Sturzgefahr
Sicher bewegen auf dem vereisten Gehsteig
Der Winter verwandelt Straßen, Wege und Gehsteige oft in gefährliche Rutschbahnen. Bereits eine dünne Eisschicht oder gefrierende Nässe können ausreichen, um das Risiko für Stürze deutlich zu erhöhen. Besonders Menschen ab 50 sollten in der kalten Jahreszeit vorsichtig sein, denn Verletzungen nach einem Sturz können langwierige Folgen haben. Dennoch müssen Sie sich nicht bei jedem Wintereinbruch ins Haus zurückziehen. Mit der richtigen Vorbereitung, geeignetem Schuhwerk und einer angepassten Gehtechnik können Sie sich auch auf vereisten Gehsteigen sicher bewegen.
Wer die typischen Gefahren kennt und einige einfache Verhaltensregeln beachtet, reduziert das Risiko erheblich und bleibt auch im Winter mobil.
Warum vereiste Gehwege so gefährlich sind
Eis und Schnee verändern die Bodenbeschaffenheit erheblich. Während trockene Gehwege ausreichend Halt bieten, wird die Reibung auf Eisflächen stark reduziert. Schon kleine Bewegungen können dazu führen, dass die Füße wegrutschen und das Gleichgewicht verloren geht.
Besonders tückisch ist sogenanntes Blitzeis. Dabei bildet sich eine nahezu unsichtbare Eisschicht auf Gehwegen und Straßen. Da die Gefahr oft nicht sofort erkannt wird, passieren viele Unfälle überraschend.
Mit zunehmendem Alter verändert sich zudem das Gleichgewichtsgefühl. Reaktionszeiten können etwas länger werden und die Muskelkraft nimmt häufig ab. Dadurch fällt es schwerer, einen plötzlichen Ausrutscher auszugleichen.
Die richtigen Schuhe für winterliche Bedingungen
Eine der wichtigsten Maßnahmen für mehr Sicherheit auf vereisten Gehsteigen ist die Wahl des passenden Schuhwerks.
Winterstiefel oder spezielle Winterschuhe sollten über eine rutschfeste Profilsohle verfügen. Tiefe Profile bieten auf Schnee und Matsch einen besseren Halt als glatte Sohlen.
Achten Sie außerdem auf folgende Eigenschaften:
- Rutschhemmende Gummisohlen
- Gute Passform
- Ausreichende Stabilität im Knöchelbereich
- Wasserdichte Materialien
- Warme Innenfütterung
Vermeiden Sie Schuhe mit abgelaufenen Sohlen. Bereits geringe Abnutzungen können die Trittsicherheit deutlich verschlechtern.
Schuhspikes als zusätzliche Sicherheit
Für besonders glatte Tage bieten sogenannte Schuhspikes oder Gleitschutzsysteme eine sinnvolle Ergänzung. Diese Hilfsmittel werden über die Schuhe gezogen und verfügen über kleine Metallstifte oder spezielle Griffelemente.
Sie verbessern die Bodenhaftung erheblich und können das Risiko eines Sturzes deutlich reduzieren. Vor allem bei längeren Spaziergängen oder auf wenig geräumten Wegen sind Schuhspikes eine praktische Unterstützung.
Wichtig ist jedoch, die Spikes beim Betreten von Innenräumen wieder abzunehmen, um Stolperfallen zu vermeiden.
Die richtige Gehtechnik auf Eis und Schnee
Nicht nur die Ausrüstung entscheidet über die Sicherheit, sondern auch die Art und Weise, wie Sie sich bewegen.
Auf vereisten Gehsteigen sollten Sie Ihre Schritte bewusst verkürzen. Kleine, langsame Schritte sorgen für mehr Stabilität und reduzieren die Gefahr des Ausrutschens.
Experten empfehlen häufig den sogenannten Pinguingang. Dabei wird der Körperschwerpunkt leicht nach vorne verlagert, während die Füße flacher aufgesetzt werden.
Folgende Regeln helfen zusätzlich:
- Langsam gehen
- Kleine Schritte machen
- Füße möglichst flach aufsetzen
- Hände nicht in den Taschen verstecken
- Aufrechte Körperhaltung bewahren
- Abrupte Bewegungen vermeiden
Durch diese Technik können Sie Ihr Gleichgewicht besser kontrollieren.
Hände frei halten für mehr Sicherheit
Viele Menschen stecken bei Kälte automatisch die Hände in die Jackentaschen. Auf glatten Wegen ist dies jedoch keine gute Idee.
