CHRONISCHER SCHMERZ
Ursachen und Behandlungsansätze zur Behandlung
In dieser Zeit verliert der Schmerz oft seine ursprüngliche Warnfunktion. Er ist dann nicht mehr nur ein Symptom, sondern entwickelt sich zu einer eigenständigen Erkrankung.
Häufig betroffen sind:
- Rücken und Nacken
- Knie-, Hüft- oder Fingergelenke
- Nerven, etwa bei Polyneuropathie
- der Kopf, zum Beispiel bei chronischer Migräne
Für Aussenstehende sind diese Schmerzen oft nicht sichtbar. Für Betroffene hingegen sind sie real, dauerhaft präsent und mitunter sehr belastend. Umso wichtiger ist eine ernsthafte, strukturierte medizinische Begleitung.
Warum werden Schmerzen chronisch?
Chronische Schmerzen entstehen selten durch eine einzelne Ursache. In den meisten Fällen wirken mehrere Faktoren zusammen:
- Verschleiss und Entzündungen
Mit zunehmendem Alter verändern sich Gelenke, Bandscheiben und Muskeln. Arthrose, chronische Entzündungen oder degenerative Prozesse gehören zu den häufigsten Auslösern anhaltender Schmerzen. - Veränderungen im Nervensystem
Nervenschädigungen, etwa durch Diabetes, Bandscheibenvorfälle oder frühere Verletzungen, können dazu führen, dass Schmerzsignale dauerhaft oder verstärkt weitergeleitet werden. - Zentrale Schmerzverarbeitung
Das Gehirn kann Schmerzen „lernen“. Selbst wenn die ursprüngliche Ursache abgeheilt ist, bleibt das Schmerzempfinden bestehen, weil die Schmerzverarbeitung im Nervensystem verändert ist. - Psychische und soziale Einflüsse
Stress, Schlafmangel, Sorgen oder depressive Verstimmungen wirken sich nachweislich auf die Schmerzwahrnehmung aus. Körperliche und seelische Faktoren greifen hier eng ineinander.
Welche Auswirkungen haben chronische Schmerzen auf den Alltag?
Chronische Schmerzen betreffen selten nur eine Körperstelle. Viele Betroffene berichten über eine Vielzahl von Begleiterscheinungen, darunter:
- eingeschränkte Beweglichkeit
- schnelle Ermüdung
- Schlafprobleme
- Rückzug aus sozialen Aktivitäten
- Unsicherheit und Angst vor Verschlechterung
Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl, alltägliche Aufgaben nur noch eingeschränkt bewältigen zu können. Genau hier setzt eine moderne, ganzheitliche Schmerztherapie an.
Moderne Schmerztherapie: Ganzheitlich statt eindimensional
Heute gilt in der Medizin: Chronische Schmerzen lassen sich am besten mit einem multimodalen Therapiekonzept behandeln. Das bedeutet, dass verschiedene Behandlungsansätze sinnvoll miteinander kombiniert werden.
- Medikamentöse Behandlung
Schmerzmittel können ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein, insbesondere bei stärkeren Beschwerden. Entscheidend ist jedoch eine individuelle Auswahl, die Art, Intensität und Dauer der Schmerzen berücksichtigt und regelmässig ärztlich überprüft wird. - Bewegung und Physiotherapie
Gezielte Bewegung hilft, Muskeln zu stärken, Gelenke beweglich zu halten und Schonhaltungen zu vermeiden. Auch moderate Aktivitäten wie Spazierengehen, Schwimmen oder spezielle Gymnastik können positive Effekte haben. - Psychologische Unterstützung
Verfahren wie Schmerzbewältigungstraining, Entspannungsübungen oder kognitive Verhaltenstherapie helfen, den Umgang mit Schmerzen zu verbessern und die psychische Belastung zu reduzieren. - Interventionelle Verfahren
In bestimmten Fällen kommen Injektionen, Nervenblockaden oder minimalinvasive Eingriffe zum Einsatz. Diese werden in der Regel in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt.
