Autokauf im Alter: In 5 Schritten zum Traumwagen

Die "Seniorenkutsche" hat heute aber ausgedient, denn auch im Alter darf das Auto gerne schick, recht schnell, aber natürlich auch komfortabel sein.

Doch wie lässt sich ein solcher fahrbarer Untersatz finden und wie geht der Autokauf vonstatten? Dieser Artikel schaut sich die einzelnen Schritte genauer an und zeigt auf, was dabei zu beachten ist.

1. Schritt: Finanzen klären

Damals, so in den 60er-Jahren war es absolut üblich, den Kaufpreis anzusparen und das neue Gefährt in bar beim Händler zu bezahlen. Die Kreditaufnahme sahen viele Menschen früher als problematisch und ›schlecht‹ an. Das hat sich heute zwar grundsätzlich geändert, dennoch ist es wichtig, die Finanzierungsfrage zu klären:

  • Wie soll bezahlt werden? – wurde das Geld bereits angespart oder bietet das Ersparte in Verbindung mit den Verkaufskosten des jetzigen Pkws eine ausreichend große Basis? Das ist natürlich der simpelste Fall.
  • Finanzierung – muss ein Kredit aufgenommen werden? Das ist heute kein Problem und oft relativ leicht, doch müssen sich Autokäufer für einen geeigneten Weg entscheiden. Jeder Händler bietet Autofinanzierungen, doch sind diese nicht unbedingt so günstig wie ein Autokredit auf dem freien Markt. Ein Kreditvergleich ist somit stets die beste Lösung.
  • Schmerzgrenze – wie teuer darf das Auto im Höchstfall sein? Autokäufer sollten auch schon die Nebenkosten mit einberechnen. Diese sind zwar nicht exorbitant hoch, doch lässt sich mit ihnen häufig eine Verhandlung mit dem Händler anstreben: Übernimmt er eventuell die Kosten für die Anmeldung und die Nummernschilder? Gar mit den Zusatzkosten, die ein Wunsch-Nummernschild verursacht?

Generell ist es sinnvoll, den Höchstbetrag nicht gleich offen preiszugeben. Es bringt mehr, kostentechnisch tiefer zu stapeln, denn so bleibt im Ernstfall noch ein Puffer übrig, der für eine gesonderte Ausstattung oder auch einen Reifensatz angesetzt werden kann.

2. Schritt: Angebote einholen

Auch ein Neuwagen der Marke X kostet nicht unbedingt überall dieselbe Summe. Daher ist es stets sinnvoll, direkte Angebote mehrerer Händler einzuholen. Zudem sollte sich nicht direkt auf ein Modell festgelegt werden. Viel wichtiger sind die Eigenschaften, die ein Auto für Senioren bieten sollte:

  • Einstieg – ein erhöhter Einstieg beziehungsweise ein hoher Sitz ist für Senioren sehr angenehm. Viele Menschen haben im Alter Schwierigkeiten mit niedrigen Sitzgelegenheiten. Auch die Beinfreiheit sollte beim Ein- und Aussteigen gegeben sein.
  • Sichtfeld – Menschen neigen dazu, im Alter kleiner zu werden. Daher sollten Senioren darauf achten, sehr gut aus dem Wagen heraus sehen zu können. Es mach wenig Sinn, wenn in zwei Jahren schon ein Kissen auf den Sitz gelegt werden muss, damit die Sicht frei ist.
  • Stauraum – Rollatoren können zusammengeklappt werden, das stimmt. Dennoch sollte der Stauraum so bemessen sein, dass die Hilfestellung gut ins Auto passen. Auch der Kofferraum darf nicht mit einer höheren Kante ausgestattet sein. Es ist schwierig, Einkäufe über diesen Rand zu heben.

Anhand dieser Faktoren lässt sich schon recht gut ein Auto finden, welches auch mit Blick auf zukünftige Veränderungen sinnvoll erscheint. Wer sich nun nicht direkt auf einen reinen Neuwagen bezieht, sondern auch Vorführwagen, Fahrzeuge mit Tageszulassung oder Jahreswagen mit in die engere Auswahl nimmt, der findet gute Angebote zu fairen Preisen.

3. Schritt: Probefahrt und Kaufvertrag

Wird ein interessantes Modell gefunden, ist die Probefahrt obligatorisch. Bei sämtlichen Fahrzeugen, die unter »gebraucht« fallen, sollte diese übrigens zu einer Werkstatt mit Prüfstation führen, damit der Wagen oberflächig unter die Lupe genommen werden kann. Die Ergebnisse helfen mitunter bei der späteren Preisverhandlung. Aber was ist bei der Probefahrt zu beachten?

