Rechtzeitig für die Pflege vorsorgen

Für eine mögliche Pflege gilt es frühzeitig vorzusorgen.
Für eine mögliche Pflege gilt es frühzeitig vorzusorgen. - (Bild: unsplash.com, © Ravi Patel)
Je älter wir werden, umso wahrscheinlicher wird es, dass wir früher oder später einmal pflegebedürftig werden. - Diese Entscheidungen gilt es zu treffen:

Allerdings sind nur die wenigsten von uns darauf vorbereitet. Um nicht plötzlich, sobald eine Pflegebedürftigkeit eintritt, überstürzt Entscheidungen treffen zu müssen, gilt es frühzeitig für eine mögliche Pflege im Alter zu planen. Dabei spielt nicht nur die Frage über die Finanzierung eine große Rolle, sondern auch wo die Pflege stattfinden soll. Wir haben die wichtigsten Punkte, die Sie für Ihre spätere Vorsorge bedenken sollten, an dieser Stelle für Sie zusammengefasst.

Eine solide Altersvorsorge für den Eigenanteil

Ein Leben lang zahlen wir im Rahmen der Sozialversicherung in die Pflegeversicherung ein. Bei gesetzlich Versicherten ist die an die Krankenkasse gekoppelt. Privatversicherte sind gesetzlich dazu verpflichtet sich auf privatem Wege abzusichern. Allerdings zahlt die Pflegeversicherung im Ernstfall nur einen Teil der Kosten. Die Höhe ist abhängig vom festgestellten Pflegegrad. Der fehlende Betrag muss dann meist aus eigener Tasche, im Alter also von der Rente, beigesteuert werden.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie bereits frühzeitig ans Alter und eine mögliche Pflege denken und entsprechend vorsorgen, denn die gesetzliche Rente wird bestimmt nicht reichen. Sorgen Sie mit Betriebsrente und einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge vor, um mögliche Pflegekosten tragen zu können. Machen Sie sich das Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge in Deutschland zu Nutze.

Private Pflegeversicherung?

Ergänzend zur gesetzlichen Pflegeversicherung kann der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung sinnvoll sein, um sich gegen mögliche Pflegekosten abzusichern. Leider lässt sich wohl kaum voraussagen, wie hoch der Bedarf einmal sein könnte, deshalb sollten Sie solche Zusatzversicherungen erst ab einem Alter von 50 abschließen, da einfach noch zu viel in jungen Jahren passieren kann.

Grundsätzlich gilt es bei den Pflegeversicherungen die Angebote zu vergleichen, da die preislichen Unterschiede in den Tarifen teils sehr hoch sind. Es kommt dabei auf den Anbieter und die gewählte Art der Versicherung an.

Die beliebtesten Wege zur Absicherung sind dabei das Pflegetagegeld, die Pflegekostenversicherung sowie die Pflegerentenversicherung. Außerdem gibt es noch verschiedene Pflegetagegeld-Tarife, die staatlich gefördert werden. Allerdings fallen die Leistungen hierbei doch meist eher niedrig aus.

Art der Unterbringung wählen

Ein weiterer Faktor, über den Sie sich bereits vor einer möglichen Pflege Gedanken machen sollten, ist die Art Ihrer Unterbringen. Generell gibt es hier zwei verschiedene Möglichkeiten. Entweder wählen Sie die Pflege im Heim oder die Pflege zu Hause. Letzteres hat den Vorteil, dass Sie sich weiterhin in einer vertrauten Umgebung befinden und den Kontakt zu Ihrem gewohnten Umfeld nicht verlieren. Sie können dabei beispielsweise von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten betreut werden. Außerdem ist diese Lösung wohl die günstigste.

Gibt es keine Angehörigen oder können sie die Pflege zu Hause nicht gewährleisten, kommt möglicherweise eine Betreuung in häuslicher Gemeinschaft in Frage. Dabei wohnt die Pflegekraft bei der betroffenen Person. Bei dieser Variante sind die Grundpflege sowie bei Tätigkeiten im Haushalt abgedeckt.  So bekommen Sie eine Rundumbetreuung und erhalten sich ein Stück Lebensqualität und Eigenständigkeit in der gewohnten Umgebung.

Die Unterbringung im Heim ist deutlich teurer. Zwar wird ein großer Teil des Pflegeaufwands von der Pflegeversicherung getragen. Dennoch müssen Kosten für die Unterbringung und die Verpflegung selbst getragen werden. Im Schnitt kommen dabei Kosten in Höhe von mehr als 2.000 Euro auf Sie zu. Der Vorteil ist dabei jedoch, dass Ihnen rund um die Uhr eine medizinische Betreuung zur Verfügung steht.

Vorsorgevollmachten und Patientenverfügung

Ist die Frage nach der Unterbringung im Fall einer Pflege geklärt, können Sie sich um Vollmachten und Verfügungen kümmern. Eine Patientenverfügung sollte jeder besitzen. Denn es kann schneller vorkommen als Sie denken, dass Sie in eine Situation kommen, in der Sie sich nicht mehr äußern können. Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen regeln in solchen Fällen, was genau zu tun ist.

Diese Art der Vorsorge sollte auf keinen Fall aufgeschoben werden. Denn immerhin sichern Sie sich und Ihre Familie auf diese Weise für den Ernstfall ab, wenn die wichtigsten Dinge geklärt sind.

Angehörige mit einbeziehen

Wenn Sie sich um die Planung einer möglichen Pflege kümmern, sollten Sie immer die Angehörigen miteinbeziehen. Vor allem dann, wenn es darum geht, dass sie für Ihre Pflege verantwortlich sein sollen. Planen Sie alles schon so gut es geht und gehen Sie auf ihre Bedürfnisse ein. So sind Ihre Angehörigen bestens vorbereitet für den Ernstfall und sie wissen direkt, was zu tun ist.

Lösungen für Menschen mit wenig Geld

Nicht jeder Mensch konnte ausreichend vorsorgen oder sich diverse Versicherungen zulegen, um im Pflegefall gut abgesichert zu sein. In solchen Fällen kann das Sozialamt weiterhelfen, und zwar mit der Hilfe zur Pflege. Um diese Hilfe zu bekommen, müssen Sie im Falle eine Pflege jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestens Pflegegrad 2
  • Das eigene Einkommen und das der unterhaltspflichtigen Angehörigen reicht nicht aus, um die Kosten der Pflege zu decken.
  • Die Leistungen der Pflegeversicherung stehen Ihnen nicht zu oder reichen einfach nicht aus.

Dann kann ein Antrag beim zuständigen Sozialamt auf Hilfe zur Pflege gestellt werden.

Anlaufstellen für weitere Informationen

Sollten Sie noch weitere Informationen brauchen, wie Sie gut vorsorgen können, können Sie sich an die unabhängigen Pflegestützpunkte wenden. Sie helfen zudem mit Rat und Tat weiter, falls Sie oder eine Person aus Ihrem Angehörigenkreis pflegebedürftig geworden ist.

Grundsätzlich sollten Sie jedoch gut und vor allem früh genug vorsorgen. Allerdings ist die beste Absicherung die, die nicht in Anspruch genommen werden muss.

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