Umkehrhypothek: Was ist das und wie funktioniert es?

Vor- und Nachteile der Umkehrhypothek
Vor- und Nachteile der Umkehrhypothek - (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)
Eine Umkehrhypothek bietet älteren Eigentümern die Möglichkeit, ihre monatliche Rente aufzubessern und gleichzeitig in ihrer Immobilie wohnen zu bleiben.

Wie sich solch eine Umkehrhypothek von einem normalen Darlehen und von einer Immobilienrente unterscheidet, wo ihre Vor- und Nachteile liegen und vieles mehr, verrät Ihnen der folgende Ratgeber.

Was ist eine Umkehrhypothek?

Bei einer normalen Hypothek zahlt die Bank Ihnen den vereinbarten Kreditbetrag aus, den Sie anschließend in Raten zurückbezahlen. Entscheiden Sie sich für eine Umkehrhypothek, fallen hingegen weder monatliche Raten noch Zinsen an. Stattdessen sieht die Vorgehensweise so aus:

  • Der Verkehrswert der Immobilie wird ermittelt und dient als Grundlage für die Berechnung der möglichen Kredithöhe.
  • Sie erhalten den Kredit in einem Betrag, in monatlichen Raten oder in einer Kombination aus beidem.
  • Nach dem Ableben des Eigentümers verkauft die Bank die Immobilie und fährt so ihren Gewinn ein.
  • Alternativ kann eine feste Laufzeit für die Umkehrhypothek vereinbart werden. In diesem Fall beginnen Sie nach Ende der Laufzeit mit der Tilgung des Darlehens.

Was ist der Unterschied zur Immobilienrente?

Als Eigentümer fragen Sie sich jetzt womöglich: Was ist nun der Unterschied zwischen Umkehrhypothek und Immobilienrente? Grundsätzlich gilt: Bei Inanspruchnahme einer Immobilienrente wechselt die Immobilie den Besitzer, während Sie bei der Umkehrhypothek Eigentümer Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung bleiben.

Auch bei der Immobilienrente können Sie im Zuge eines lebenslangen oder zeitlich begrenzten Wohnrechts in Ihrem Zuhause wohnen bleiben. Der Kaufpreis für Ihre Immobilie wird Ihnen als feste monatliche Rate oder als Einmalbetrag ausgezahlt. Bei der Umkehrhypothek dient die Immobilie hingegen nur als Kreditsicherheit.

Vor- und Nachteile der Umkehrhypothek im Überblick

Vorteile

  • Sie erhalten schnell Liquidität.
  • Sie können in Ihrem Zuhause wohnen bleiben
  • Die Auszahlungen sind steuerfrei.
  • Sie haben keine monatlichen Belastungen.
  • Ihre Kreditwürdigkeit ist zweitrangig, weil die Immobilie dem Darlehensgeber als Sicherheit dient.

Nachteile

  • Die Erbmasse wird reduziert.
  • Es fallen Abschläge und Gebühren an.
  • Ihre Pflichten als Eigentümer bleiben bestehen (Instandsetzungen, Grundsteuer).

Für wen kommt eine Umkehrhypothek infrage?

Eine Umkehrhypothek ist nicht für jeden Immobilienbesitzer eine empfehlenswerte Option. So sollten Sie mindestens 60 Jahre alt sein, denn dann ist die Aufnahme eines normalen Kredits oftmals schwierig. Außerdem gilt: Je älter Sie sind, desto höher fallen in der Regel die monatlichen Zahlungen aus.

Weiterhin sollten bei Inanspruchnahme einer Umkehrhypothek folgende Voraussetzung gegeben sein:

  • Ihre Immobilie befindet sich in einem guten baulichen Zustand und ihr Wert beträgt mindestens 200.000 Euro.
  • Sie haben keine Erben.
  • Die Immobilie ist schuldenfrei oder nur sehr geringfügig belastet.

Was Sie bezüglich der Umkehrhypothek noch beachten sollten

Oftmals geringer Auszahlungsbetrag

Der Auszahlungsbetrag fällt bei der Umkehrhypothek oftmals geringer aus als vom Eigentümer erhofft. Entscheiden Sie sich für eine einmalige Auszahlung, erhalten Sie etwa 15 bis 35 Prozent des Immobilienwerts. Bei monatlicher Auszahlung ist der Auszahlungsbetrag mit 60 bis 80 Prozent des Beleihungswerts deutlich höher.

Bedenken Sie: Bei einer Umkehrhypothek zahlen Sie weder Zinsen noch Tilgung. Stattdessen ist es so, dass Tilgungsraten und Zinsen dem Darlehensbetrag hinzugefügt werden. Nach Ableben des Eigentümers möchte die Bank einen möglichst hohen Gewinn erzielen – daher die niedrigen Auszahlungsbeträge.

Unbegrenzte Laufzeit bevorzugen

Wenn Sie eine Umkehrhypothek in Betracht ziehen, lassen Sie sich am besten gut beraten – speziell in puncto Laufzeit. Eine begrenzte Laufzeit ist in den meisten Fällen nicht empfehlenswert, denn dann müssen Sie nach Ende der Laufzeit mit der Tilgung des Kredits beginnen oder eine Anschlussfinanzierung finden.

Besser ist eine unbegrenzte Laufzeit. Die Umkehrhypothek erlischt dann mit dem Tod des Eigentümers und die Bank kann die Immobilie zu ihren Gunsten verkaufen.

Fazit

Ältere Immobilieneigentümer, die schnell und unkompliziert ihre monatliche Rente aufbessern möchten, treffen mit einer Umkehrhypothek womöglich die richtige Wahl. Vor Vertragsabschluss sollten Sie sich jedoch individuell beraten lassen und auch Alternativen wie die Immobilienrente in Betracht ziehen.

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