Kredit vs. Dispo: Was ist besser?

Fast jeder hat sich schon einmal die Frage gestellt: Was ist eigentlich besser für Anschaffungen geeignet, der Dispokredit oder ein echter Kredit?

Anderen stellt sich die Frage gar nicht erst, denn der Dispokredit ist der ständige Begleiter und wird regelmäßig genutzt. Aber lohnt es sich, Anschaffungen über den Dispo zu tätigen oder bietet sich nicht doch eher ein echter Ratenkredit an? Dieser Artikel schaut sich die Vor- und Nachteile beider Optionen an und verrät, warum der Dispo bei weitem nicht immer die beste Lösung ist.

Der Dispokredit

Um den Dispokredit nutzen zu können, muss er manchmal beantragt werden. Bei anderen Konten ist die eigene Beantragung gar nicht nötig, denn gehen drei Mal Gehaltseingänge ein, so wird der Dispo direkt freigeschaltet. Aber in welcher Höhe?

  • Selbstbestimmte Höhe – viele Menschen wissen es gar nicht. Doch jeder kann selbst eine maximale Dispogrenze festlegen, auch wenn das Einkommen einen weitaus höheren Betrag erlaubt. Wer beispielsweise monatlich 5.000 Euro verdient, aber einen Dispo von 1.000 Euro haben möchte, der kann dies bestimmen.
  • Grenzwert – dieser ist je nach Bank unterschiedlich. Im Schnitt ist der Dispo bei drei Monatsgehältern gedeckelt – jeder Betrag darunter ist allerdings problemlos möglich.
  • Nutzung – sobald der Dispo freigegeben ist, wird er automatisch genutzt, wenn der Kontostand ins Minus rutscht. Der Dispo ist eine flexible Kreditlinie des Kontos und wird bei Bedarf entweder oder nicht. Zinsen fallen dabei immer nur für den Betrag an, der auch tatsächlich vom Kunden in Anspruch genommen wird.

Die Einfachheit des Dispokredits hat schon so manchem Bürger ausgeholfen. Ganz ohne eigene Kreditbeantragung lässt sich das Auto reparieren oder die Waschmaschine kaufen. Allerdings hat der Dispo nicht nur Vorteile, denn auch Nachteile warten auf Nutzer. Im Überblick:

Die Vorteile:

  • Immer vorhanden – einmal beantragt, ist der Dispo stets vorhanden. Bis zur erlaubten Überziehungsgrenze kann das Konto überzogen werden, ohne dass die einzelnen Zahlungen angefragt werden müssen.
  • Simpel – auf dem Konto sind 100,00 Euro, doch eine Rechnung beträgt 400,00 Euro? Kein Problem, sie kann einfach bezahlt werden, das Konto rutscht nun ins erlaubte Minus.
  • Rückzahlung – auch sie ist so simpel, wie es nur geht. Mit jedem Geldeingang trägt sich der Dispo automatisch ab. Somit lässt sich der Dispokredit also jederzeit in beliebiger Höhe zurückzahlen, ohne dass dafür zusätzliche Kosten anfielen.

Die Nachteile:

  • Kosten – die jährlichen Zinsen für den Dispokredit belaufen sich auf bis zu zehn Prozent – manche Banken liegen sogar deutlich drüber. Natürlich spielen diese Zinsen keine Rolle, wenn der Dispo mal zwischendurch für niedrige Beträge genutzt und kurz danach ausgeglichen wird. Wer allerdings länger als einen Monat im Dispo verweilt, spürt die Kosten deutlich.  
  • Gefahr – die Nutzung des Dispo hat vielfach eine Sogwirkung. Kunden beginnen mit fünfzig Euro zwischendurch, irgendwann sind sie mit dauerhaft fünfhundert Euro oder mehr im Minus. Nun offenbaren sich auch die Zinskosten, die die Rückzahlung immer weiter erschweren.
  • Rückzahlung - da sich der Dispo bei Geldeingängen automatisch ganz oder teilweise ausgleicht, gibt es das nächste Problem: Das tatsächlich im Plus zur Verfügung stehende Guthaben wird geringer. Um den Dispo wirklich aus eigener Kraft zurückzuzahlen, ist Disziplin nötig. Zusätzlich dürfen Kreditnehmer nicht den Überblick verlieren, da eine Dispo-Rückzahlung ja nicht extra angewiesen wird, sondern nur Geld auf dem Konto verbleiben muss, um den Kredit zurückzuzahlen. Es existiert also keine geregelte Rückzahlung.
  • Kündigung – wer den Dispo überzieht, also über dem zur Verfügung stehenden Verfügungsrahmen ins Minus rutscht, bekommt unter Umständen Probleme mit der eigenen Bank. Diese kann nun beim ersten Mal den zusätzlichen Betrag zum Ausgleich anmahnen. Passiert die Dispo-Überziehung häufiger oder die Rückzahlung erfolgt nicht nach einer Mahnung, kann es zur Kündigung kommen. In diesem Fall müssen Kreditnehmer den gesamten Dispo-Betrag auf einmal zurückzahlen.