Die Arme spielen eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht. Wenn die Hände frei bleiben, können Sie schneller reagieren und sich bei einem drohenden Sturz besser abfangen.
Tragen Sie daher lieber warme Handschuhe und halten Sie die Arme locker neben dem Körper.
Besondere Vorsicht bei Treppen und Bordsteinen
Treppen, Bordsteinkanten und abschüssige Wege gehören im Winter zu den gefährlichsten Stellen. Hier kommt es besonders häufig zu Stürzen.
Nutzen Sie vorhandene Geländer konsequent und achten Sie darauf, jeden Schritt bewusst zu setzen. Lassen Sie sich ausreichend Zeit und vermeiden Sie Hektik.
Bei stark vereisten Treppen kann es sinnvoll sein, alternative Wege zu wählen oder auf Unterstützung zu warten.
Hilfsmittel für mehr Stabilität
Wer sich auf glatten Wegen unsicher fühlt, kann verschiedene Hilfsmittel nutzen.
Gehstöcke mit speziellen Eisaufsätzen bieten zusätzliche Stabilität. Auch Wanderstöcke mit Winterspitzen können hilfreich sein.
Diese Hilfsmittel vergrößern die Standfläche und unterstützen das Gleichgewicht. Besonders Menschen mit bestehenden Mobilitätseinschränkungen profitieren häufig von dieser zusätzlichen Sicherheit.
Wettervorhersage und Wegplanung beachten
Eine gute Vorbereitung beginnt bereits vor dem Verlassen des Hauses. Informieren Sie sich über die aktuelle Wetterlage und mögliche Glättewarnungen.
Wenn starker Frost oder Eisregen angekündigt sind, sollten Sie unnötige Wege möglichst vermeiden. Oft lohnt es sich, Besorgungen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Planen Sie Ihre Route so, dass geräumte und gut beleuchtete Wege genutzt werden können. Hauptstraßen und stark frequentierte Gehwege werden in der Regel schneller geräumt als abgelegene Nebenstraßen.
Fitness und Gleichgewicht trainieren
Eine gute körperliche Verfassung kann helfen, Stürze zu vermeiden. Regelmäßige Bewegung stärkt die Muskulatur und verbessert die Balance.
Besonders empfehlenswert sind:
- Spaziergänge
- Gymnastik
- Yoga
- Gleichgewichtstraining
- Tai-Chi
- Krafttraining
Wer seine Beinmuskulatur stärkt und sein Gleichgewicht trainiert, kann auch auf unerwartete Rutschbewegungen besser reagieren.
Was tun, wenn Sie dennoch stürzen?
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Stürze nicht immer vermeiden. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und sich nicht überstürzt aufzurichten.
Prüfen Sie zunächst, ob Schmerzen oder Verletzungen vorliegen. Falls Sie sich unsicher fühlen oder starke Beschwerden haben, sollten Sie Hilfe holen oder den Rettungsdienst verständigen.
Nach einem Sturz empfiehlt es sich, auch scheinbar leichte Verletzungen ärztlich abklären zu lassen. Besonders Prellungen, Verstauchungen oder Knochenverletzungen können zunächst unterschätzt werden.
Die Bedeutung von Aufmerksamkeit im Winter
Viele Unfälle entstehen durch Ablenkung. Wer auf das Smartphone schaut oder in Gedanken versunken ist, erkennt Gefahrenstellen oft zu spät.
Konzentrieren Sie sich deshalb bewusst auf Ihren Weg. Beobachten Sie die Bodenbeschaffenheit und achten Sie auf glänzende Flächen, die auf Eis hindeuten können.
Eine erhöhte Aufmerksamkeit ist einer der einfachsten und zugleich wirksamsten Schutzmechanismen gegen Stürze.
Fazit
Vereiste Gehsteige stellen besonders im Winter ein erhebliches Unfallrisiko dar. Mit geeignetem Schuhwerk, einer angepassten Gehtechnik und einer guten Vorbereitung können Sie jedoch viel für Ihre Sicherheit tun. Kurze Schritte, freie Hände, rutschfeste Sohlen und eine bewusste Aufmerksamkeit helfen dabei, Stürze zu vermeiden. Wer zusätzlich seine Fitness und sein Gleichgewicht trainiert, bleibt auch in der kalten Jahreszeit mobil und selbstständig. So können Sie den Winter genießen und sich trotz Eis und Schnee sicher im Alltag bewegen.
Newsletter abonnieren und gewinnen! 
Melden Sie sich für unseren wöchentlichen Newsletter an und nehmen Sie automatisch an der nächsten Verlosung des Preisrätsels teil.