehen. Ein weiterer Nachteil ist oft die mangelnde Technikaffinität, wenn es um Hardware, Software oder soziale Netzwerke geht.

Entlastung beim Start in die Selbstständigkeit

Mit einer guten Beratung können sich Unternehmensgründer mit 50plus den Start in die Selbstständigkeit erleichtern. Steuerberater erörtern auch die wichtigsten Fragen für die Gründung und können bei der Wahl der Unternehmensform helfen. Sie kennen Steuertricks, erledigen Steuererklärungen und helfen, Steuern zu sparen. Auf einen Steuerberater sollte keiner verzichten, der sich mit 50plus selbstständig machen möchte. Ein weiterer wichtiger Vorteil mit einem Steuerberater ist die Zeitersparnis, da sich Gründer dann voll auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Eine umfassende Beratung können Gründer auch bei der IHK erhalten. An Technik kommen Existenzgründer mit über 50 nicht vorbei. Die Nutzung des Internets sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Am besten eignet sich eine Flatrate, gerade dann, wenn ein großer Teil der Arbeiten über das Internet erledigt wird. Kaufmännische Software zur Erfassung von Geschäftsvorgängen ist als Komplettlösung am besten geeignet. Sie bietet viele Möglichkeiten, darunter auch eine Cloud-Lösung und eine Schnittstelle für den Steuerberater.

Unterschied zwischen Gewerbe und Freiberufler

Viele, die sich mit über 50 selbstständig machen möchten, werden sich fragen, ob sie als Unternehmer, Gewerbetreibende oder Freiberufler gelten. Die Frage, ob Selbstständige der Gewerbepflicht unterliegen, ist wichtig für die Besteuerung. Gewerbetreibende müssen das Gewerbe anmelden. Sie benötigen einen Gewerbeschein und müssen Gewerbesteuer zahlen.

Ein Gewerbebetrieb liegt vor, wenn

  • es sich nicht um eine Tätigkeit in der Land- und Forstwirtschaft handelt
  • eine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr erfolgt
  • kein freier Beruf und keine andere selbstständige Tätigkeit ausgeübt wird.

Freiberufler und andere Selbstständige müssen keine Gewerbesteuer zahlen. Eine freiberufliche Tätigkeit basiert auf einer wissenschaftlichen Ausbildung. Die Kenntnisse können auch im Selbststudium erworben worden sein.

Was wichtig ist für den Start in die Selbstständigkeit

Gerade dann, wenn es darauf ankommt, Fördermittel zu beantragen oder Kapitalgeber zu überzeugen, müssen Existenzgründer einen Businessplan erarbeiten. Er besteht aus Finanzplan, Zielgruppenanalyse, Wettbewerbsanalyse und Marketingkonzept. Zusätzlich ist oft eine Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT-Analyse) erforderlich, in der Gründer ihre Stärken und Schwächen analysieren und die Chancen und Risiken gegenüberstellen. Mit einem Pitch können sich Gründer bereits im Vorfeld potentiellen Investoren präsentieren, um Kapitalgeber zu finden. Dabei gilt es, mit den wichtigsten Informationen und Kennzahlen deren Interesse zu wecken. Kapital müssen Existenzgründer nicht immer von Banken erhalten. Es gibt moderne Formen der Finanzierung, beispielsweise Business Angel oder Crowdfunding. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Kapitalgeber am Unternehmen beteiligt sind und ein Mitbestimmungsrecht haben.

Fazit:

Der Start in die Selbstständigkeit ist auch mit über 50 möglich. Auf eine umfassende Beratung und eine kaufmännische Software sollten Gründer nicht verzichten. Ein Businessplan ist Voraussetzung, um Fördergelder oder einen Kredit zu bekommen.

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