Die Nutzung des Dispo erfordert nicht selten irgendwann die Aufnahme eines Ratenkredits, um diesen wieder zuürckzuzahlen. Online gibt es viele Kreditangebote die zur Ablöse des Dispo gedacht sind und weitaus bessere Zinsen bieten als es ein Dispokredit je könnte.

Zumal es sich in der Praxis zeigt, dass viele Menschen wesentlich besser Raten begleichen können, als fiktiv im Kopf Raten für den privaten Dispoausgleich zurückzulegen. Eine direkte Ratenabbuchung am Monatsanfang ist in der Praxis einfacher einzuplanen, als sich den ganzen Monat über zu sagen: Diese 150,00 Euro bleiben als Disporate auf dem Konto.

Der Ratenkredit

Ein Ratenkredit hat nichts mit dem Konto des Verbrauchers zu tun. Er wird unabhängig aufgenommen, einzig das Geld wird auf das Bankkonto überwiesen. Jeder Ratenkredit hat eine feste Laufzeit, während derer monatlich eine festgelegte Rate an den Kreditgeber gezahlt wird, die Kreditsumme plus Zinsen abdeckt. Natürlich hat auch diese Variante ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Die Vorteile des Ratenkredits

  • Unabhängigkeit – Ratenkredite lassen sich frei aufnehmen. Verbraucher können vorab einen Kreditvergleich durchführen und für sich das beste Angebot auswählen. Zudem sind Ratenkredite für viele Zwecke verfügbar, was sich wiederum in den Kosten auswirkt. Autokredite sind beispielsweise meist günstiger als frei verfügbare Darlehen.
  • Zinsen – im Gegensatz zu Dispozinsen ist ein Ratenkredit wirklich günstig. Je nach Angebot und Zeitpunkt sind selbst Minuszinsen möglich. Nun müsste der Kreditnehmer weniger zurückzahlen, als er eigentlich aufgenommen hat. Grundsätzlich gilt hierbei: Verbraucher sollten Kredite vergleichen und Geld sparen, denn die Banken unterscheiden sich durchaus in Bezug auf ihre Zinsangebote.
  • Feste Fristen – ein Ratenkredit kommt mit sehr festen Regelungen auf den Verbraucher zu. An einem festen Datum im Monat muss er Rate X zahlen. Vielen Menschen fällt dies einfacher, als selbst über die Rückzahlung zu entscheiden.

Die Nachteile des Ratenkredits

  • Aufwand – während der Dispokredit stets zur Verfügung steht, sobald er eingerichtet wurde, muss der Ratenkredit eigenständig gesucht, verglichen und beantragt werden. Das geht natürlich nicht direkt an der Kasse eines Elektromarkts, sondern muss vorab geschehen.
  • Ablehnung – während ein einmal beantragter Dispokredit oft auch bei einer schlechteren Bonität weitergeführt werden kann, sofern es nicht zu Ausfällen oder Dispoüberziehungen kommt, ist bei Ratenkrediten eine Ablehnung möglich.
  • Auswahl – die Auswahl an Ratenkrediten ist enorm. Wer nur ein Auto kaufen möchte, der kann stets einen Autokredit wählen. Aber was ist, wenn die Wohnung teilweise eingerichtet werden soll, mehrere Anschaffungen anstehen oder eine Autoreparatur notwendig ist? Die Verwendungszwecke der Kredite können nun irritierend sein, zumal es selten möglich ist, einen Verwendungszweck auch auf andere Zahlungen auszuweiten.

Was lohnt sich wann?

