WOHNEN IM ALTER

Heute schon an morgen denken - seniorengerechte Badezimmer

Bildrechte: Flickr https://www.flickr.com/photos/lomolite/2993506885/

Laut der Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) verletzen sich rund 3,2 Millionen Deutsche jedes Jahr in den eigenen vier Wänden, mehr als 250.000 davon im Badezimmer.

Das Risiko, etwa im Bad auszurutschen, steigt mit dem Alter, denn durch den Alterungsprozess werden die Muskeln schwächer und auch die Reaktionsfähigkeit und das Sehvermögen nehmen ab. Deshalb ist es sinnvoll, das Badezimmer frühzeitig seniorengerecht umzugestalten.

Altern gehört einfach zum Leben dazu und hat Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Körperfunktionen. So verändert sich beispielsweise der Stoffwechsel der Muskelzellen, und das hat zur Folge, dass man Muskelmasse verliert. Zwar reagieren die Muskeln nach wie vor auf Trainingsreize, sodass man mit geeigneten Übungen auch im Alter standsicher bleiben kann, doch sie wachsen nicht mehr so schnell wie in jungen Jahren.

Auch im Gehirn lassen sich Alterungsprozesse nachweisen. Die Nervenzellen verändern sich und die Gehirnmasse nimmt etwas ab. Darunter leiden die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung sowie die Reaktionsfähigkeit. Dies kann gerade im Bad gefährlich werden, denn wer ausrutscht, kann sich möglicherweise nicht schnell genug abstützen und den Sturz damit auffangen. Doch mit den geeigneten Umbaumaßnahmen sorgt man für ausreichend Sicherheit.

Bewegungsfreiheit im Bad beachten

So banal es klingt: Bewegungsfreiheit ist das A und O im Badezimmer. Wer über ein geräumiges Badezimmer verfügt, der hat nicht nur den Luxus von genügend Platz, sondern auch die Möglichkeit, bei sich verändernden Lebensumständen die neu benötigte Badeeinrichtung zu installieren. Und deshalb sollte man die Badausstattung vorausschauend auswählen. Wer kann, sollte beispielsweise statt einer Badewanne einen großen Duschbereich integrieren. Mittlerweile lassen sich Duschkabinen individuell an die Einbausituation anpassen, achten sollte man bei der Auswahl jedoch auf einen barrierefreien Einstieg.

Lässt man zudem ausreichend Platz zwischen den Badezimmermöbeln, dann kann man sich beispielsweise auch mit einer Gehhilfe problemlos im Bad bewegen. In kleinen Bädern kann man Platz sparen, indem man keine ausladenden Badmöbel wählt und es nicht noch als Stauraum für die Putzsachen nutzt.

Rutschige Oberflächen begünstigen Stürze

Eine der größten Gefahrenquellen im Badezimmer ist ein rutschiger Boden. Bei der Wahl des Bodenbelags geht deshalb Rutschfestigkeit vor Aussehen. Rutschhemmende Fliesen minimieren das Risiko, auszurutschen und hinzufallen, und verleihen dem Badezimmer durch ihre leicht strukturierte Oberfläche einen modernen Touch. Reste von Shampoo oder Duschgel sowie Wasserlachen sollte man trotzdem umgehend wegwischen, damit man sich sicher bewegen kann. Fußbodenheizungen sind zudem nicht nur angenehm bei kalten Füßen, sondern sie trocknen Wasserpfützen auch schneller weg. Dusch- und Badewannen gibt es zudem mit Anti-Rutsch-Oberflächen, mit denen sich viele Stürze vermeiden lassen.

Gerüstet für den Fall des Falles

Doch auch wenn man solche Vorsichtsmaßnahmen bei der Badezimmerplanung beachtet: Manchmal kommt man trotzdem ins Straucheln und dann hält man sich an allem fest, was greifbar ist. Deshalb sollten Badmöbel immer fest mit der Wand verschraubt sein. Auch das Anbringen von Haltegriffen beim Dusch- oder Badewannenausstieg sowie neben der Toilette ist grade für Menschen wichtig, die im Alter schwächer auf den Beinen sind. So können sie leichter ihren gewohnten Abläufen im Badezimmer nachgehen. Und durch die große Auswahl an Badmöbeln muss man auch im Alter nicht auf eine moderne Atmosphäre im Badezimmer verzichten.

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