Zwerchfell: Kann ein Bruch zu Sodbrennen führen?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Zwerchfell und saurem Aufstoßen?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Zwerchfell und saurem Aufstoßen? - Bild von Natural Herbs Clinic auf Pixabay)
Viele Menschen kennen das: Nach einer üppigen Mahlzeit oder dem Genuss kohlensäurehaltiger Getränke kommt es zu saurem Aufstoßen.

Aber was, wenn sich das Problem öfter und weniger absehbar meldet? Dann könnte ein Zwerchfellbruch hinter dem Sodbrennen stecken. Welche Rolle das Zwerchfell bei saurem Aufstoßen spielen kann, wird in diesem Artikel dargestellt.

Symptome des Zwerchfellbruchs: Sodbrennen und Co.

Das Zwerchfell (medizinisch Diaphragma) ist ein aus Muskeln und Sehnen bestehendes Gewebe, das den Brust- vom Bauchraum trennt. Durch das Zwerchfell verläuft neben verschiedenen großen Blutgefäßen und wichtigen Nerven auch die Speiseröhre.

Vom Zwerchfellbruch (Hiatushernie) sprechen Mediziner, wenn das Zwerchfell als Abgrenzung wegfällt und Organe aus dem Bauch durch eine Öffnung nach oben in den sogenannten Mittelfellraum (Bereich zwischen den beiden Lungenflügeln) oder in den Brustkorb wandern. Da diese Verlagerung weder von außen sichtbar noch in jedem Fall mit Schmerzen verbunden ist, bleibt ein Zwerchfellbruch oft unbemerkt.

Kommt es zu Beschwerden, sind diese meist im Bereich der Speiseröhre lokalisiert. In bestimmten Fällen kann ein Zwerchfellbruch Sodbrennen auslösen – er muss es aber nicht. Je nach Lage sind auch die folgenden Symptome möglich:

  • Schmerzen im oberen Bauchbereich
  • Bauchkrämpfe
  • Schluckbeschwerden
  • Druckgefühl nach einer Mahlzeit
  • Aufstoßen von Luft
  • stiller Reflux

Oft bleibt der Bruch aber symptomlos oder weist nur schwache Beschwerden auf, die oftmals nicht eindeutig zuordbar sind.

Wie verursacht der Bruch im Zwerchfell Sodbrennen?

Es gibt verschiedene Formen des Zwerchfellbruches, nicht alle verursachen saures Aufstoßen. Sodbrennen durch einen Zwerchfellbruch entsteht dann, wenn sich Teile des Magens durch die Öffnung schieben. Dadurch wird der Schließmuskel der Speiseröhre geschwächt. Fehlt die Unterstützung des Zwerchfells beim Verschluss des Magens, haben Speisebrei sowie saurer Magensaft freie Bahn nach oben.

Steigt lediglich fein verteilter Magensaft auf, kann bei einem Zwerchfellbruch auch ein stiller Reflux auftreten. Dieser äußert sich weniger durch Aufstoßen, sondern meist durch Heiserkeit, Räusperzwang, Husten und vermehrte Infekte im Halsbereich sowie in den Atemwegen.

Ursachen für Zwerchfellbruch und Sodbrennen

Warum manche Patienten einen Zwerchfellbruch ausbilden und andere nicht, ist noch nicht abschließend erforscht. Gemeinsam sind den Betroffenen aber eine erhöhte Belastung oder Faktoren, die eine Ermüdung des Zwerchfells herbeiführen: So steigt Ihr Risiko auf einen Bruch im Zwerchfell und auf darauf folgendes Sodbrennen mit fortschreitendem Alter. Durch ein höheres Lebensalter wird das Gewebe schwächer. Der Magen braucht also weniger Druck, um sich durch die Öffnung für die Speiseröhre zu schieben.

Bei Übergewichtigen und Schwangeren ist das Zwerchfell über einen längeren Zeitraum einem erhöhten Druck ausgesetzt. Das erhöht ebenfalls die Wahrscheinlichkeit auf einen Zwerchfellbruch.

Aber auch schlanke Menschen können durch Pressen – etwa beim Gang auf die Toilette – so viel Druck im Bauchraum aufbauen, dass der Magen nach oben durch das Zwerchfell rutscht. Wenn also Sodbrennen vor allem nach längeren oder mühsamen „Sitzungen“ auftritt, könnte hier ebenfalls ein Zwerchfellbruch dahinterstecken.

Wo ist der Unterschied: Zwerchfellbruch oder Zwerchfellriss?

Mitunter werden beide Begriffe in der Alltagssprache synonym verwendet. Aber ein Zwerchfellbruch und ein Zwerchfellriss sind unterschiedliche Erkrankungen – nicht nur in Hinsicht auf die Heilung.

Beim Bruch tritt der Magen durch das Zwerchfell und verursacht in bestimmten Fällen Sodbrennen. Das Gewebe selbst bleibt dabei aber unverletzt. Eine Therapie ist deshalb mitunter schon mit Medikamenten möglich, welche die Symptome regulieren.

Beim Zwerchfellriss hat das Organ ein Loch oder ist eingerissen. Im Gegensatz zum meist schleichend entstehenden Bruch folgt der Riss auf eine plötzliche äußere Einwirkung. Ein Zwerchfellriss ist also oft eine Unfallfolge, bei dem nur nach einer Operation eine Heilung eintreten kann.

Was hilft beim Zwerchfellbruch und Sodbrennen?

Entsteht Sodbrennen durch einen Zwerchfellbruch, wird häufig auf folgende Kombination gesetzt: Veränderung des Lebensstils, beispielsweise eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten, sowie die Einnahme von Arzneimitteln. Vor allem zwei Gruppen von Medikamenten kommen bei Sodbrennen zum Einsatz:

  • Antazida
  • Protonenpumpenhemmer

Erstere neutralisieren die aggressive Magensäure. So verursacht das Aufstoßen nicht mehr die typischen Symptome und die Speiseröhre wird vor Schäden durch die Säure geschützt. Protonenpumpenhemmer setzen noch einen Schritt früher an: Sie reduzieren die Produktion der Magensäure. Durch weniger Säure ist ein Rückfluss in die Speiseröhre seltener oder hört ganz auf. Die Symptome reduzieren sich oder verschwinden ganz.

Für eine Operation entscheiden sich Mediziner in der Regel erst, wenn die Betroffenen bei einem Bruch im Zwerchfell unter starken Symptomen durch das Sodbrennen leiden oder eine Schädigung der Organe – meist des Magens – zu befürchten ist. Im Eingriff wird der erweiterte Durchtritt in der Muskel-Sehnen-Platte wieder verengt. Die Organe werden zurückverlagert. Für den dauerhaften Erfolg kann nach einer Operation außerdem eine nachhaltige Änderung des Lebensstils notwendig sein.

 

 

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