Die wichtigsten Schmerzmittel im Überblick
Vielleicht fragen auch Sie sich, welche Schmerzmittel bei chronischen Schmerzen eigentlich am wirksamsten sind. Denn so sehr Bewegung, Therapie und andere Massnahmen helfen können: In vielen Fällen kommt man im Alltag nicht vollständig ohne Medikamente aus. Entscheidend ist dann, gut informiert zu sein und gemeinsam mit dem behandelnden Arzt die passende Lösung zu finden.
Hier finden Sie eine Übersicht über die Top 10 der stärksten Schmerzmittel, die (von Fall zu Fall verschieden) oftmals bei chronischen Schmerzen verschrieben werden:
- Morphin
Ein starkes Opioid, das vor allem bei sehr starken und chronischen Schmerzen eingesetzt wird, etwa bei Tumorerkrankungen. Es wirkt direkt im zentralen Nervensystem. - Fentanyl
Ein sehr stark wirksames Opioid, häufig in Form von Pflastern. Es kommt bei dauerhaft bestehenden starken Schmerzen zum Einsatz. - Oxycodon
Ein opioidhaltiges Schmerzmittel, das bei mittleren bis starken chronischen Schmerzen verschrieben wird, häufig in retardierter Form. - Hydromorphon
Ein starkes Opioid mit schneller und intensiver Wirkung, das bei therapieresistenten Schmerzen eingesetzt werden kann. - Buprenorphin
Ein Opioid mit besonderem Wirkprofil, das häufig als Pflaster verwendet wird und sich für die Langzeittherapie eignen kann. - Tramadol
Ein schwächeres Opioid, das bei mittelstarken Schmerzen eingesetzt wird und oft eine Übergangslösung darstellt. - Diclofenac
Ein entzündungshemmendes Schmerzmittel, das insbesondere bei Gelenk- und Rückenschmerzen Anwendung findet. - Ibuprofen
Ebenfalls entzündungshemmend und schmerzlindernd, häufig bei leichten bis mittelstarken Schmerzen eingesetzt. - Metamizol
Ein stark wirksames nicht-opioides Schmerzmittel, das bei bestimmten starken Schmerzen eingesetzt wird, jedoch ärztliche Kontrolle erfordert. - Cannabinoidhaltige Arzneimittel
In ausgewählten Fällen können auch Medikamente auf Cannabisbasis eingesetzt werden, etwa wenn andere Therapien nicht ausreichend wirken. Die Anwendung erfolgt ausschliesslich unter ärztlicher Begleitung.
Grundsätzlich gilt: Kein Schmerzmittel ist für alle gleichermassen geeignet. Nutzen, Risiken und mögliche Nebenwirkungen sollten immer sorgfältig abgewogen werden. Gerade opioidhaltige Schmerzmittel dürfen ausschliesslich auf ärztliche Anordnung und unter regelmässiger Kontrolle eingenommen werden, da sie bei unsachgemässer oder langfristiger Anwendung zu schweren Abhängigkeiten führen können.
Umso wichtiger ist es, die Therapie individuell abzustimmen und Veränderungen immer mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
Fazit: Chronische Schmerzen ernst nehmen – und stets individuell behandeln
Chronische Schmerzen sind komplex und verlangen nach einer differenzierten, ganzheitlichen Betrachtung. Moderne Therapieansätze zeigen, dass es nicht die eine Lösung gibt, sondern viele Bausteine, die sinnvoll kombiniert werden können. Medikamente, Bewegung, psychologische Unterstützung und ärztliche Begleitung greifen dabei ineinander.
Wenn Schmerzen Ihren Alltag dauerhaft beeinträchtigen, sollten Sie sich nicht damit abfinden. Eine individuell abgestimmte Behandlung kann dazu beitragen, Ihre Beweglichkeit zu erhalten, Ihre Lebensqualität zu verbessern und Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Alltag zurückzugewinnen.
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