Letztendlich gilt: Alles, was geplant ist, sollte nicht über den Dispokredit abwickelt werden. Wer hingegen kurz vor dem Monatsende die Wasserpumpe im Auto austauschen lassen muss, der kann auch den Dispo nehmen. Allgemein könnten folgende Punkte helfen:

  • Kurzfristigkeit – würde der Dispo nur kurzfristig genutzt werden, so ist die Nutzung völlig in Ordnung. Allerdings müssen Verbraucher rechnen, wie viel Geld schließlich noch zur Verfügung steht. Der Dispo darf selbst niemals überzogen werden, denn diesen Ärger möchte niemand erleben.
  • Rückzahlung – der genutzte Dispobetrag sollte stets binnen drei Monate ausgeglichen werden – die längere Nutzung kostet nur Geld.
  • Planbar – bei planbaren Anschaffungen wie dem Auto, Möbeln oder auch dem Urlaub sind Ratenkredite sinnvoller. Die Kosten für den Kredit sind niedriger als die für die Disponutzung, zudem gibt es dank vieler Verwendungszwecke weitere Zinsunterschiede.
  • Bereits im Dispo – wer schon im Dispo ist oder an dessen Grenze kratzt, sollte ebenfalls den Ratenkredit vorziehen. Der Grund ist schlichtweg der bleibende Spielraum auf dem Konto. Wird der Dispo erst einmal fast bis zum Anschlag ausgereizt, besteht fast immer ein Problem.

Generell sind Ratenkredite kostentechnisch jedem Dispo vorzuziehen. Eigentlich ist es fast unterhaltsam, denn bei Kreditzinsen von zehn Prozent würden viele Verbraucher automatisch das Wort ›Kredithai‹ in den Mund nehmen – dennoch nutzen sie den Dispo ihres Kontos zu denselben Konditionen aus.

Dispo umschulden sinnvoll – ja oder nein?

Ja! Wer schon länger im Minus ist oder monatlich wieder das Minus erreicht und keine Chance sieht, den Betrag binnen höchstens drei Monaten auszugleichen, der sollte über die Umschuldung nachdenken. Das hat mehrere Gründe:

  • Kleinkredite – es gibt heute auch Kredite über 1.000 Euro, sodass ein kleinerer Dispo ebenfalls umgeschuldet werden kann. Die Kleinkredite haben zwar meist einen höheren Zinssatz, doch liegt dieser immer noch unter dem des Dispos.
  • Sicherheit - ist der Dispo ausgeglichen, besteht eine höhere persönliche Sicherheit. Natürlich steht im Hintergrund nun eine Kreditverpflichtung, doch wurden diese Raten so ausgewählt, dass sie monatlich bezahlbar sind.
  • Einsparungen – im Vergleich ist die Umschuldung des Dispos immer günstiger. Kein zu empfehlender Kredit hat Kreditzinsen von um die zehn Prozent. Die Umschuldung spart also auch noch Geld ein.

Sinnvoll ist, die Kreditsumme so zu wählen, dass sie um 500,00 Euro oder ein wenig mehr über der benötigten Umschuldungssumme liegt. Verbraucher können auf diese Weise gleich ein wenig Geld beiseite legen und sich in Notzeiten behelfen. Da die Laufzeiten und somit die Raten von Krediten heute recht frei angepasst werden können, lässt sich der Ratenkredit komfortabel gestalten.

Natürlich wäre es sinnvoll, den Dispo nach der Umschuldung direkt zu kündigen. Wer nicht ganz auf diesen Notgroschen verzichten möchte, der kann einen Abrufkredit abschließen. Die beschlossene Summe liegt auf einem anderen Konto und muss im Notfall ganz oder teilweise angefragt werden. Kurzschlussausgaben lassen sich so gut vermeiden, trotzdem bleibt der Puffer im Hintergrund. Die Rückzahlung dieser Kredite ist vertraglich geregelt. Meist muss die entnommene Summe binnen eines Jahres wieder eingezahlt werden.

Fazit – der Ratenkredit hat die Nase vorn

Bei sämtlichen geplanten Ausgaben ist der Ratenkredit der Nutzung des Dispo vorzuziehen. Unter dem Strich spricht die Kostenfrage eine sehr deutliche Sprache, denn Dispokredite warten mit weit höheren Zinsen auf als Ratenkredite. Dafür sind die normalen Kredite nicht für Kurzschlussaktionen gedacht, da sie zuerst verglichen und beantragt werden müssen, während der Dispo fest mit dem Bankkonto verbunden ist.

Ein Umschuldungskredit ist übrigens auch nur ein Ratenkredit und perfekt für diejenigen, die endlich wieder grüne Zahlen auf dem Konto sehen und nicht länger die horrenden Zinsen zahlen möchten.

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