  • Allgemein – wie lässt sich der Wagen fahren? Ist er leichtgängig, passt er zum eigenen Fahrverhalten? Jeder Autofahrer ist ein wenig anders: So mögen manche Nutzer leichtgängige Kupplungen, andere hingegen möchten Widerstand spüren. Bei der Probefahrt spielen auch die Geräusche des Fahrzeugs eine tragende Rolle: Klappert irgendwas? Klingt etwas seltsam? Wie hört sich der Motor an?
  • Ausstattungsmerkmale – sie werden bei der Probefahrt auf Herz und Nieren geprüft. Gerade die Parkassistenten und Kameras sollten ausprobiert werden. Sie können Senioren sehr angenehm beim Einparken helfen, denn wer im Alter nicht mehr so beweglich ist, der hat oft Probleme damit, beim Rückwärtsfahren über die Schulter nach hinten zu blicken.
  • Sicherheitsmerkmale – moderne Autos sind mit den wichtigsten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Die meisten bieten Airbags rundherum, zudem kommen Assistenzsysteme, die ebenfalls helfen. Je nach Auto gibt es auch Kameras und Sensoren, die den toten Winkel aufheben. Tipp: Es hilft, auf einem abgelegenen und sicheren Platz einmal eine Vollbremsung zu machen: Wie reagieren die Bremssysteme? Hilft das Auto dabei, die Spur zu halten?

Der Kaufvertrag muss sämtliche Merkmale und Maßgaben enthalten, die das Auto betreffen. Insbesondere bei Gebrauchtwagen ist übrigens darauf zu achten, dass sämtliche Vorschäden (auch reparierte) im Kaufvertrag und auf einem zusätzlichen Bogen stehen müssen. Das gilt sowohl bei Unfallschäden als auch bei anderen Blessuren. Der Käufer sollte sich bei Gebrauchtwagen stets den Personalausweis zeigen lassen und ihn notfalls fotografieren. Gerade rund um Privatverkäufe gibt es immer wieder rechtliche Streitigkeiten, ohne dass der Verkäufer greifbar ist – er nutzte schlichtweg einen falschen Namen und wurde dieser nicht kontrolliert, so ist ›Max Mustermann‹ natürlich niemals auffindbar.

4. Schritt: Auto ummelden und Versicherung klären

Viele Autohäuser oder Händler bieten den Service, den Wagen für den Käufer umzumelden. Dieser muss natürlich die elektronische Versicherungsbescheinigung einreichen und sich verifizieren. Wer selbst die Ummeldung vollziehen möchte, der muss sich an das zuständige Straßenverkehrsamt wenden. Es gilt:

  • Online melden – mitunter ist es möglich, die Um- oder Anmeldung des Fahrzeugs online durchzuführen. Diesbezüglich gibt es aber je nach Bundesland und auch Stadt Unterschiede. Ist die Internetanmeldung möglich, so muss der Fahrzeughalter später nur noch die Papiere ins Amt schicken, damit diese korrekt ausgefüllt werden können.
  • Kennzeichen – auch dieses lässt sich online beantragen und bequem zu sich nach Hause liefern. Das lästige Warten auf einer Zulassungsstelle fällt somit komplett weg. Die Kosten für das Kennzeichen variieren. Oft ist es möglich, ein Wunschkennzeichen zu beantragen, sofern dieses noch frei ist. Tipp: Es hilft, sich mehrere Wünsche zu notieren, denn besonders beliebte Kombinationen sind nicht selten vergeben.
  • Versicherungsbescheinigung – für die An- oder Ummeldung ist stets die elektronische Versicherungsbescheinigung notwendig. Etliche Versicherungen bieten an, diese direkt an das zuständige Straßenverkehrsamt zu übermitteln.

Bei Gebrauchtwagen von privat gilt übrigens, die Ummeldung direkt selbst durchzuführen und nicht den Verkäufer übernehmen zu lassen.

5. Schritt: Wagen einfahren

Bei gebrauchten Fahrzeugen ist das natürlich nicht nötig, da diese bereits eingefahren sind. Doch Neuwagen sollten pfleglich behandelt werden und erst nach und nach auf Touren gebracht werden. Vielfach wird empfohlen, die Geschwindigkeit und die Motorleistung über Wochen zu steigern, damit sich alle Bestandteile ordentlich an die Belastung gewöhnen und alles sorgfältig geschmiert wird. Es gilt also:

  • Urlaubsfahrten – große Fahrten sollten erst nach der Einfahrzeit unternommen werden. Dann ist es natürlich kein Problem mehr, vom Süden Deutschlands aus zur Ostsee zu fahren oder eine spannende Tour ins Ausland zu unternehmen.
  • Gas geben – die Geschwindigkeit des Fahrzeugs wird erst nach dem Einfahren getestet. Hohe Geschwindigkeiten bedeuten stets eine hohe Drehzahl und diese sollte erst nach einem eingewöhnten Motor ausprobiert werden.

Fazit – auf die beste Eignung achten

Senioren sollten beim Autokauf weniger auf Modelle oder Marken achten, sondern eher darauf, ein Auto zu finden, dass ihre Bedürfnisse auch noch in den nächsten Jahren erfüllen kann. Hohe Einstiege, Kamerasysteme und Hilfestellungen, aber natürlich auch die Sicherheitsmerkmale sind wichtige Details. Grundsätzlich gilt, beim Autokauf die Angebote zu vergleichen und eine günstige Finanzierungsmöglichkeit zu wählen, sofern der Wagen finanziert wird.

 

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