Heimwerken im Alter – was ist problemlos möglich?

Viel Freizeit, gerade in den kühlen Monaten, sorgt dafür, dass zu Hause die Werkzeugkiste ausgepackt wird.
Viel Freizeit, gerade in den kühlen Monaten, sorgt dafür, dass zu Hause die Werkzeugkiste ausgepackt wird. - Bild von analogicus auf Pixabay
Ein paar Schönheitsreparaturen hier, ein wenig Umdekorieren dort – Heimwerken und dekorative Verschönerung in den eigenen vier Wänden sind bei Senioren äußerst beliebt.

Viel Freizeit, gerade in den kühlen Monaten, sorgt dafür, dass zu Hause die Werkzeugkiste ausgepackt wird. Allerdings sollten Senioren sich nicht allen Tätigkeiten annehmen, denn einiges kann gefährlich und falsch ausgeführt auch zu schmerzhaften Verletzungen führen.

Warum ist Heimwerker eine willkommene Abwechslung?

Schränke neue justieren, Bilder aufhängen, die knarrende Tür zum Schweigen bringen – im Haushalt gibt es so viel zu tun, was nicht immer ein Handwerksprofil erledigen muss. Senioren haben besonders viel Spaß daran, sich mit den Heimwerker-Aufgaben zu befassen, denn sie haben viel Zeit und tüfteln noch dazu gern. Schließlich gibt es doch nichts Schöneres, als kleine Reparaturen selbst auszuführen und nach dem Tagwerk voller Stolz im Wohnzimmersessel Platz zu nehmen. Heimwerken hat noch weitere Vorteile:

  • Es hält fit.
  • Es fördert die Denkleistung.
  • Motorische Fähigkeiten werden angeregt.

Ideal für Senioren-Heimwerker: Tapezieren und Malern

Hin und wieder können die eigenen vier Wände einen neuen Anstrich gebrauchen. Warum einen teuren Handwerker bezahlen, wenn es doch mit etwas Organisation und vor allem viel Zeit viel günstiger geht. Beim Tapezieren ist ebenfalls viel Zeit und vor allem Präzision gefragt – beides Dinge, die viele Senioren mitbringen. Bei der Farbauswahl der Tapete können außerdem noch einmal ganz neue Akzente gesetzt werden.

In der Farbpsychologie haben viele Farben eine ganz besondere Wirkung, sodass sie auch im Wohndesign einen Effekt haben können. Soll ein Raum sehr natürlich wirken, dann sind Braun- und Erdtöne gut geeignet. Sie vermitteln Sicherheit, Geborgenheit und Stabilität. Besonders gern kommt die Farbpsychologie auch in der Küche zum Einsatz. Hier geht es um Farben, die – zumindest in der Theorie – den Appetit anregen oder zügeln können. Besonders anregend soll Orange sein, alternativ auch ein sonniges Gelb, welches einen hohen Rotanteil aufweist. Ganz egal, ob das Wohnzimmer verschönert oder die Küche bunt gestaltet wird werden soll – optimal vorbereitet, gelingen auch größere Verschönerungsmaßnahmen. Um nichts zu vergessen, können sich Senioren vor dem Tapezieren eine Checkliste machen und zunächst prüfen, ob vielleicht schon das ein oder andere im Haushalt zu finden ist. Zu den wichtigsten Tapezier-Utensilien gehören:

  • Abdeckplane
  • Löser für die Tapete
  • Cuttermesser
  • Müllsäcke für Tapetenreste
  • Tapezierbürste
  • Tapeten-Lineal
  • Pinsel

Um die Wand für die neue Tapete vorzubereiten, muss gegebenenfalls Grundierung oder Tiefgrund aufgetragen werden. Befindet sich auf der Wand sogar Schimmel, muss dieser zunächst beseitigt werden. Damit der optimale Zuschnitt der Tapetenbahnen gelenkt, hilft ein Tapeziertisch weiter. Er bietet Platz für eine Tapetenrolle und erleichtert das Anzeichen. Wer ganz präzise Tapetenbahnen von der Decke ansetzen und ausrichten möchte, braucht bei höheren Räumen einen Tritt oder eine Leiter. Natürlich können fitte Senioren problemlos auf die Leiter steigen, sollten sich trotzdem immer durch eine helfende Hand absichern lassen. Auch jungen Menschen kann es passieren, dass sie das Gleichgewicht verlieren und plötzlich mit Leiter und Tapete auf dem Boden liegen. Wer motorische Schwierigkeiten hat und zum Zittern neigt, sollte den Gang auf die Leiter vermeiden. Hier kann vielleicht der Enkel oder Nachbar weiterhelfen, um die Tapete kurz anzulegen.

