Wasserschaden und Co.: Wie handelt man richtig?

Unwetterbedingte Wasserschäden nehmen in ihrer Häufigkeit zu.
Unwetterbedingte Wasserschäden nehmen in ihrer Häufigkeit zu. - (Bildquelle: Prawny, pixabay.com)
Über das Horrorszenario einen Wasserschaden zu erleiden und dessen Folgen, denken in der Regel lediglich involvierte Personen nach.

Solche, die entweder selbst damit Erfahrungen gemacht oder die in ihrem unmittelbaren Umfeld einen solchen Fall erlebt haben. Dabei kann ein Wasserschaden tatsächlich jeden Haushalt betreffen, sei es durch Umwelteinflüsse, die eigene Unachtsamkeit oder Defekte an den Rohrleitungen. Für all diese Szenarien ist es wichtig, umfangreich gegen Wasserschäden abgesichert zu sein, da häufig nicht nur das eigene Hab und Gut zerstört wird, sondern oftmals auch das der unmittelbaren Nachbarn.

Beispiel: Wasserschaden durch ein Unwetter

Bei einem Unwetter ist es keine Seltenheit, dass es zu einer Flutung der Kellerräume und der Räume im Erdgeschoß kommt. In einer solchen Situation sollten aus Sicherheitsgründen folgende Punkte unbedingt beachtet werden, da im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Umstände entstehen können.

  1. Um die Gefahr eines Stromschlages zu vermeiden, sollte als Erstes der Strom im Hauptsicherungskasten abgestellt werden. Befindet sich dieser im überschwemmten Bereich, sollten diese Sicherungsarbeiten der Feuerwehr übergeben und nicht eigenständig agiert werden.
  2. Bei mit Heizöl betriebenen Heizungsanlagen, rät das Bundesamt für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz dazu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Wasser im überfluteten Bereich wird durch das Heizöl verschmutzt und ist aufgrund dessen nicht einfach zu entfernen.
  3. Eine ordentliche Dokumentation der Überflutung und der Schäden ist zwingend erforderlich und sollte für dritte Personen nachvollziehbar aufbereitet werden. Fotos- und Videoaufnahmen sollten nicht nur vom Schaden an sich, sondern auch von dem höchsten Wasserstand gemacht werden.
  4. Es gilt mit dem Abpumpen des Wassers zu warten, wenn Hochwasser der Grund für die Überflutung der Kellerräume war. Gewartet werden sollte so lange bis der Grundwasserstand geringer ist als die Bodenwanne des betroffenen Hauses. Auf diese Weise wird die Gefahr vermindert, dass nachdrückendes Wasser weitere Schäden verursacht.
  5. Um Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden, sollte schnellstmöglich nach dem Absteigen des Grundwasserstandes mit dem Abpumpen begonnen werden.
  6. Da bei einer Überschwemmung auch Schlamm und Dreck mit in den Keller gespült wird, sollte im direkten Anschluss nach dem Abpumpen mit dem Beseitigen des Schlamms begonnen werden. Ist der Schlamm erst mal getrocknet, wird die Entfernung unnötig erschwert.
  7. Zeitnah nach dem Auftreten der Überschwemmung und der Vervollständigung der Dokumentation, gilt es eine Schadensmeldung bei der Versicherung zu machen.

Wichtig: Ein Menschenleben ist stets wertvoller als jedes Hab und Gut, drum gilt es immer die Sicherheit zu priorisieren und nicht überstürzt zu handeln. Ein Betreten des Kellers sollte vermieden werden, wenn das Wasser rasant ansteigt oder bereits besonders hochsteht.

Beispiel: Wasserschaden durch einen Rohrbruch und Co.

Ein Wasserschaden in der Wohnung kann die verschiedensten Ursachen haben: Unachtsamkeit, Baufehler sowie Materialmängel und -verschleiß der Rohrleitungen sind nur wenige der möglichen Gründe.

Im Folgenden ein paar Tipps, wie bei einem Rohrbruch gehandelt werden sollte:

  1. Als erste Handlung sollte der Haupthahn abgestellt werden, wodurch ein Nachströmen weiteren Wassers vermieden wird.
  2. Da Strom in Verbindung mit Wasser schnell eine Bedrohung für das eigene Leben werden kann, gilt es auch diesen unverzüglich auszustellen. Um die eigene Sicherheit zu gewährleisten und einen Stromschlag zu vermeiden, sollte ein überschwemmter Raum nie betreten werden, wenn der Strom noch eingeschaltet ist!
  3. Je nach Wassermenge ist das Wasser schnell aufzuwischen. Sollte dies aufgrund eines zu hohen Wasserstandes nicht möglich sein, sollte die Feuerwehr alarmiert und um Hilfe gebeten werden. Die Feuerwehr besitzt entsprechende Ausrüstungsgegenstände und Gerätschaften, um das Wasser effektiv zu beseitigen.
  4. Der betroffene Hausrat sollte anschließend in trockene Bereiche gebracht werden, um diesen vor weiteren Schäden zu schützen.
  5. Eine Notreparatur sollte besonders dann vorgenommen werden, wenn ein Abschalten des Haupthahns unabdinglich ist.
  6. In jedem Fall sollten alle Schäden durch Foto- und Videodateien dokumentiert und bei der Versicherung eingereicht werden. Dies sollte zeitnah geschehen, um schnelle Hilfe zu erhalten und mögliche Kostenfragen zu klären.
  7. Sollten Nachbarn betroffen sein und beispielsweise Wasser in die unterliegende Wohnung eingetreten sein, gilt es sich mit dem Nachbarn unverzüglich abzusprechen und die Versicherungsfrage zu klären.

Welche Versicherung haftet für welchen Schäden?

Je nach Ursache und Art des Wasserschadens greift eine andere Versicherung. So greift die Hausrat- oder die Gebäudeversicherung, wenn Leitungswasser aus der eigenen Wohnung die Schadensursache war. Handelt es sich um Schäden durch Leitungswasser einer anderen Wohnung, tritt dafür die Haftpflichtversicherung des Verursachers ein. Starkregen, Wasser aus Rückstau in der Kanalisation, Hochwasser und Überschwemmung hingegen werden durch eine Elementarschadenversicherung abgedeckt.

Fazit: Wasserschäden können aufgrund vielfältiger Ursachen in allen Wohnungen und Gebäuden auftreten, unabhängig vom Standort und der auftretenden Witterungsverhältnisse. Entstehende Schäden durch Überschwemmung, Rohrbruch und Co. Können dabei sehr hohe Kosten verursachen, weshalb eine entsprechende und umfassende Absicherung für alle Haushalte und Personen zu empfehlen ist.

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