Wechseln der gesetzliche Krankenversicherung

Kann man die Krankenkasse wechseln?
Kann man die Krankenkasse wechseln? - (Bild von Michael Schwarzenberger auf Pixabay)
Was ist bei der Wahl einer Krankenkasse zu beachten? Am 1. Januar 2009 trat die allgemeine Krankenversicherungspflicht (VVG § 193) in Kraft.

 Das bedeutet, dass jeder, der über einen Wohnsitz in Deutschland verfügt, verpflichtet ist, eine Krankenversicherung zu besitzen. Es gibt die Möglichkeit, sich gesetzlich oder privat versichern zu lassen. Entscheidet man sich für die gesetzliche Variante, ist es möglich, die Krankenkasse zu wechseln. In welchem Fall ein Wechsel sinnvoll ist und was bei der Suche nach der künftigen Krankenkasse beachtet werden sollte, erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Ist ein Wechsel der Krankenversicherung überhaupt sinnvoll?

Die gesetzliche Krankenkasse kommt für Untersuchungen und Behandlungen auf, ermöglicht medizinische Rehabilitationen und kümmert sich um die Versorgung mit Arznei-, Verbands-, Hilfs- und Heilmitteln. Es ist also wichtig, sich eine passende Krankenkasse zu suchen! Denn obwohl das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkasse vom Staat klar definiert ist, besitzen die Kassen dennoch einen kleinen Handlungsspielraum. 

Hält sich Ihre Kundenzufriedenheit also in Grenzen oder zahlen Sie hohe Mitgliedsbeiträge, sollten Sie es in Erwägung ziehen, die Krankenkasse zu wechseln.

Wie kann man die Krankenkasse wechseln?

Seitdem Jahr 2021 sind Versicherte in der Lage, die Krankenkasse mit vereinfachten Konditionen zu wechseln. Musste man zuvor eine Vertragsdauer von 18 Monaten einhalten, bevor man sich nach einem alternativen Anbieter umschauen konnte, können Versicherte nun bereits nach 12 Monaten eine neue Kasse in Anspruch nehmen. Wird der Wechsel der Krankenkasse innerhalb der Kündigungsfrist vollzogen, können Sie dementsprechend der alten Krankenkasse bereits nach einem Jahr den Rücken zukehren. 

Kündigungsfristen

Trotz der verkürzten Bindungsfrist, haben sich Versicherte noch immer an einige Regeln zu halten. So ist eine Kündigung erst zum Ablauf des übernächsten Monats gültig. Möchten Sie also pünktlich nach einem Jahr den Wechsel vollziehen, sollten Sie sich bereits im Voraus um die Formalia kümmern.

Ein weiterer Vorteil der neuen gesetzlichen Bestimmungen ist, dass es jetzt nicht mehr nötig ist, die alte Krankenkasse via Kündigung über die bevorstehende Vertragskündigung zu informieren. Wechselwillige müssen lediglich einen Mitgliedsantrag bei der Kasse ihrer Wahl ausfüllen. Im Anschluss daran kümmern sich die zuständigen Sachbearbeiter um den Transfer.

Sonderkündigungsrecht

In manchen Fällen ist es möglich, die Bindungsfrist zu umgehen, und frühzeitig aus dem Vertrag auszusteigen. Das sogenannte Sonderkündigungsrecht kommt dann zum Tragen, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. Weiterhin ist es Versicherten gestattet, die Kasse zu wechseln, wenn eine neue Beschäftigung aufgenommen wird.

Worauf sollte man bei der Wahl einer Krankenversicherung achten? 

Wer nicht vom Regen in die Traufe kommen möchte, sollte sein Augenmerk bei der Wahl der neuen gesetzlichen Krankenkasse auf bestimmte Faktoren richten:

Höhe des Zusatzbeitrags

Mit dem Jahr 2015 führten die Krankenkassen den Zusatzbeitrag ein. Das bedeutet, dass zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag Kosten auf die Versicherten zukommen. Während Arbeitnehmer und Rentner nur zu 50 Prozent für diese Ausgaben aufkommen müssen, werden Selbstständige mit den Kosten alleingelassen. Da jede Kasse die Höhe des Zusatzbeitrags selbst bestimmt, kann mit dem passenden Versicherer Geld gespart werden.

Freiwillige Zusatzleistungen

Wie bereits angedeutet, gibt der Gesetzgeber klar vor, welchen Leistungsumfang die Krankenkassen zu erbringen haben. Ferner können Krankenkassen jedoch freiwillige Zusatzleistungen erbringen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Professionelle Zahnreinigung
  • Osteopathie
  • Sportmedizinische Untersuchungen
  • Gesundheitskurse
  • Homöopathie
  • Zusätzliche Impfungen
  • Künstliche Befruchtung
  • Schwangerschaftsvorsorge
  • Hebammenvermittlung
  • etc.

Service

Neben den Kosten und dem Leistungsspektrum sollten Versicherte ihr Hauptaugenmerk auf den Kundenservice richten. Während zum Beispiel manche Anbieter nur während den Geschäftszeiten zu erreichen sind, bieten andere Kassen einen 24-Stunden-Service an. Es kann sich auch als hilfreich erweisen, eine Niederlassung in unmittelbarer Nähe zu haben.

Weiterhin sollten die Versicherten kompetent beraten werden und Unterstützung bei medizinischen Fragen und Behandlungsfehlern erhalten. Ein weiteres Plus ist, wenn die Krankenkasse hilft, Termine bei Fachärzten zu erhalten. 

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