Tipp: Wem beim Tapezieren die Muskelkraft etwas ausgeht, kann mit einem Greifarm weitermachen. Damit lassen sich beispielsweise Tapetenreste rasch aufheben oder die Tapeten-Utensilien ganz leicht wegräumen.

Gardinen einfach selbst nähen

Was passt besser zur neugestalteten Wand als die neue Gardine? Auch hier können Senioren Geld sparen und ihre Freizeit nutzen. Mithilfe einer Nähmaschine und etwas Stoff lassen sich individuelle Gardinen für die eigenen vier Wände fertigen.

Holz, Metall und Co. – Senioren zaubern wahre Kunstwerke aus Werkstoffen

Basteln ist bei vielen Senioren äußerst beliebt, denn hier werden viele Fertigkeiten verlangt: Kreativität, Geschick, Konzentration und Spaß. Gerade die kalte Jahreszeit ist ideal, um kleine Präsente für die Weihnachtszeit zu fertigen. Mithilfe einer Säge oder Stichsäge können beispielsweise mit einem tollen Holz schöne Präsente für Freunde oder die Familie gefertigt werden. Frühstücksbrettchen, Schatullen oder Bilderrahmen lassen sich auch im reiferen Alter herstellen. Häufig braucht es dafür besonders viel Liebe zum Detail, denn die Kanten wollen gerade geschnitten und glattgeschliffen werden.

Neue Hobbys entdecken: der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Bastel- und Heimwerkerarbeiten mit Holz sind vor allem bei Männern äußerst beliebt. Frauen müssen sich nicht langweilen, wenn der Partner in seine Holzarbeiten vertieft ist. Auch für sie gibt es im Seniorenalter tolle Möglichkeiten, um der Kreativität freien Lauf zu lassen.

Warum nicht den alten gesprungenen Teller reparieren, und zwar mit einem neuen dekorativen Muster? Das Malen auf Keramik oder Porzellan könnte doch zum neuen Hobby werden, oder? Wer möchte, kann sogar sein eigenes Geschirr herstellen. Eine kleine Töpferscheibe findet auch in kleineren Räumlichkeiten Platz und den Ton sowie andere dafür benötigte Utensilien gibt es im gut sortierten Bastelshop.

Gemeinsames Heimwerken

Heimwerken bietet nicht nur den Vorteil, dass daraus tolle Ergebnisse entstehen, sondern es schafft auch Gemütlichkeit. Gemeinsam an einem Heimwerker-Projekt arbeiten oder sich gegenseitig die Ergebnisse der letzten Stunden zeigen – das schweißt zusammen.

Noch schöner ist es, wenn sich Freunde oder Bekannte über die Heimwerker-Ergebnisse freuen. Finden beispielsweise die Schmuckstücke der Enkelin Platz in der handgefertigten Holzschatulle oder freut sich die Tochter über den täglichen Kaffee aus der selbst gestalteten Tasse, hat sich die Arbeit gleich doppelt gelohnt.

Übungen, damit Senioren beweglich und für Heimwerkerarbeiten fit bleiben

Heimwerken macht erst dann richtig Spaß, wenn wirklich nichts zwickt und kneift. Im reiferen Alter ist es völlig normal, dass der Körper hier und da ein paar Wehwehchen hat; der Rücken spannt, der Nacken ist vielleicht etwas steif oder die Koordinationsfähigkeit lässt nach. Senioren können mit ein paar leichten Übungen selbst dafür sorgen, dass die Motorik bestmöglich erhalten bleibt und Heimwerken weiterhin ohne Probleme Spaß macht.

Beweglichkeit verbessern: So geht es

Um bei den Arbeiten zu Hause beweglich zu bleiben, können täglich wenige Minuten Sport helfen. Ein paar Mal in die Hocke gehen oder den Hampelmann machen schmieren nicht nur die Gelenke, sondern regen auch den Kreislauf an. Wer möchte, kann zusätzlich leichte Gewichte zur Hand nehmen und beispielsweise Armbeugen zur Stärkung der Muskulatur machen, um später den Akkuschrauber oder Bohrhammer besser halten zu können.

Koordinationsübungen

Koordination ist gerade bei filigranen Heimwerkerarbeiten besonders gefragt. Damit die Finger präzise gelenkt werden können, hilft ein genoppter Ball. Er wird mehrmals in der Hand hin und her bewegt und regt die Nerven an. Zu den besten Koordinationsübungen zählen auch: das Stehen auf einem Bein, das Halten des ausgestreckten Armes oder der aufrechte Stand mit Hüftkreisen. Wer diese Übungen mehrmals pro Woche oder am besten täglich wiederholt, schafft eine gute Voraussetzung, um auch für die nächsten Heimwerkerarbeiten optimal fit und gerüstet zu sein.

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